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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 20

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Kg.F. erinnert an die zwischen Kf. Friedrich (II.) von Brandenburg und dem Hochmeister des Deutschen Ordens Konrad (I.) von Ellrichshausen wegen der von K. Sigmund dem Orden verliehenen Landsbergischen Mark sowie der Neumark1 ausgebrochene zwitracht und an die von Kf. Friedrich und dessen Brüdern (Albrecht, Johann, Friedrich d. J.) vorgebrachte Meinung, daß K. Sigmund ihrem Vater, Kf. Friedrich (I.), die Mark Brandenburg mit allen Zugehörungen gegeben habe,2 bevor die Verschreibung an den Orden erfolgte, und zudem nach den Bestimmungen der Goldenen Bulle3 kein Kurfürstentum geteilt werden dürfe. Er verweist darauf, daß Kf. Friedrich und Konrad von Ellrichshausen sich in Frankfurt/Oder inzwischen über alle Ansprüche gütlich geeinigt und Kf. Friedrich und dessen Brüder und alle ihre Erben auf die Neumark zugunsten des Deutschen Ordens gänzlich verzichtet haben.4 Kg.F. bestätigt auf Bitten Kf. Friedrichs und in Anbetracht des lobelich herkommen des wirdigen ordens, dem allmächtigen Gott zu lob seiner lieben muter Marien der hymel kunigin, der der orden ist, und weil die Neumark zudem die Pforte ist, durch die dem Orden Hilfe gegen die Ungläubigen zugeführt werden kann, sowie mit Rat der Kff. Fürsten und Getreuen diese Einigung sowie die an uns(er) Frawen abend nativitatis (7. September 1429) erfolgte Verschreibung K. Sigmunds über die Neumark an den Orden5 sowie weitere Briefe desselben, wobei die Bestimmungen der Goldenen Bulle über die Unteilbarkeit der Kurfürstentümer weder den Mgff. von Brandenburg noch dem Deutschen Orden Schaden bringen sollen. Kg.F. befiehlt allen Reichsuntertanen unter Androhung seiner und des Reiches schweren Ungnade sowie bei einer je zur Hälfte der kgl. Kammer sowie dem Deutschen Orden zu zahlenden Strafe von 100 Pfund Gold, dem Hochmeister und seinem Orden bei K. Sigmunds Verschreibung und in dieser Bestätigung ungehindert bleiben zu lassen.

Originaldatierung:
An des heiligen Crucs tag exaltationis.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.r. d(omino) Gaspar(e) canc. ref. - KVv: Rta Jacobus Widerl (Blattmitte); Brandenburg (oberer Blattrand).

Überlieferung/Literatur

Org. im GStAPK Berlin (Sign. VII. HA, Generalia, Teile der Mark, Neumark n. 88), Perg., anh. S abgefallen. - Kop.: Inseriert in den Willebriefen der Kff. Dietrich von Mainz, Jakob von Trier, Dietrich II. von Köln und Friedrich II. von Sachsen vom 21. und 29. September 1444 ebd. n. 89, n. 90, n. 93 und n. 94, Perg., jeweils mit anh. S. - Inseriert im abschriftlich überlieferten Willebrief des Kf. Ludwig IV. von der Pfalz ebd. (Sign. I. HA, Rep. 94 V. E.b n. 1, fol. 328r-344r), Pap. (15. Jh.) - Inseriert in den Abschriften der Willebriefe der Kff. Friedrich II. von Sachsen und Dietrich von Mainz ebd. (Sign. I. HA, Rep. 94 V. E.b n. 1, fol. 344v-352v bzw., Rep. 78 n. 3, fol. 10v-11r), beide Pap. (15. Jh.). Druck: RIEDEL, Codex diplomaticus B IV S. 340-343; CHMEL, Anhang n. 51; STREHLKE, Tabulae Ordinis Theutonici n. 217; RTA 17 n. 206.Reg.: CHMEL n. 1741; KLETKE, Regesta Historiae Neomarchicae S. 161f.

Kommentar

Lit.: VOIGT, Die Erwerbung der Neumark S. 269-277; DERS., Wiedervereinigung der Neumark S. 151.

Anmerkungen

  1. 1JOACHIM/HUBATSCH I/1 n. 1482 (29. September 1402); RI XI n. 7398 (7. September 1429).
  2. 2RI XI n. 58 (8. Juli 1411), n. 2201 (18. April 1417).
  3. 3Die Goldene Bulle K. Karls IV. von 1356, s. MGH Const. 11 S. 535-633.
  4. 4Der Text des zu Frankfurt/Oder 16. Oktober 1443 ausgehandelten Vertrages ist inseriert. Gedruckt findet er sich bei RIEDEL, Codex diplomaticus B IV S. 288f. Über Verhandlung und Vergleich ausführlich RTA 17 n. 153.
  5. 5RI XI n. 7398.

Registereinträge

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 20 n. 40, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1444-09-14_2_0_13_20_0_40_40
(Abgerufen am 22.10.2019).