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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 16

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K.F. erhebt mit Rat der Fürsten, Gff. Freiherren, Edlen und Getreuen die Söhne Kg. Georgs von Böhmen Viktorin1, Heinrich (d. Ä.) und Heinrich (d. J.), genannt Hinko, von Podiebrad, als Dank für seine, seiner Gemahlin Eleonore und seines Sohnes Hz. Maximilian durch Georg und Viktorin erfolgte Befreiung aus der von den aufständischen Wienern und deren Komplizen aus dem Herzogtum Österreich belagerten Wiener Burg2, aus ksl. Machtvollkommenheit ex certaque n(ost)ra sciencia zu Gff. von Burg und Herrrschaft Glatz. Er bestimmt, daß sie und ihre legitimen Nachkommen die gleichen Würden und Vorrechte besitzen sollen wie die anderen Gff. des Reiches nach Gewohnheit oder Recht. K.F. erhebt außerdem die Burg Glatz samt den dazugehörigen Ländern, Dörfern, Gebieten, Bergen, Pässen und Ebenen, Wäldern, Gehölzen, Wiesen, Gewässern, Wasserläufen, Weiden, Weihern, Fischplätzen, Gerichtsrechten, Bännen, dem Recht zum Prägen und Verrufen von Münzen, Rechten zur Jagd und zum Vogelfang und daraus nach Recht und Gewohnheit folgenden Strafen3 sowie den Lehen, Lehnsmannen, Vasallen, Bürgern, Landleuten, Bauern, Reichen und Armen, mit allen Zugehörungen zur Gft. Er ernennt die Herren von Podiebrad in gleicher Weise erblich zu Fürsten des Heiligen Römischen Reiches und zu Hzz. von Münsterberg und erhebt diese Herrschaft mit den dazugehörigen Städten, Schlössern, Burgen, Orten, Dörfern, Gebieten, Bergen, Pässen und Ebenen, mit allen Wäldern, Gehölzen, Wiesen, Weiden, Gewässern, Wasserläufen, Weihern, Fischplätzen, Zöllen, Gerichtsrechten, Bännen und Verboten, dem Recht zum Prägen von Münzen, Klagerechten und daraus nach Recht und Gewohnheit folgenden Strafen, Rechten zur Jagd und zum Vogelfang, Lehnsmannen, Vasallen, Prälaten, Rittern, Dienstleuten, Richtern, Adligen und Bürgern, Landleuten, Bauern, Armen und Reichen, mit allen Zugehörungen zum Fürsten- und Herzogtum. K.F. befiehlt ihnen, den gewöhnlichen Eid an seiner Statt gegenüber dem Prager Bggf. Zdenko von Sternberg sowie Prokop von Rabenstein und dem Ritter Jobst von Einsiedel, dem Kanzler bzw. Sekretär und Rat Kg. Georgs von Böhmen, zu leisten, denen er den Wortlaut des Eides schriftlich übersenden wird. Er bekräftigt noch einmal, daß sie und ihre legitimen Nachkommen von allen Leuten als Fürsten und Hzz. von Münsterberg sowie als Gff. von Glatz angesehen werden und sich der gleichen Würden und Vorrechte nach Gewohnheit oder Recht erfreuen sollen, wie die anderen Hzz. Fürsten und Gff. des Reiches, und widerruft alle dem entgegenstehende Verfügungen non obstantibus .. quibuscunqe legibus, iuribus, constitucionibus, generalibus seu specialibus, statutis & consuetudinibus in contrariu(m) editis seu edendis. K.F. befiehlt jedermann die Beachtung unter Androhung seiner und des Reiches Ungnade und einer je zur Hälfte an ihn oder seine Kammer und an die Hzz. zu entrichtenden Strafe von 1000 Mark Gold.

Originaldatierung:
Septima die mensis decembris (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Eigenhändige Bekräftigung K.F. unter der Urkunde: Nos Fridericus p(re)libatus p(re)scripta recognoscimus p(ro)fitemur & approbamus (nach Kop.). Org.4 im bearbeiteten Bestand nicht überliefert, der Kop. zufolge jedoch in Lat., mit dem Monogramm K.F. versehen und mit einer Goldbulle besiegelt. Kop.: Abschrift im LA Oranienbaum (Sign. UGAR II n. 615), Pap. (17. Jh.). Druck: Lehns- und Besitzurkunden Schlesiens 2 S. 153-156 n. 35; LÜNIG , Reichsarchiv 6a S. 329-331. Reg.: Regg.F.III. H. 11 n. 342 (nach unzureichender Überlieferung); Regesten Zerbst n. 615. Lit.: NIEDERSTÄTTER, Jahrhundert der Mitte S. 352f.

Anmerkungen

  1. 1Viktorin war bereits am 5. August 1459 zum Fürsten, Hz. von Münsterberg und Gf. von Glatz erhoben worden, s. Lehns- und Besitzurkunden Schlesiens 2 S. 153 n. 34.
  2. 2Zu den Vorgängen s. die persönliche Schilderung K.F. in den Regg.F.III. H. 10 n. 234.
  3. 3Zu möglichen Auslassungen im Text der Urkunde s. Lehns- und Besitzurkunden Schlesiens 2 S. 154.
  4. 4Das Org., auf dessen Grundlage der Druck in den Lehns- und Besitzurkunden Schlesiens 2 n. 35 beruht, wurde 1885 zusammen mit den anderen Beständen aus dem Archiv in Oels als Depositum an das StA Breslau übergeben und befindet sich, falls es nicht zu den Kriegsverlusten zählt, heute immer noch dort im nunmehrigen StA Wrocaw, vgl. SEDLÁEK, Die altböhmischen Bestände; SKUTIL, Torzo.

Registereinträge

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 16 n. 61, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1462-12-07_1_0_13_16_0_61_61
(Abgerufen am 17.09.2021).