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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 15

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K.F. erkennt aus ksl. Machtvollkommenheit, nachdem der Kammerprokuratorflskal Johann Gessel gegen die, so sich nennen camerer, rat und gemaynde zu Regennspurg, ein urtail erwunnen und gehapt hat, Kammerer, Rat und Gemeinde zu Regensburg auf solich ir ungehorsam und übertretung in unser und des heiligenn reichs aucht; er nimmt sie aus dem friden und setzt sie in den unfriden, nimmt sie iren frunden und gibt sie iren veinden, und überläßt ir leib, hab und gut dem Fiskal Johann Gessel und meniclichen.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Zeitgleiche Abschrift im BayHStA München (Sign. Gemeiners Nachlaß 18 [unfoliiert]), Pap. Abschrift des 16. Jh. ebd., Pap. Weitere Abschrift des 16./17. Jh. in den Collectaneen des Elias Eppinger ebd. (Sign. RL Regensburg 596, fol. 395v), Pap. Druck: FUGGER-BIRKEN, Ehrenspiegel, S. 1032f.; GEMEINER 3 S. 785f. (Teildruck); STRIEDINGER, Kampf, S. 164f. (Teildruck nach Eppinger). Reg.: Regg. F. III., H. 7 n. 813 (nach unzulänglicher Überlieferung); ebd., H. 10 n. 589 (nach Meininger Überlieferung).

Kommentar

Der Wortlaut der in Linz vom K. persönlich verlesenen Achterklärung ist in einem noch vom gleichen Tag (auf heil, samstag nechst darnach, 1491 Oktober 1) stammenden, anonymen Bericht inseriert, von dem eine zeitgleiche Abschrift in das Archiv der Stadt Regensburg gelangte. In ihm wird auch das eindrucksvolle Zeremoniell des Verfahrens ausführlich beschrieben: Der K. habe sich nach der zwischen vier und funff uren nach mittag in dem vermelten slos zu Lintz in der gewonlichen ratstuben erfolgten Verhandlung personlich mit sein selbs leib herab in den hoff unten an der steynen stiegenn untter die wolcken hinab begeben, dort habe der romisch kantzler, herr Johanns Waldner, seiner kayserlich maiestat ainen papirin zetell, darin die form der aucht geschribenn stundt, überreicht; derselb zettel und offnung der aucht durch sein kayserlich mayestat personlich muntlich vor meniclichen offenlich verlesen wurd1... Nach der Verkündigung habe der K. den verlesen zettel mit sein selbs handt vor meniklichen von ainander gerissen. Folgende assessores waren nach unserem Berichterstatter bei diesem Akt anwesend: Gf. Sigmund von Schaunberg, Gotthard und Bartholomäus von Starhemberg, Sigmund Prüschenk, Sigmund von Niedertor, Wenosch von Oberndorf2, Hans von Zelking, Christoph von Hohenfeld, Andreas von Polheim, Georg vom Losenstein, Michael von Traun, Veit von Wolkenstein, Benedikt Schifer, Pilgrim Wallch, Balthasar Tannhauser, Hauptmann auf der Steuermarckt, Christoph Jörger, Hans Kolmüntzer, Lienhard Diettenshaimer, anwald, Johann Waldner, obrister kantzler, Gabriel Kolbmann (Kalman), untermarschalck. Vgl. hierzu auch GEMEINER 3 S. 784ff. und STRIEDINGER, Kampf, S. 163ff., wo die falsche Datierung des Achtverfahrens bei GEMEINER korrigiert wird.

Anmerkungen

  1. 1Bereits 1491 Oktober 3 teilt Hz. Georg von Bayern (-Landshut) Hz. Albrecht von Bayern (-München) mit, er habe soeben sichere Kunde erhalten, daß der K. persönlich in Linz under der gewolkchen Regensburg in die Acht erklärt habe; Org. überliefert im BayHStA München (Sign. Kurbayern Äußeres Archiv 1568, fol. 238r).
  2. 2Vielleicht Wenzel von Oberndorf, vgl. Siebmacher's Wappenbuch 26, S. 319.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 15 n. 429, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1491-10-01_1_0_13_15_0_430_429
(Abgerufen am 11.04.2021).