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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 15

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K.F. teilt Kammerer, Rat und Gemeinde der Stadt Regensburg mit, ihm sei zu Ohren gekommen, sie hätten sich unterstanden, ihn und das heilige Reich zu verlassen, um sich under frömd herschaften zu begeben, was ihn, wenn dies zutreffen sollte, nit unpillich befremde, zumal sie vermeinten, eine freie Stadt des heiligen Reiches zu sein, die nyemandt dann einem romischen keyser underworffen und den zu herren haben sol. Er gebietet ihnen daher bei den Pflichten, mit denen sie ihm und dem heiligen Reiche verbunden sind, auch bei Verlust aller Gnaden, Freiheiten und Privilegien sowie seiner und des heiligen Reichs schwerer Ungnade und Strafe, falls sie ein solches Vorhaben in Angriff genommen hätten, dies angesichts dieses Briefes abzustellen und sich ohne seine Zustimmung niemandem Fremden zu unterstellen.

Originaldatierung:
Am zweinzigsten tag des monads juny.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.i.p. KVv: Mand(at) Regenspurg (oberer Rand).

Überlieferung/Literatur

Org. im BayHStA München (Sign. RU Regensburg 1486 Juni 20), Pap., rotes, rückseitig aufgedr. (vermutliches) S 18 (nicht mehr erhalten). Weiteres Org. ebd. (Sign. Kurbayern Äußeres Archiv 1567, fol. 35), Pap., mit dem Empfängervermerk auf der Rückseite: Diser und annder dergleichen brief sind freytags nach Ulrici (Juli 7) anno domini etc 86 an ettwivil ennden der stat Regenspurg angeslagen funden worden. Rotes, rückseitig aufgedr., mit Pap. überklebtes S 18 (gut erhalten). Kop.: Vier zeitgen. Abschriften ebd. (Sign. RU Regensburg Juni 20), Pap. Druck: STRIEDINGER, Kampf, S. 79f; RTA MR 1 n. 590.

Kommentar

Die Reaktion, die das Eintreffen des ksl. Gebots in Regensburg auslöste, erhellt aus dem Verhörprotokoll von 1492 August 27 im BayHStA München (Sign. Gemeiners Nachlaß 19 [unfoliiert]), in dem der damalige Kammerer Lienhart Portner seine Erinnerung an das über sechs Jahre zurückliegende Ereignis zusammenfaßte: in mittler zeyt wäre ein kayserlich mandat kommen, gelaut, das man sich anders wohin nicht beherren sollt etc., wellchs mandat das erst gebest, ime, dem Portner, alls verbeser camererambts in sein handt worden, das er furter in ain rat getragen, in peywesen Prossingers horen lassen, und das dem ausseren ratte auch geoffenbart und sollichs maynung auf das hochst beschwaert, gesagt: lieben frewndt, das ist nur ein manung, aber hernach volgt die citation und furter die acht und aberacht ... Vgl. GEMEINER 3 S. 727ff. und MAYER, Ringen, S. 32, 39 (mit Lit). Zu den folgenden Auseinandersetzungen um Regensburg, das sich 1486 Juli 18 Hz. Albrecht IV. von Bayern (-München) unterstellt hatte, vgl. GEMEINER 3 S. 727ff; STRIEDINGER, Kampf; P. SCHMID, Albrecht IV., S. 143f.; DERS., Regensburg zwischen Bayern und Reich, S. 140-142; A. SCHMID, Landstadt, S. 38-41; P. SCHMID., Reichsstadt Regensburg, S. 312f; A. SCHMID, Regensburg (= HAB 60), S. 179-185; MAYER, Ringen, S. 33ff.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 15 n. 397, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1486-06-20_1_0_13_15_0_397_397
(Abgerufen am 23.10.2021).