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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 15

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K.F. schildert Kammerer und Rat der Stadt Regensburg, wie frevelich der Kg. (Matthias) von Ungarn seine Erblande, so zu dem heiligen reich gehoren und porten und schilt deutscher nacion gegen den ungelaubigen frömder nacion sein, seit langen Jahren mit Krieg überziehe und daß sich die Hoffnung auf Frieden bisher nicht erfüllt habe. Er habe sich deshalb in das Reich begeben und einigen Reichsstädten und Untertanen persönlich dargelegt, welcher Schade dem heiligen Reich und deutscher nacion entstehen werde, wenn nicht erfolgreicher Widerstand geleistet werde, und um Hilfe und Beistand ersucht, was ihm auch gehorsamlich ze tunde zugesagt worden sei. Damit diese Hilfeleistung möglichst wirksam sein werde, habe er die Kff. und einige Fürsten zu sich nach Frankfurt geladen1 und auch sie um Rat und Beistand gebeten. Diese hätten sich ebenfalls zur Hilfe bereiterklärt und hätten versprochen, ihm 34000 Mann zu Roß und zu Fuß aus dem Reich zu schicken, wobei jeder zugesagt habe, hierzu seinen entsprechenden Anteil an Geld beizusteuern. Damit aber angesichts der Bedrängnis durch den ungarischen Kg. der Zugang zu seinen Erblanden offen bleibe, sei von den Kff. und Fürsten einhelliclich beschlossen worden, zu einer eylende[n] hilffe und unnderhaldung seiner Erblande eine Summe Geldes zu geben, um damit schon jetzt Kriegsvolk anwerben zu können, bis dann die große Hilfe, das Aufgebot der vorgesehenen 34000 Mann, verwirklicht werde. Ihr Anteil an dieser Summe, die auf die große Hilfe angerechnet werde, seien 3000 rhein. Gulden2. Er befiehlt ihnen daher bei den Pflichten, mit denen sie ihm und dem Reich verbunden sind, beim Verlust aller Gnaden, Freiheiten und Privilegien sowie bei einer Strafe von 1000 Mark lötigen Goldes, die genannte Summe auf sand Erasmus tag schirstkunfftig (Juni 3) nach Nürnberg zu schicken und dort dem Hauptmann, den er bis dahin bestellen werde, oder denen, die die Kff. hierzu beauftragen werden, auszuhändigen.

Originaldatierung:
Am ersten tag des monads may (nach Kop.).
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.i.i.c. (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Kop.: Zeitgen. Abschrift im BayHStA München (Sign. RU Regensburg 1486 Mai 1 [Gemeiners Nachlaß 16]), Pap. Weitere Abschrift des 16./17. Jh. in den Collectaneen des Elias Eppinger ebd. (Sign. RL Regensburg 596, fol. 370v -371r), Pap. Reg.: Regg. F. III., H. 3 n. 169 (nach Org. für die Stadt Hagenau). Entsprechende Schreiben sind außerdem für die Städte Frankfurt, Nürnberg, Lübeck, Mühlhausen, Hamburg, Goslar, Nordhausen (vgl. ebd., H. 4 n. 916-923), Köln und Aachen (H. 7 n. 697f.), Wimpfen (H. 8 n. 451), Trier (H. 9 n. 369) sowie für Basel, Heilbronn, Konstanz, Ravensburg, Schaffhausen, Schwäbisch-Gmünd, Soest und Straßburg (RTA MR 1 n. 376) bezeugt; ferner für die Gff. Johann Ludwig von Nassau (-Saarbrücken) und Adolf von Nassau (-Wiesbaden) (Regg. F. III., H. 5 n. 306f).

Kommentar

Erwähnt bei GEMEINER 3 S. 739 (ohne Beleg). Zur Reaktion des Regensburger Rates auf dieses Mandat, das erst vier bis fünf Tage nach dem für die Hilfeleistung angesetzten Termin in Regensburg eingetroffen ist, vgl. RTA MR 2 n. 309.

Anmerkungen

  1. 1Zu diesen Ladungen vgl. RTA MR 1 S. 102-129.
  2. 2Nach RTA MR 1 S. 343 n. 327 und Neue Sammlung 1 S. 272 n. 61 a wurde Regensburg im Rahmen des Anschlags von 1486 März 4 eine Geldleistung von 5000 rhein. Gulden auferlegt.

Registereinträge

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 15 n. 396, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1486-05-01_1_0_13_15_0_396_396
(Abgerufen am 01.12.2020).