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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 13

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K.F. bestätigt aus ksl. Macht und als Landesfürst von Kärnten Propst Lorenz, Dechant Hans und dem Konvent des Klosters Eberndorf im Jauntal alle Urkunden, Gnaden, Freiheiten, Privilegien und Rechte, die zum Teil durch die dem Stift von den Rechbergern zugefügte beschedigung entfremdet wurden oder aber verloren gingen1. Auf seine Anordnung hin sind von seinen Land- und Amtleuten Untersuchungen bezüglich der Rechte des Stiftes durchgeführt worden mit dem Ergebnis, daß das Stift im Hzm. Kärnten ein eigenes Gericht mit Burgfried und fürstliche freyung zu Sittersdorf, die Vogtei samt dem Landgericht, das Recht auf etliche Kirchtage und das Fischereirecht auf der Vellach besitzt. Die Grenzen des Burgfrieds verlaufen von Eberndorf gegen Gösselsdorf, in den Bach, der die Sucha (Zauch) genannt wird, und in den Seebach, nach dem Seebach ab, auf der von Eberndorf gegen den Wröhlich führenden Straße, auf dem Weg unterhalb des Wröhlich, über den Riegel, nach Buchbrunn, was daselbs enthalb des bruns, des Bachs und der von der Drau nach Eberndorf führenden Straße liegt, zu dem diesseits von Buchbrunn auf der Wegscheide stehenden Kreuz, vom Kreuz zu dem unterhalb des Kolmbergs Richtung Buchhalm gehenden Weg, in Buchhalm oberhalb der Straße, von demselben Kreuz zum Rain außerhalb Gablern über den Hart, gegen Loibegg, diesseits der durch Loibegg führenden Straße und wieder in die Sucha. Die Grenzen der Freiung verlaufen im Dorf Sittersdorf, alsweit das umfangen ist und die Weingärten und die obern preß oberhalb der Weingärten seyn begreiffen, auf dem Weg, der unterhalb der Weingärten beim See zwischen der Wiesenmahd und der rechten Landstraße führt, zwischen der Straße und dem unterhalb des Berges und des Rains gegen Sittersdorf führenden Weg, dann was der oberhalb Sittersdorf gelegene Rain gegen dem dorf sagt, vom oberen Rain zwischen des Kopanczen und des Wassermanns im Duell, vom Wassermann zu der durch Maltzach führenden Straße, diesseits dieser Straße, weiter zum Weingarten und wieder auf die Spitze des Weinbergs. Alles, was zwischen diesen Grenzen und dem Dorf Sittersdorf liegt, soll zu Sittersdorf gehören. Folgende zur Vogtei und dem Landgericht im Jauntal gehörigen Kirchtage fallen in die Obhut des Stiftes: St. Kanzian im Jauntal, St. Veit im Jauntal, Rückersdorf, St. Jakob an der Vellach, St. Thomas zu Glantschach, St. Primus am See, Mokriach, Sittersdorf, Loibegg, Köcking, Gablern, Grabelsdorf, St. Jakob bei St. Kanzian, St. Georg auf dem Berg und Buchbrunn. Innerhalb der genannten Grenzen sollen alle Strafsachen, die ehrbar und nicht schädlich sind noch den tod berührn, vom Propst bzw. dessen Richter entschieden werden. In den schädliche sachen und den Tod betreffenden Fällen, die mit that oder mit recht vor den Propst gebracht werden, sollen nach der Verhandlung die der Stiftsvogtei unterstehenden Leute dem Richter zu Stein im Jauntal, wenn dieser oder dessen Bote es fordert oder darauf finger zeigt, nach landesgewohnheit aus dem dachtropfen überantwortet werden, alle anderen hingegen nach altem Herkommen mit gürtel umfangen. Fischereirechte in der Vellach besitzen das Stift Eberndorf, der Abt und Konvent von St. Paul im Lavanttal und der ksl. Rat Hans Ungnad als derzeitiger Inhaber der Rechbergischen Güter, die der Kaiser um ihr verhandlung wegen in seine Gewalt gebracht hat, bzw. deren künftige Inhaber. K.F. gebietet allen seinen Untertanen bei seiner und des Reichs schweren Ungnade und einer Pön von 50 Mark Gold, die je zur Hälfte an die ksl. Kammer und an das Stift Eberndorf zu zahlen sind, die von ihm bestätigten Rechte des Stiftes zu beachten2.

Originaldatierung:
An unser lieben Frauen abend der geburt (nach Kop.).
Kanzleivermerke:
KVr: C.d.i.i.c. (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Org. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert, der Kop. zufolge mit anh. ksl. Majestätssiegel (wohl S 15). Kop.: Abschrift (18. Jh.) im HHStA Wien (Sign. AUR 1454 IX 7), Pap. Druck: CHMEL , Materialien 2 n. 63. Reg.: CHMEL n. 3239; SCHROLL , Urkunden-Regesten n. 77; MC 11 n. 286. Lit.: FRÄSS-EHRENFELD, Geschichte Kärntens 1 S. 574.

Anmerkungen

  1. 1Zu den Schäden durch die Rechberger vgl. n. 22, Anm. 1. Zu den Rechbergern vgl. FELSNER-KORAK , Soziale Herkunft S. 192f.
  2. 2Vgl. die nn. 317 u. 391.

Registereinträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 13 n. 305, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1454-09-07_1_0_13_13_0_306_305
(Abgerufen am 27.02.2021).