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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 12

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Kg.F. fordert die Bürger, Urbarleute und Gemeinden des Ftm. Österreich, die ob der Enns gesessen und wonhafften sind, zum Feldzug gegen die Ungarn auf. Er teilt mit, daß die Ungarn ihm abgesagt, das Land Österreich angegriffen und die Vorstadt von Ödenburg und etliche Märkte und Dörfer jenseits der Leitha abgebrannt haben, jetzt mit her zwischen Ebenfurth, Hornstein, (Wiener) Neustadt und Forchtenstein liegen und in das Land (Österreich) ziehen wollen, obwohl er ihnen auf ihr Ersuchen hin in vielen Schreiben1all gleich erpietung vorgeschlagen habe. Er habe den Prälaten, Herren, Rittern und Knechten, die an sand Mertten tag (1446 November 11) auf sein schreiben und ervordern2 hin bei ihm waren, über den Mutwillen der Ungarn berichtet. Da die Zeit für schriftliche Ladungen zu kurz sei, habe er Reinprecht von Wallsee, Oberstmarschall in Österreich, Oberster Truchseß in Steyr und Hauptmann ob der Enns, befohlen, sie durch seine (Reinprechts) Anwälte auffordern zu lassen. Kg.F. befiehlt, daß alle, welch vor alter und jugent mugen, sofort, wenn es die Anwälte mit disen unsern briefen fordern, zu Pferd und zu Fuß, mit Harnischen, Wagen, Pferden, Speise für drei Wochen und anderen notdurfften, als zu ainer wagenpurg gehört, zu ihm (nach Wien) oder ins Feld kommen sollen. Er habe auch die Landschaften zu Steyr3, Kärnten und Krain aufgefordert, ihm beizustehen, wenn er an sand Kathrein tag (1446 November 25) gegen die Ungarn ins Feld ziehen werde. Kg.F. erwartet, daß sie (die Empfänger) sich nach Vermögen willig zeigen, was sie ihm, Kg. Ladislaus und dem Land schuldig seien, und des sicher merckleiche notdurfft ist. Er wolle ihnen das mit besonderen Gnaden danken und auch Kg. Ladislaus künftig daran weisen, daß dieser ihnen für ihre Hilfe Gnaden zukommen lasse.

Originaldatierung:
an eritag vor sand Kathrein tag
Kanzleivermerke:
KVr: fehlt. – KVv: –. – Ausgeben zu zerung auf dem br(ief) [?] III tl (Pfd.) d(enarii) (rücks., rechter unterer Blattrand, evtl. Vermerk über Botenlohn, 15. Jh.).

Überlieferung/Literatur

Org. im HHStA Wien (Sign. AUR, 1446 XI 22), Pap., rotes S 12 rücks. aufgedr. (unter Pap.). Druck: CHMEL , Materialien Bd. 1 S. 222f. n. 89. Reg.: CHMEL n. 2189; LICHNOWSKY (-BIRK) 6 n. 1214; QGStW I/7 n. 15147. Lit.: CHMEL, Geschichte 2 S. 567f. mit Anm. 2; BRANDSCH, Kaiser Friedrichs III. (IV.) Beziehungen zu Ungarn 2 S. 22; DOBLINGER, Herren von Walsee S. 218f.; ERNST, Zur Frage S. 394ff.; HALLER, Kaiser Friedrich III. und die Stephanskrone S. 109.

Anmerkungen

  1. 1Da aus dieser Aussage kein bestimmtes kgl. Schreiben zu erschließen ist, wird auf ein Regest zu einem Dep. verzichtet. Zu den kgl. Schreiben an die ungarischen Stände vgl. u.a. CHMEL n. 2184.
  2. 2n. 364.
  3. 3Vgl. n. 358.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 12 n. 365, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1446-11-22_1_0_13_12_0_365_365
(Abgerufen am 30.11.2020).