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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 12

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Kg.F. unterrichtet Bf. Johann von Gurk darüber, daß der Abt (Christoph) von Millstatt bei ihm (als Kg.) gegen das im Streit zwischen diesem und Gf. Morand von Porcile von Richter und Lehensmännern Gf. Heinrichs von Görz gesprochene Urteil appelliert hat1. Er beauftragt ihn, als Richter beide Seiten vorzuladen, zu verhören, über die Appellation mit einem Urteil zu entscheiden und auch im Falle der Abwesenheit einer Partei nach rechtlicher ordnung zu verhandeln. Auch soll er Zeugen dazu bewegen, zur Findung von Wahrheit und Recht auszusagen.

Originaldatierung:
am zinstag vor sand Michels tag (nach Kop.).
Kanzleivermerke:
KVr: D.m.d.r. (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Org. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert. – Kop.: Insert in Urk. Bf. Johanns von Gurk von 1443 Oktober 1, Straßburg, im HHStA Wien (Sign. AUR, 1443 X 1)2, Pap., rücks. rundes rotes Signet des Bf. aufgedr. – Diese Urk. des Bf. von Gurk erscheint wieder als Insert in einem Notariatsinstrument des öff. Notars Daniel von Lautta, Sohn des Antonius, Bürger von Pordenone, von 1443 Oktober 16 im HHStA Wien (Sign. AUR, 1443 X 16)3, Perg., Notarszeichen. – Inseriert (mit anderem Datum4, lat.) in Urk. Bf. Johanns von Gurk von 1444 März 5, Straßburg5, die in lat. Übersetzung in einem Notariatsinstrument des öff. Notars Nikolaus Erlacher aus Burghausen, Kleriker der Diöz. Salzburg, von 1445 Januar 4, Straßburg, überliefert ist, ebd. (Sign. AUR, 1445 I 4)6, Perg., Notarszeichen. Lit.: SCHROLL, Geschichte des Benedictiner-Stiftes Milstat S. 44; WEINZIERL-FISCHER, Geschichte des Benediktinerklosters Millstatt S. 55; NIKOLASCH, Besitzungen S. 67.

Anmerkungen

  1. 1Zu diesem Prozeß vgl. die Angaben bei NIKOLASCH , Besitzungen S. 66f.
  2. 2Es handelt sich um die Zitation von Gf. Morand von Porcile. KVr: Nicolaus Erlacher notarius.
  3. 3Der Notar führt an, die Urk. des Bf. sei von Heinrich Horen, Prokurator des Abtes Christoph von Millstatt, vorgelegt worden. In Porcile, in apothecam des Mag. Anthonius Sartoris, sei Gf. Morand das Zitationsschreiben des Bf. mit dem in lingua theotonica abgefaßten kgl. Schreiben präsentiert worden, wobei die Einwohner von Porcile, Marcus Spiatus, Sohn des Pelegrinus, Blasius, Sohn des Zanim von Cittadella, und Mag. Bartholomeus, Schulrektor, Sohn des Mag. Nikolaus Sartoris, sowie Onofrio aus Pordenone anwesend gewesen seien. Im Beglaubigunsvermerk führt der Notar an, er sei der deutschen Sprache nicht mächtig und habe deshalb den kgl. Brief von dem Franziskanerbruder Johannes in das Notariatsinstrument schreiben lassen. (Die Hand, die die Urk. von Kg.F. schrieb, ist deutlich von der des Notars zu unterscheiden.)
  4. 4Datum in Grecz anno a nativitate domini millesimoquadringentesimo quadragesimo quarto, in die sancte Lucie, regni nostri anno quarto. Diese Zählung der Inkarnationsjahre würde zu der – wegen des Datums der Urk. des Bf. (1444 März 5) – widersinnigen Datierung auf 1444 Dezember 13 führen. Jedoch scheidet auch eine Datierung auf 1443 Dezember 13 aus, da der Kg. seine Kommission an den Gurker Bf. erteilt haben muß, bevor dieser die Parteien zitierte (1443 Oktober 1). Die Ursache für die fehlerhafte Datumsangabe ist unklar.
  5. 5Es handelt sich um den Urteilsbrief des Bf. in dem Streit zwischen Gf. Morand von Porcile und dem Kloster Millstatt.
  6. 6Um die Anfertigung des Notariatsinstruments sowie die Übersetzung der in vulgari teutonico abgefaßten Urk. des Bf. hatte Heinrich Horen aus Erfurt, laicus litteratus und Prokurator des Abtes Christoph von Millstatt, gebeten. Zeugen waren die Priester der Diöz. Gurk Johann Turs, Pleban in Meiselding (Meisseldegk), u. Johann Neumeister, Kanoniker an St. Nikolai in Straßburg, die Knappen (armigeri) Johann Staudacher aus der Diöz. Salzburg u. Adam Lemsniczer aus der Diöz. Aquileia sowie der Laie Stephan Meichsner aus der Diöz. Meißen.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 12 n. 171, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1443-09-24_1_0_13_12_0_171_171
(Abgerufen am 12.12.2019).