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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 12

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Kg.F. bestätigt1 Hz. Albrecht (VI.) von Österreich sowie Kg. Ladislaus von Ungarn, erben der kron zu Beheim und Erzschenk des Reichs, und Hz. Sigmund von Österreich2, deren beider Vormund er ist, und allen Fürsten des Hauses Österreich, deren Erben und Nachkommen gemeintlich und sunderlich auf ewig solich ir brief, gnad und freÿheit, nemlich kunig Heinrichs des vierden, keiser Heinrichs sone, darÿnne zwen brief keiser Julius und keÿser Nero bestetigt sind3, item keÿser Friderichs des ersten brief4, item aber kunig Heinrichs brief dem frommen herczog Leüpolten gegeben5, item keÿser Fridrichs des andern, kunigs zu Jerusalem und zu Sicili, brief6, item kunig Rudolfs brief7 und alle ander ire brief, privilegia, gnad, freiheit und recht, die sie von anderen römischen Kaisern und Königen erhalten haben, sei es über Land, Ftm. Herrlichkeit, Würdigkeit, Erbschaft, Pfandschaft, Recht, Gewohnheit und altherkomen. Alle Fürsten von Österreich und ihre gesamten Fürstentümer und Länder, die sÿ iczund haben oder in kunfftigen tzeiten gewÿnnen möchten mit hilff des almechtigen gotes, sollen diese Privilegien nutzen können, als ob sie ihnen selber und von newes gegeben worden wären. Aus kgl. Machtvollkommenheit salviert Kg.F. die Privilegien von allen ihnen anhaftenden gebrechen und bekundet seinen Willen, daß diese den brieven und privilegien kein krenkung, irrung oder schaden bringen sollen ÿnnerhalb oder ausserhalb gerichts. Die Privilegien sollen vielmehr in allen iren puncten, clauseln, artikeln und meÿnungen, wie die von wortt zu wortt lauten und begriffen sein, gancz kreftig und bestendig bleiben zu ewigen zeiten. Kg.F. erklärt alle entgegenstehenden Privilegien früherer Könige und Kaiser für ungültig und gebietet allen Fürsten, Gff. etc. und Reichsuntertanen bei des Reichs Ungnade und einer Pön von 1000 Mark Gold, die je zur Hälfte an die Reichskammer und an den geschädigten Fürsten zu zahlen sind, die Beachtung der hiermit bestätigten Privilegien. Zeugen: wie in n. 112.

Originaldatierung:
an sannt Laurencien tag (nach Kop.).
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.r. d. Jacobo, archiepiscopo Treverensi, canc. etc. ref. Wilhelmus Tacz, canonicus Frisingensis (nach Kop.). – Eigenhändiger kgl. Rekognitionsvermerk: Nos Fridrericus prelibatus prescripta recognoscimus, profitemur et approbamus (nach Kop.). – KVv: Rta Jacobus Widerl (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Org. ehemals im HHStA Wien, Repertorialeintrag (Sign. Ab XIV/1, Bd. 6) und POSSE zufolge auf Perg., mit goldenem S 9 an purpur-grüner Ss.8 – Kop.: Abschrift (16. Jh.) im HHStA Wien (Sign. Urkundenabschriften, Österreichische Urkunden, Karton 25), Pap. – Abschrift (18. Jh.)9 ebd., Pap. Druck: GUTKAS , Mailberger Bund S. 385ff. n. 2. Reg.: Katalog der Archivalien-Ausstellung S. 67 n. 280. Lit.: GUTKAS, Mailberger Bund S. 354f.; DERS., Friedrich III. und die Stände des Landes Österreich S. 158; BENNA, Hut oder Krone S. 96f.; MORAW, "Privilegium maius" S. 223; KRIEGER, Das Heilige Römische Reich S. 43; WILLICH, Zur Wirkungsgeschichte S. 169ff.

Kommentar

Der Text der Urk. folgt weitgehend dem von n. 112, ist jedoch um wesentliche Bestimmungen erweitert worden. Vgl. den Textvergleich bei WILLICH, Zur Wirkungsgeschichte S. 172ff.

Anmerkungen

  1. 1Arenga, Petitio und Rat- und Zustimmungsformel haben denselben Wortlaut wie in n. 112.
  2. 2In der Dispositio von n. 112 steht Kg. Ladislaus den beiden Herzögen voran.
  3. 3Angebl. Urk. Kg. Heinrichs IV. von 1058 Oktober 4 mit zwei inserierten angebl. Urkk. Caesars und Neros; Druck: MGH Dipl. VI/1 n. 42; BUB IV/1 n. 576; Reg.: RI III/2 n. 151 (Fälschung).
  4. 4Angebl. Urk. Kaiser Friedrichs I. von 1156 September 17; Druck: MGH Dipl. X/4 n. 1040; BUB IV/1 n. 804; Reg.: RI IV /2 † 418 (Fälschung). Es handelt sich um das "Privilegium maius", das Kernstück der Fälschungen Hz. Rudolfs IV. von Österreich. Grundlegend dazu: LHOTSKY, Privilegium Maius; MORAW , "Privilegium maius", u. KOCH , Paläographische Bemerkungen.
  5. 5Angebl. Urk. Kg. Heinrichs (VII.) von 1228 August 24 für Hz. Leopold VI. von Österreich; Druck: MGH Const. 2 n. 466; BUB IV/2 n. 1118; Reg.: RI V /2 n. 4113 (Fälschung). Auffällig ist, daß Hz. Leopold VI. als "fromm" bezeichnet wird, da dieses Attribut ansonsten dem später (1485) auch heiliggesprochenen Mgf. Leopold III. von Österreich beigegeben wurde. Vgl. EHEIM, Geschichte der Beinamen S. 156 u. 158; RÖHRIG, Heiligsprechung S. 226.
  6. 6Angebl. Urk. K. Friedrichs II. von 1245 Juni (ohne Tag); Druck: MGH Const. 2 n. 467; BUB IV/2 n. 1264; Reg.: RI V/1 n. 3483 (Fälschung). Zu dieser Urk. vgl. KOCH , Zum "Maius-Transsumpt" Kaiser Friedrichs II.
  7. 7Angebl. Urk. Kg. Rudolfs I. von 1283 Juni 11; Druck: LHOTSKY , Privilegium Maius S. 89f. n. 5; Reg.: RI VI/1 n. 1791 (Fälschung).
  8. 8Vgl. POSSE , Siegel 5 S. 51. Das Org. wurde um 1950 aus dem HHStA Wien entwendet.
  9. 9Rekognitionsvermerk und KVr/v sind nur in dieser Abschrift überliefert.

Registereinträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 12 n. 117, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1442-08-10_1_0_13_12_0_117_117
(Abgerufen am 06.04.2020).