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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 12

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Kg.F. verspricht Königin Elisabeth von Ungarn, Herzogin von Österreich, daß er mit ihren Kindern, Kg. Ladislaus und Jungfrau Elisabeth, die sie ihm als nachsten und pesten frewnd gemäß einer entsprechenden Verschreibung1 übergeben habe, ohne ihr Einverständnis nichts merkhleichs unternehmen und keine enndrung tun werde, sondern die genannten Kinder mit dem lannd Osterreich niderhalben und ob der Enns ihrem Stand entsprechend innehaben und versorgen wird. Sollte Elisabeth im Königreich Ungarn ein ortgeslos in ihre Hand bekommen, in dem Ladislaus geschützt wäre, könne sie diesen dort bei sich haben und Personen bestimmen, die ihn pflegen2. Sollten die Kinder in seiner (Kg.F.) Gewalt und vor Königin Elisabeth sterben, würden sie ihr (als Tote) überantwortet werden. Auch Elisabeth habe sich gegenüber Kg.F. verschrieben, ohne sein Einverständnis nichts merkhleichs mit den Kindern zu unternehmen.

Originaldatierung:
an eritag vor sannd Kathrein tag
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.r. Conradus prepositus Wiennensis canc.

Überlieferung/Literatur

Org. im HHStA Wien (Sign. AUR, 1440 XI 22), Perg. (restauriert), rotes S 12 in wachsfarbener Schüssel mit rücks. eingedrücktem roten S 7 an Ps. – Kop.: Zwei Abschriften (18. Jh.) ebd. (Sign. Urkundenabschriften, Österreichische Urkunden, Karton 25, und Collationierte Copien, Karton 4). Reg.: CHMEL n. 165 (mit Oktober 22); LICHNOWSKY (-BIRK) 6 n. 145. Lit.: BRANDSCH, Kaiser Friedrichs III. (IV.) Beziehungen zu Ungarn 1 S. 30f.; HALLER, Kaiser Friedrich III. und die Stephanskrone S. 102ff.

Kommentar

Mit Urk. von 1440 November 26 verpflichtete sich Königin Elisabeth, das oben im Text genannte ortgeslos an Kg.F. zu überantworten. Dieser sollte die Kinder zwar dorthin bringen lassen, sie jedoch weiterhin innehaben. Vgl. das Org. im HHStA Wien (Sign. AUR 1440 XI 26); Druck: TELEKI, Hunyadiak kora 10 n. 41; Reg.: CHMEL n. 169. Auf den Inhalt unseres Stückes nahm Königin Elisabeth mehrmals Bezug, als sie die Rückführung ihrer Kinder von Kg.F. forderte; vgl. etwa ihre Briefe von 1441 Oktober 6 (Org. im HHStA Wien, Sign. AUR, 1441 X 6; Reg.: CHMEL n. 386) u. 1442 Mai 1 (RTA 16 S. 150f. Anm. 2). Elisabeth führte hier an, der Kg. habe ihr versprochen, die Kinder zusammen mit der Stephanskrone zu überantworten. Jedoch geht eine Verpflichtung hinsichtlich der Krone aus unserem Stück nicht hervor, wobei dafür kaum der Textverlust verantwortlich zu machen ist.

Anmerkungen

  1. 1Vgl. n. 20.
  2. 2In diesem Teil der Urk. Textverluste nach Restaurierung, unsere Ergänzungen nach Kop.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 12 n. 30, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1440-11-22_1_0_13_12_0_30_30
(Abgerufen am 24.11.2020).