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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 11

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K.F. berichtet Kf. Ernst und Hz. Albrecht von Sachsen über die schwere drangsal, die ihm und seinem erbliche lande von den Türken, dem Kg. (Matthias) von Ungarn vnd ander frembder zungen seit langen Jahren zuteil geworden sei und das Land inzwischen so erschöpft habe, daß kein Widerstand mehr möglich erscheint. Obwohl er deshalb Kff. Fürsten und gesipte freunde schon mehrfach ersucht habe, ihm Hilfe und Beistand zu gewähren, hätten diese auf zusammen kommen bestanden und dadurch die Hilfe solange verzögert, daß viele Schlösser und Städte, wie zuletzt die Stadt Korneuburg1, verloren gegangen wären. Nun sei der Kg. von Ungarn in teglicher und strenger arbeit und ubung, auch die Stadt Wien zu erobern. Sollte dies geschehen, wären alle seine erbliche lande verloren, was nicht nur ihm und seinem Namen schaden, sondern dem heiligen reiche deutscher nacion und gemainer Cristenheit schilt und porten nehmen würde, die seine Erblande gegen die Türken und anderm frombden geczung bildeten. Wie ihm berichtet worden sei, wollten Kf. Ernst und Hz. Albrecht sowie die anderen Kff. und Fürsten des Reiches auf die fleissig arbeit und das Ersuchen seines Rates Gf. Haug von Werdenberg hin nun auff sant Sebastian tag (1485 Januar 20) in Frankfurt2 zusammenkommen, um über die geforderte Hilfe zu verhandeln und zu beschließen. Er habe deshalb seinen Sohn Maximilian, Erzhz. von Österreich und Burgund etc. sowie Eb. Johann von Gran, Administrator des Stifts zu Salzburg, Bf. Wilhelm von Eichstätt und Haug von Werdenberg Gewalt gegeben, an seiner Statt mit den Fürsten in Frankfurt zu verhandeln. Er befiehlt Kf. Ernst und Hz. Albrecht, baldmöglichst ohne weiteren Verzug eine austreglich hilffe zu schicken, um gegen den Krieg des Kgs. von Ungarn, den dieser mutwilliglich on alle nodturfft und erber ursach, allein aus posen willen führen würde, und auch gegen sie seinen mutwillen zu suchen sich untersteht, vorgehen zu können. (nach Kop.).

Originaldatierung:
Am phincztag der heiligen dreyer Kunig tag
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.i.p. (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Kop.: Abschrift im SächsHStA Dresden (Sign. Loc. 9321, Den zwischen K. Friedrich III. und Kg. Matthias von Ungarn geführten Krieg betr., 1480-1490, fol. 10r-v), Pap. (15. Jh.).

Anmerkungen

  1. 1Der Verlust Korneuburgs erfolgte am 3. Dezember 1484. Vgl. dazu RÁZSÓ , Feldzüge S. 17. Siehe OPLL/PERGER , Kaiser Friedrich III. n. 180 und n. 183, wonach die Einnahme nach dem 30. November und vor dem 8. Dezember erfolgt sein muß.
  2. 2Haug von Werdenberg hatte den geplanten Reichstag mit ksl. Vollmacht für 1485 Januar 20 nach Frankfurt verkündet. Vgl. BACHMANN , Reichsgeschichte 2 S. 731 sowie NEHRING , Matthias Corvinus S. 164-166.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 11 n. 548, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1485-01-06_1_0_13_11_0_548_548
(Abgerufen am 23.11.2020).