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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 11

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K.F. schreibt Hz. Wilhelm (III.) von Sachsen, ihm sei bekannt geworden, daß Hans Fuchs, Martin Truchseß, Lamprecht von Seckendorf, Rinhof genannt, Dietz Marschall, Darius von Heßberg und von Biberach1 mit anderen das Schloß Rothenberg bei Lauf und Schnaittach von Hz. Otto (II.), Pfgf. bei Rhein, gekauft haben2, das- selbe ausbauen und befestigen sowie mit einer Anzahl Personen von Adel eine Ganerbschaft eingehen wollen.3 Zur Vermeidung von Räuberei und anderem Schaden, der dem Heiligen Reich aus solcher Ganerbschaft entstehen könnte, begehrt er von Hz. Wilhelm, dieser möge bei den Käufern bewirken, daß sie das obengenannte Schloß an unns heiss(en) sollen, und zudem nicht zu gestatten, es ausbauen und befestigen zu lassen, noch auch dhein gemeinschafft daselbs mach(en) bei Androhung von seiner und des Reiches schweren Ungnade. Bei Zuwiderhandlung wolle er mit der Hilfe Hz. Wilhelms und anderer Fürsten das Schloß erobern und niederbrechen lassen und gegen die obengenannten Käufer mit sweren penen straffen und pussen vorgehen.

Originaldatierung:
Am sibenzehennden tag des monedt january
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.p.d.i. – KVv: Dem hochgebornen Wilhelmen, herczogen zu Sachssen, lanntgraven in Doringen und marggraven zu Meissen, unnserm lieben oheim und fursten (Adresse, Blattmitte). – Keys(er)lich schrift sloßs Rot(en)b(ur)g halb(er) uf dinstag nach palmar(um) (17. März) komen (Empfängervermerk, unter Adresse).

Überlieferung/Literatur

Org. im SächsHStA Dresden (Sign. Loc. 8197, Kaiser Friedrich III. Schreiben an Hz. Wilhelm zu Sachsen wegen Abschaffung der Ganerbschaft, so etliche von Adel aus dem Hause Rotenburg anzurichten in Vorhaben gewesen, Bl. 1), Pap., rotes S (wohl: 18) als Verschluß rücks. aufgedrückt.

Kommentar

Erwähnt bei Schütz, Ganerbschaft S. 8.4

Anmerkungen

  1. 1Nach SCHÜTZ, Ganerbschaft S. 8 Darius von Heßberg und Valentin von Bibra.
  2. 2Der Verkauf erfolgte erst am 2. Februar 1478, vgl. den Druck des Verkaufsbriefs bei SCHÜTZ, Ganerbschaft T. 2 Beilage n. 5.
  3. 3Am 26. Dezember 1477 hatte der Rat der Stadt Nürnberg K.F. gebeten, die Errichtung einer ritterlichen Burgganerbschaft auf dem Rothenberg zu verhindern, vgl. SCHÜTZ, Ganerbschaft T. 2 Beilage n. 3. Johann Waldner berichtete dem Rat der Stadt Nürnberg am 22. Januar 1478 über die ksl. Absichten zur Verhinderung der Errichtung einer Ganerbschaft, ebd. Beilage n. 4.
  4. 4SCHÜTZ, Ganerbschaft S. 8 erwähnt (nach Überlieferung im StadtA Nürnberg), daß K.F. mehrere Fürsten, Grafen und Städte aufgefordert habe, die Errichtung der Ganerbschaft zu verhindern. Er hält es für ungewiß, ob diese am 22. Januar 1478 ausgestellten Schreiben, die jedoch noch des ksl. Siegels bedurften, abgesandt wurden. Der Brief an Hz. Wilhelm belegt zumindest den Ausgang eines Schreibens am 17. Januar.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 11 n. 495, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1478-01-17_1_0_13_11_0_495_495
(Abgerufen am 12.04.2021).