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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 10

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K. F. unterrichtet Hz. Wilhelm (III.) von Sachsen ausführlich über das Unrecht und den Ungehorsam, den Pfgf. Friedrich (I.) bei Rhein und Hz. Ludwig (IX.) von Bayern (-Landshut) ohne sein Angebot zu rechtlichem Austrag anzunehmen und entgegen dem ihm schuldigen Gehorsam begangen hätten. So hat der Pfgf. die in der fürsehung des Stifts zu Mainz gegen den entsetzten (Diether) von Isenburg ausgegangenen päpstlichen Bullen, den Bann und die ksl. Gebote1 mißachtet, das Kurfürstentum der Pfalzgrafschaft bei Rhein unrechtmäßig gebraucht und die dem Pfgf. Philipp bei Rhein gehörenden erblichen Würden und Gerechtigkeiten entfremdet2 sowie etliche Bürger der Stadt Amberg ohne gebührliche Rechte und Urteile töten lassen3, während Hz. Ludwig gegen Bf. Johann (III.) von Eichstätt, die Reichsstädte Donauwörth und Dinkelsbühl4 und andere unns(er)n erblichen furstenthumben und lannden vorgegangen sei. K. F. gebietet Hz. Wilhelm unter Hinweis auf die Übertragung der Hauptmannschaft an Mgf. Albrecht von Brandenburg, Mgf. Karl (I.) von Baden und die Gff. Eberhard (V.) und Ulrich (V.) von Württemberg5, bei seinen Pflichten und dem Verlust aller Privilegien und Rechte, die er von den römischen Kaisern und Kgg. erworben hat, bei einer an die ksl. Kammer zu entrichtenden Strafe von 1000 Mark Gold und bei seiner und des Reiches Acht und Aberacht, den Hauptleuten auf Erfordern unverzüglich und auf das stärkste gerüstet zuzuziehen und ihnen an seiner Statt gehorsam zu sein, um Pfgf. Friedrich, Hz. Ludwig und deren Anhänger zu bestrafen, und hebt alle dem entgegenstehende Freiheiten, Einungen etc. auf.

Originaldatierung:
Am mittich vor dem heiligen auffarttag.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.i.i.c. - KVv: Hertzog Wilhelm zu Sachss(e)n (oberer Blattrand).

Überlieferung/Literatur

Org. im Thür. HStA Weimar (Sign. Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg. C n. 511, Bl. 4), Pap., rotes S 18 rücks. aufgedrückt.

Vgl. das Regest auf Grundlage des an den Herzog von Liegnitz ergangenen gleichlautenden Mandats sowie das Verzeichnis derjenigen Fürsten, Gff., Herren und Städte, an die ebenfalls ein solches Mandat erging, bei Bachmann, Briefe und Acten n. 314f. Lit.: Bachmann, Reichsgeschichte 1 S. 281f.

Anmerkungen

  1. 1Dies bezieht sich auf die Haltung Friedrichs I. in der Mainzer Stiftsfehde, vgl. Menzel, Diether von Isenburg S. 150-175 sowie unsere H. 10 n. 206, n. 207, n. 208, n. 209, n. 210, n. 211, n. 212.
  2. 2Die sogenannte Arrogation von 1451, durch die Friedrich I. mit Zustimmung der pfälzischen Notabeln an Stelle seines Neffen Philipp die Pfälzer Kurwürde übernahm, vgl. Rolf, Kurpfalz S. 32-43.
  3. 3Im Februar 1454 ließ Friedrich I. die Stadt Amberg, die die Arrogation nicht anerkennen wollte, erobern und fünf Ratsmitglieder hinrichten, vgl. Häusser, Geschichte der Pfalz 1 S. 339-342.
  4. 4Vgl. H. 10 n. 176.
  5. 5Die Ernennung zu Hauptleuten erfolgte für Albrecht und Ulrich am 15. Juli 1461 ( H. 10 n. 199), für Karl am 16. Juli 1461 und für Eberhard am 17. März 1462, vgl. dazu Krimm, Baden und Habsburg S. 143-145.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 10 n. 228, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1462-05-26_1_0_13_10_0_13188_228
(Abgerufen am 28.11.2020).