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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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Zwey Briefe Erzherzogs Albrechts und K. Friedrichs.

a)

"Antwurt Hertzogs Albrechts. Dem allerdurchleuchtigisten fürsten und herrn herrn Fridreichen Römischen kaiser, hertzogen von Österreich, Steyr, Kernndten und Krain etc. lass ich Albrecht ertzhertzog ze Österreich, ze Steyr, ze Kernden und ze Krain etc. wissen, als ir in ewren schreiben mit yetz getan verswenttung meins guts antziehet, wais menigklich wol, welher sein gut under uns unlöblicher verswennt hat, auch wie ich wider den friden zu Nuremburg beslossen, ee das wachs an dem fridbrief erkaltent sey verbrochen solt haben, ist da ain warmer sumer gewesen, deshalb das wachs langksam erkaltet, aber ainn hab ich in meiner venkhnuss, der wirdet zu seinn zeitten wol sagen wer denselben friden zu Nuremberg beslossen verbrochen hat, desgleich das hailig haimlich gericht desselben gerichts ir nichts genoss seit, dadurch ich ewch kain gepurlich antwurt darauf geben mag. Wolt ir aber mainen aynicherlay oberkhait in denselben gerichten ze haben, so mugt ir ewch wissennd machen, alsdann ainem yeden Römischen kunig und kayser von pillichkait und herkommen desselben rechtn wol zugehört, alsdann bin ich willig für ewch als obristen richter derselben gericht und gemain wissennd kurfürsten und fürsten des heiligen reichs ze kommen, und da nach innhalt meins vorigen schreiben ausfündig ze machen, was ain tail dem anndern schuldig und phlichtig sey, zetun, und vil annder swer beschuldigung nach innhalt desselben ewrs schreibens an derselben ewr beschuldigung meins glimpfens mir unrecht beschiecht, und wolt gern daz ir ewch selbs und mich des vertruegt und ewr verhanndlung untzher wol verantwurten hiet mugen. Mag meniklich wol versteen, daz ir nachdem und ir recht und fürkommn nicht erleiden mugt, und alle zimlich und billich weeg fliehet, euch mit ewrn geschrifften bedeckhen, und mich ab dem weeg der gerechtigkheit, und aus der bericht zwischen uns zu Kornnewnnburg beshehen gern für wolt, das doch meiner maynung nicht ist, noch hinfur sein sol und erpewt mich noch heut mit ewch für die fürsten ... und stete in dem nächsten meinem schreiben begriffen zukomen und in dem form derselben meiner geschrifft mit recht erkennen lassen, ob an euch oder an mur abganng gewesen sey, dadurch die richtung zu Kornnewnnburg geschehen nicht volstreckht ist, wirdet sich dann erfinden, daz meinthalben mangl gewesen, dadurch die nicht voltzogen ist, als ich nicht hoffe, so erpewt ich mich darumb genugsam wanndl und kerung nach derselben erkantnuss zetun, erfunde sich aber, daz nicht meinnthalben sunder ewrnhalben der bericht nicht nachganngen were, so beschech mir sovil herwider. Ob ir aber solch billich bote nicht zu verstähen vermainet, das doch gar unzimlich und unbillich were, damit dann menigklich versteen mug, daz ich ye zu frid und gemach albeg genaigt gewesen und noch bin. Nachdem dann ir die irrung unserr veraynigung daraufsetzet und vermaynt, was ich euch abgedrungen solt haben, ewch abzetreten und darnach zu rechtlichem austrag mit mir zekommen, ich aber vermayne, nachdem und die bericht zu Kornnewnburg ausweist, wem dieselben sloss und güter beleiben sullen, das billich vor erleutert werde, an wem der mangl deshalb gewesen sey, dadurch die bericht datzumal nicht volstreckht ist worden, und ob der nicht noch billich nachganngen werde, so wil ich mit ewch noch nach innhalt der vorigen meiner geschrifft fürkomen und rechtlich als recht ist erkennen lassen, ob ewrm oder meinem erbieten billicher nachgeganngen werde, dabey aber menigklich wol versteen mag, daz ich mich ye aller der weeg, die zu des heiligen reichs gemach und aynigkhait gedienn möchten gern fleissen wolt, und getraw ir sullt solch gütlich aufrechtlich billich und cristennlich weeg von mir aufnemen, und mich und die meinen darüber nicht verrer vergweltigen, damit ich nicht weitter gedrungen werd mich mit hilff aller der so ich dartzu bewegen mag der notwer zugeprauchen und ewrs unrechtlichen gewalts zu erwern, und getraw der almechtig got wo ir solch erber mein erbieten nicht aufnemet, des ich doch nicht hoff, werde der gerechtigkhait beygesteen und mich vor ewrm frevennlichen gewalt beschermen, als sein gotliche parmhertzigkhait krannkhes here hoch gewalt offt uberwynnden hat lassen. Geben zu Wyenn am mitichen vor sand Pangretzntag anno domini etc. Sexagesimo tertio." -

b)

"Antwort Kaiser Fridrichs an Herzog Albrechten. Wir Fridreich lassen dich den hochgebornen Albrechten hertzogen von Österreich wissen, als du uns yetz auf unser schreyben dir am nagsten ettlicher beswernuss und befrembdnuss halben so wir ze dir haben geantwurt hast, mit ettwevil groben und unpillichen worten haben wir vernomen, und als du von erste antzeuchst wie du all den tag durch uns hoch und vast gedrungen seist und doch unnser wirdigkhait in deinen worten und schreiben albeg geschont habst, wolten wir gern, du hiettest unser mit den werchen auch geschont, als dann pillich gewesen wer, aber als du ertzelest menig teding und verschreibung dawider wir dich gedrungen sulln haben nemlich daz du uns dein veterlich erb wider got natürlich und geschriben recht und herkomen unserr vorvordern fürsten von Osterreich ingelassen habest, nun ist wol wissennd was wir dir vortails gen dem so wir innhaben mit den obern lannden der wir uns dann gen dir darumb entslagen auch entrichtung und betzalung grosser und merklicher summ gulden silbergeschirr und beraits goldes ettwoofft beschechen und von bruderlicher frewnntschafft mer getan haben dann pillich gewesen wer; dann als du meldest annder anfell gerhabschafft und erbschafft mit namen unsers fürstentumbs Österreich auch den Cilischen anfall und geltschuld nach innhalt der verschreibung zwischen unser ausganngen, dawider wir dich in menigen stuckhen gedrungen sulln haben. Nu wissen wir kainerlay teding noch geschrifft der unnsers tails nicht nachganngen sey auch kain unpillich dringnuss so wir dir getan sulln haben sunder was durch uns gen dir fürgenomen ist haben wir auf dein wesen und verswenntung so du von jugent auf getan hast betrachtet, als wir unserm löblichen hauss Österreich wol schuldig gewesen seinn, unnd nach den gnaden, freyhaiten und privilegi desselben unsers haws Österreich damit das nicht zertrennt sunder beyainannder gehalten und nicht also verswennt und verkimmert wurde, getan und pillich rechtlich und aufrichttigklich gehanndelt, und dennoch mer wan wir dir schuldig gewesen sein ze tun. Hietest du auch mit verenndrung derselben obern lannd nicht also untewglich gehanndelt sunder das bemelt gold silbergeschirr und gelt nutzlich angelegt, so hiettest du nu daran als svil oder mer als wir oder unser vetter hertzog Sigmund yeder seins tails hat. Und als du mainest wider dein brief und sigl wider uns nicht gehanndelt ze haben, noch dich dieselben zepinden, waist du wol daz der kaine ausserhalb deins willen sunder auf dein begern und haimsuchung mit zeitigem rat der deinn ausgangen seinn, als dann die bemeltn brief lautter innhalten und ausweisn. Dann von des hanndels wegen so du an ettlichen unsern burgern zu Wyenn und annern begangen wider das daz du uns dein regalia aufgesagt und die nicht wider emphanngen hast, und mainest wie du in allen dein bewarungen und aufsagen betzeugt habst wider des heiligen reichs fürsten, graven, herren, ritter, knecht und stet nicht ze sein, sunder des heiligen reichs getrewer fürst zubeleiben, ist menigklich wol wissend, ob du unser person mit der kaiserlichen wirdigkhait von uns als fursten von Österreich getailln mugest oder nicht, du hast auch in deinem aufsagen solch regalia wol bedacht daz das nicht gesein mag, wan als du fürgibst der hanndel uns als fürsten von Österreich und nicht als Römischer kaiser beruret, so waist du wol daz du solch regalia von uns nicht als fürsten von Osterreich, sunder als Römischen kayser hast gehabt dadurch nicht not gewesen wer uns die aufzesagen als Römischen kaiser soverr die kaiserlich wirdigkhait von uns als fürsten von Österreich geschaiden mocht werden. Als du dann uns des ayds dem heiligen reich getan ermonest, und maynest dich und annder fürsten im reich dein frewnt durch uns vergweltigt ze sein, solchs wirdet sich anzweifel nymmer in warhait erfinden, du hietest auch nicht bedorfft, dir der anndern fursten halben khainerlay schämung zutzetziehen wan auf den tegen zu Nurenberg und Regensburg gehalten wol gehört ist, ob wir der kryeg oben im reich ursach und anfanng oder mer mutwiller derselben krieg gewesen sey und uns da zu allem pillichen und rechtlichen unvertzogen austrag der sachen durch die unsern albeg erboten haben und uns also gehalten, dass du unsern aid, dem heiligen reich getan, nicht bedorfft antzetziehen, wie du aber deinn aid unserer person getan gehalten hast, ist unverprogen und wolten wir wol gunnen, du hietest den gehalten als du uns auch dirselbs wol schuldig werest."

Chmel n. 3991

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-122, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1463-05-11_1_0_13_0_1_121_CA122
(Abgerufen am 23.06.2018).