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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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Fragment der Landtags-Verhandlungen zu Tuln im September 1463.

I.

Item von erst ist furgenomen durch aynigung bayder herrn und auch durch befridung und gemains nutz willn des lannds ze Österreich, das sich verwilligt habn dy vier stannd des lannds ain aufslag ze thuen also das ain yeder prelat, graff, herrn, ritter und knecht, und die vonn stetn mit allen yern lewtn daran sein, die die yern von allen yern erbguetern, wo sy dy habn mit sambt der varundn hab, und so vil ainer des hat, albeg von czainczik pfund pfenning wert gebn sol ain pfund pfenning, und das sullen dise herrn den viern, so aws den vier stenndn zu einemen derselbn steur darzue geordent werdn geantburtt, desgeleichen sullen auch die vonn stetn von allem yerm erb und guetern auch gebn von czwainzik pfund pfenning werdt ain pfundt pfenning und das sol also in yeder stat mit wissen ains burgermaisters und des rats eingenomen, und auch denselbn herrn, so darzue geordent sein, alsdann geanttburtt werdn getreulich. Item desgeleichen sulln auch all orden und laypriesterschaft in was stanndt und wesen die sein, yer lautt gebn sulln auch von czwainzik pfund pfenning werd ain pfund pfenning. Item desgeleichen allen retn sol auch angeslagn werdn auf yer erb und gueter, von czwainczig pfund pfenning ain pfund pfenning. Item desgeleichen sulln auch all spital lewt und holdn von allen yerm erbn und varund gueter gebn, werd von czwainczik pf. pfenning werdt ain pf. pfen. Item was pfarrer und altaristen sein, die sulln gebn den drittn tayl ier absencz es sein geistlich oder weltlich lehenschaft, und arumb sol unnser herr von Passaw mitsambt seinem official und techant schaffen die anzeschlahn einzebringn, und alsdann den herrn dye anttburtt so der steureinemer geordent werdn, welich alteristn aber nicht absentz habn die sulln nach yerm vermugn und rat der anslaher gebn. Item all dientt priester sullen gebn von ierm iarsold den vierdn tayl. Item all in lewt in merchtn dörffern sein die nicht erbguet habn die sulln gebn von czwainczik pfundt pfen. weret ain pfundt pfenning. Item allen kawfflewtn und legerherrn so inn stetn und mercktn lign und gewin aufhebn, sulln auch gebn yeder nach seinem hanndl darnach sein kaufmanschaft ist von XX pf. pfen. ain pf. pfen. Item all bestenttner dy do wein oder traydzehent bestend, und in stetn merckt und dorffer fuern, die sulln auch gebn von XX pf. pfen. ain pf. pfen. Item das all gest dy holdn und gest im lanndt habn, die selbn yer lewtt sullen gebn von allen yern erbguetern, es sein merckt, dörffer, hoff, holdn, hewser, weingartn, zehent, purckrecht, aygn oder grunnt dinst albeg von czwainczik pfund pfenning ain pf. pfen. Item darauff sulln in yedweders viertayl geordent werdn, die steur anzeslahn und einzebringen, die darumb wissn und sich darumb erchennen sullen, umb der gest gueter solh obgenant steur all antburtn den so von den vier stenndn die eynzenemen darzue geordent sein. Item ain yeder pauknecht der sold hat der sol an seinem jarsold gebn den viertn tayl, darob sol ain yeglicher hrr sein, das die stewr von den knechtn einbracht werd, und die mit yerer steur antburttn. Item das sich auch die furstn verschreibn das sy mit gewaltiger hant noch sunst in die steur nicht greiffen noch das schaffen ze thun.

II.

Antburt unnsers genadign herrn des Ro. k. rett und nachpotn auf dy artikl der lantschaft unnserm herrn dem legatn, und anndern undertädingern ubergebn. Von erst ist der rat unnser allergenadigistn herrn des Ro. k. fürnemen das sein k. gn. zu dem so sein genad under der Enns entwert ist, widerung lediklich und an irrung komen. Und als dy lantschaft begert die absag hinaus ze gebn auch all ungenad und veintschaft, so sich in den krieglewffn begebn habn ab ze thuen und vallen ze lassen, nach lautt des angebn artikels darinn sol unnser allergenädigister herr des Romischn kayser halbn alsdann nicht mangl gefundn werdn, sunnderlich sein k. gn. wierdet sich darinn genadiklich haltn und das zu beschehn, und das sich die so sich wider sein k. gn. gesetzt habn hinfur widerung gegn sein k. gn. als wider iern herrn und lanndsfurstn schuldig sein. Von der neun anfeng wegn etc. wierdet sein k. gn. wolgevalln, das die abgetan und vernicht werdn, mit rat hillf und beystandt der lanntschaft. Dann von des haupman wegn von Merhern der hat ain sunndern krieg, nach dem und ettlich lanttlewt aus Osterreich hin in gen Merhern abgesagt, als wier vernomen habn, doch was sein k. gn. als herr und landsfurstn, mit den obgemeltn beystand darinn thun sol, wiert sein k. gn. willig. Dann von der neun aufsleg und mautt wegn wiert sein k. gn. wol gevalln, das die all was der vonn lanntlewtn und gestn ingenomen abgetan und vernicht und hinfür nicht genomen werdn. Von der hulldigung, schäczung und gefangn wegn, wiert es sein k. gn. bey den selbn artiklen besten lassen, und daran ain gevalln habn. Item von der abgedrungen abgewunnen und vergebn geslossern, sitz, ambtlewt, und gueter wegn, wiert es sein k. gn. auch dabey besten lassen, doch ob von den heyrign nutzn und fruchtn ichts ingenomen werdt inn den frid, das auch widergebn, oder nach ainem pillichem kerung dar an getan werdet in ainer zeit so darumb furgenomen wierdet. Item ob sich yemant des setzn wurdet, wie gegn denselbn gehanndelt sol werdn, wiert sein k. gn. gevallen, wie das derselbig artikl innhelt. Item von der bezalung wegn gestn oder lanndtlewtn wierdet sich aller unnser genadiger herr der kayser aufrichtiklich haltn und nach pillichem darinn hanndeln. Item von der ungewondlichen geltbrief wegn hat sein k. gn. solh brief nie gern gebn und wiert hinfuer das auch vermeydn. Item von der lehn und erbemter wegn, wierdet sein k. gn. darinn nach pillichem hanndeln, und das sich die denn also geleichen wierdet gegn sein k. gn. haltn und thuen, als sy sein genadn des schuldig sein. Item von des lanndsrechtn und marschalhn wegn wiert sein k. gn. thuen als sich sein k. gn. menigermal ze thuen verwilligt hat und die lantschaft mag yetz ain oder mer zu marschalhn und beysitzern furnemen sein k. gn. die urkundn daraus ze nemen, die seinen k. gn. landn und lewtn nutzlich sindt. Item von der schub wegn do wierdet sein genad an widertayl willn oder an mercklich ursach nit gebn. Item von der spruch wegn so ain landsfurst zu ainem landtman oder ain landtman zu den fuerstn hiet wierdet sein k. gn. gevalln das wierdet gehaltn und gehanndelt als von alter herkomen ist. Item von der munnss wegn, die hat sein k. gn. nie ringer, dann auf das alt chorn, und auf zal von erst gemunnset, des auch nyemants auswendign erlaubt, aber nach dem annder umbsasz und furstn, und annder yer munss geringert, und dadurch seiner k. gn. munss geschwecht und dew aus dem lanndt gefuert habn, die sein k. gn. ursach gebn dadurch sein k. gn. zu denselbn zeytn auch hab ringer gslahn und munssn lassen, damit sein k. gn. und lannt und lewtt nicht so grossen schadn litn, und nach dem solich mercklich irrung in dy munss chomen und gevalln ist, maintt sein k. gn. das das nicht fueglicher biderpracht wertt, dann das ain munss der ain halb pfund ain ain guldem geltn gemunsset, und die kauff und pfebert darnach gesetzt werdn, welln aber die lanntschaft die auf VI ß. habn wierdet sein k. gn. gevalln. Item von abstellung wegn der aufsleg und annderer neuung, wais meniklich wol, was nutz und rennt in dem furstntumb Osterreich ain lanndsfurst vor zeitn gehabt, und nutz ytz hat, das auch die so noch vorhanndn sein in dreytail gen, was auch mercklichs darlegens ainem lanndsfurstn, von krieg und widerwertikayt wegn so inner und ausserlannds und sunnder unnderhalb der Enns sein und das ze legn gepuern, auch auf sold, ret, diener, lantmarschalh meniger vodrung so ettlich lanntlewt und annder thuen und annder get, das alles ungeleich gegn einander zewegn ist, dadurch solich aufsleg sein k. gn. an rat und notturfft nicht furgenomen hat, und noch mercklich notturfft vorhanndn sein, darzue man solicher aufsleg bedarff, und der nicht geratn mag, so aber dy nutz und renntt widerumb in das furstentumb kamer dinn, oder annder fueglich weg, da von er solich aushaltung thuen mug, furgenomen werdtn, so ist sein k. gn. willig sich darinn ze haltn nach der lanntschaft ratt, so ist auch derselb aufslag nicht furgenomen ze nemen von den inwonern, sunndern den so aus dem lanndt fuern. Item von des lanndfridts wegn ist sein k. gn. willig den ze hant ze haldn mit der lanntschaft rat und beystanndt. Item von der judn und yers hanndels wegn, hat unnser herr der kayser nye im willn gehabt, die in das lannd wanhaft und heuslich ze setzn aber nach dem so sein k. gn. als Romischer kayser an seiner genadn hoff judn, haydn und allermeniklich zueflucht hat, und den darinn und daraus hanndeln gepuert, und es auch mit den kristen stet, ob sy mit in hanndeln welln oder nicht, puert sein k. gn. solh ab und zu zeytn nicht zu wern. Item von lehens wegn der lehen ist sein k. gn. auch willig und des sich dy lanntlewt widerumb gegen sein k. gn. gehorsamlich und also haltn als sy sein k. gn. schuldig sein und von der chanczley wegn, hab sein genad nye verstanndn, das yemantz mit seinem wissen beswertt sey wo das aber sein k. gn. verstanndn hiet und angelangt wär wolt sein genad das understandn habn, wurdet auch bestelln, sy guetlich und als von alter herkomen ist zehaltn. Item von der lantschaft genadn und freyhaytn wegn dabey wierdet sy sein k. gn. gern haltn, dann die ze bestettn wierdet sein k. gn. auch willig, was im darinn brieflich urchund furbracht werdn, und sein k. gn. pillich bestettn sol, und das sy solich gegen sein k. gn. gehorsamlich und also haltn, als sy des sein k. gn. als ierm herrn und lanndsfurstn schuldig sein. Item von der universitet zu Wienn wegn wiert sein k. gn. sy bey den genadn und freyhaitn, so sy von seiner genadn vorvordern habn gehabt, in auch yer universitet kreftiklich ze lassen volgn, als das sy sich gegn sein k. genadn auch gehorsamlich, und also haltn als sich gepurt. Item von der verschreibung wegn so ettlich lanttlewt von den furstn von Osterreich umb yer kamer guet main zu habn dy mugn solh verschreibung fur sein k. gn. bringn so wierdet sein k. gn. die horn und darinn gegn in nach rat seiner rett und lanndtlewt und pillichen hanndeln. Item von austendung sold wegn, wierdet sein genad willig was sein genadn seins tayls darinn gepuert sich haldn nach pillichem, hat auch er seins tayls vil entricht. Item von der freybrief wegn fur geltschuld, gibt sein k. gn. nicht gern solh freybrieff es sey dann redlich und mercklich ursach vorhanndn. Item von auffordrung und veldzug wegn, wierst sein k. gn. auch als bey sein vorvodern und von alter ist herkomen haltn, also das sy zu solhem notturftn sich auch haltn als yer vorvodern getan haben, und von alter herkomen ist. Item von der besatzung wegn der pfleg, regierung und annderer im lanndt wierdet sein genad mit tauglichen personen besetzn als von alter ist herkomen. Item von haltung wegn der lanndtlewt an meyttn und zolln wierdet sein k. gn. sy haltn als von alter ist herkomen. Item von fuerung wegn der fremdn wein in das landt wierdet sein k. gn. gevalln, das es auch domit gehaltn wert als es von alter herkomen ist.

III.

Item von des lanndtfridtz wegn lassen es sy lanntleyt besten bey yerm furnemen und der anntburtt unnsers herrn des k. rett. Item von der judn lassen es dy lantley besten bey unnsers herrn des k. rett anntburtt doch also das dy jadn in das lanndt Osterreich nicht gesetzt werdn auch kaynerlay hanndlung gebertz dar inn mit nyemantz treibn. Item von der lehn und kanczley wegn, lassen es sy lantlewt bey unnsers herrn des k. rett antburtt besten, und so in also genadiklich gelihn und gehaltn werdt, was sy dann widerumb sein k. gn. schuldig sein, sein sy willig ze thun, als von alter herkomen ist. Item von der lantschaft genadn und freyhayt wegn, lassen es dy lanndtlewt auch besten pey der verwilligung unnsers herrn des k. rett, und der lantschaft furnemen des artikls halb. Item von der hohn schuel wegn, lassen es dy lantlewt bey ierm artikl besten. Item von der verschreibung der lantlewt so sy auf das kamer guett der furstn habn, lassen es dy lantlewt bey unnsers herrn des k. rett antburtt besten, doch das sy daran von lantrecht nicht gedrungn werdn. Item von des ausstendn solds wegn lassen es dy lantlewt sten bey der antburtt unnsers herrn des k. rett. Item von der freybrieff fur geltschuld lassen es dy lantlewt besten bey ierm furnemen. Item von der auffodrung, setzung und beschatzung wegn der pfleger lassen es dy lantlewt besten bey der antburtt unnsers herrn des k. rett. Item von der haltung wegn der lantlewt an meyttn und zolln und fuerung wegn der frombdn wein in das lanndt lassen es dy lantlewt besten bey der antburtt unnsers herrn des k. rett. Item von der stet und gewaltig anlehn wegn lassen es dy lantlewt besten bey unnsers herrn des k. rett antburtt und ierm furnemen iers artikls etc. etc. IV. Item ist auch furgenomen, das die vier so zu der steur geordent sein nichtz damit hanndeln noch furnemen sulln, an der vier steendt willen und wissen. Item von der steur ain solh gelt genomen werde, damit man nach der solldner abschied czway hunndert pfert auf ain zeit zum minstn ain viertal iar zu des lannds befridung gehaltn und gesolldnen muge. Item das die bezahlung der steur bezalt und geantburtt werde den eynemern gein sand Poltn czwischn hie und der heilign drey kunigtag. Von des aufslag wegn. Item das alain von den wein die aus dem lanndt gefuert werdn an ainer stat im lanndt es sey niderhalb oder ob der Enns genomen werdt von ainem fueder ain pfundt pfenning, und von ainem dreyling sechs schilling pfenning. Und das der aufslag sechs jar nagst nacheinander volgund genomen werde und nicht lennger also ist es zu Kornnewnburg bey dem grossn lanndtag von der lanndtschafft nachgebn. Item von stunndan hat unser herr der Romisch kaiser etc. dem kunig von Behem Jarzigkn halbn aufslag zenemen nebn sein g. vergunnt der dann zu Kornnewnburg durch den lanngn Jorgn und zu Stain durch Jobsten von der Wisen genom wurd."

Chmel n. 4026

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-124, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1463-00-00_1_0_13_0_1_123_CA124
(Abgerufen am 20.02.2018).