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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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Friedensvermittlung des Herzogs Ludwig von Baiern, Pfalzgrafen bei Rhein, zwischen den Eidgenossen und dem Herzog Sigmund von Oesterreich.

"Wir Ludwig von gottes gnaden pfalltzgrave bey Rein, hertzoge in nidern und obern Bairn etc. tun kund mit disem briefe. Als sich zwischen dem hochgeborn fürsten unnserm lieben oheim hern Sigmunden hertzogen zu Österrich etc. an ainem und den fürsichtigen weisen burgermaister schultheissen amman räten und gemeinden der steten und lännder Zürch, Pern, Lutzern, Ure, Switz, Underwallden, ob und nid dem Kernwald Zug und das usser ambt so zu Zug gehört Glarus, Solitorn, Schafhusen, Sandtgalln, Friburg im Öchtlannde, Appenzell und anndern so in gewont sind, des andern tails krieg erhebt hatten und durch den erwirdigen unsern lieben frunde, hern Johannsen bischoven zu Basl in beywesen des erwirdigen unnsers lieben frunds hern Hainrichs bischoven zu Cosstentz, auch ettlicher unnsrer räte, auch der stet Basel und Costentz ratsboten ein fride bis auf den heiligen pfingstag negstvergangn beteidingt und gemacht ist gewest. Dazwischen ettlich slos, stet, lannde und lut hiedisshalb des gepirgs des Arlen und des Feern so dem genantn unserm oheim herczog Sigmundn zugehört haben zu hannde und gewallt des hochgeborn fürsten unnsers lieben swagers ertzhertzog Albrechts von Österrich etc. kumen sind und ein fruntlicher tag zwischen obgenantn beden parthien vor dem genantn hern Johannsen bischofen zu Basel in beywesen hern Hainrichs bischofen zu Costentz, und des hochgeborn fürsten unnsers lieben vetters hern Fridrichs pfalltzgrafn bei Rein, hertzogn in Bairn, des heiligen Römischen reichs ertzdrugsessn und curfürsten ettlicher räte und der stet Basel und Costentz erber ratzbotn angefangn was zu laisten und zu hallten. Das wir als ein liebhaber des fridens uns persondlich zu den sachen gefuget die zu unsern hanndn genomen und den genantn friden auf unnsers lieben herrn fronleichnams negst erlenngert haben, umb das wir dester bequemlicher zwischen den partheien und in den sachen in dem friden beteidingen möchten, darnach haben wir furtter zwischn dem genantn unserm swager ertzhertzog Albrechten in seinem und unnsers oheims hertzog Sigmunds namen des vollen gewalt der ytzgenant unnser swager hat, und den gemellten aydgenossen, stetn, länndern und gemeinden mit ernst und vleis gesucht und mit beder parthien wissen und willen diss nachgeschriben puntt und artikel abgeredt und beslossen. Des ersten das zwischen denselbn baiden parthien und allen den irn geistlichn und welltlichn in welher gestallt und wesen zu disen kriegen und sachen die hafat verdacht oder gewont sind nymand ausgeschaiden ein aufrechter guter und redlicher getrewer fride gehallten und volzogen werden, der auf hut dato diss briefs anfahen und funfzehen ganntzer jar nach disem tag datum diss briefs negst aneinander komend und nemlich bis auf sannd Johannstag zu Sunnebenden der des jars, als man von gottes geburde zelen wirdet tausent vierhundert sibenzig und sechs jare bis zu der sonnen undergang wern und besteen sol, also das yetweder tail noch ymand der zu inen gehafft, gewont oder verdacht ist, weder von ir selbs noch ymands annders sach wergen in kain weis den anndern nit beschedigen, angreiffen noch bekriegen sol. Und umb das solich krieg und zwitrecht zwischen den parthien gantz gericht und hingelegt werden möge, wenn wir dann in dem obgenantn zeite diss fridens einen geraumen fruntlichn unverbunden tag den wir den parthien gein Costentz in die stat setzn und verkünden, so sullen die genantn parthien zu solhem tag mit vollem gewallt kumen, und den vor dem benantn unserm lieben vettern dem pfalltzgraven, auch unser oder unnser yetweders räten und deen, die wir oder unnser räte zu uns oder ine ziehen werden leisten und die sachen mit ernstlichm vleis fürnemen und versuchn, ob die in ewig und bestentlich richtung und einikait gestellt und gebracht möge werden, und ob es not sein wurde furter gütlich täg daran ze setzn und zu halltn, dem sulln bed parthien auch gutlichen on intrag nachkumen und solh tag zu Costentz suchen. Es sullen auch all gefanngn auf baiden tailn irer gevenknuss auf ein gewondlich urfehde gantz und gar on entgelltnuss ledig und loss gezallt und ein beschaiden aczgellt von in genomen werdn, dann alle brandtschatzung und schatzung was der von beden tailen noch unbezallt aussteen, sullen hinfür disen friden aus unbezallt austan und kain tail vom anndern, noch die so darumben purg oder hafft sind, desshalb solhen friden aus nit angevordert noch bekumert werden in kain weise. Was aber sunst ymand dem andern auf beden parthien zins, nutz, güllt, rännt oder gichtigen schulden schuldig und verbunden ist, die in disen negstvergangn kriegen nit aufgebt sind sol yglicher dem anndern erberlich ausrichtn und bezaln, oder der schuldner des anverordrers willen darinnen beheben. Doch sol kain tail den anndern verhefften noch verbieten, dann den rechten gellter oder purgen, der im darumb gelobt und verhaissen hat, und auch nymand den anndern mit kainerlai frömden gerichten, geistlichen noch welltlichn umb kain gelltschullde bekümern noch umbtreiben, sunder yetwedre parthei von der anndern recht nemen und geben in den gerichten da der ansprechig sitzt und dahin er gehört, da man im auch unverzogenlich des rechtens gestattn und behollfen sein sol on alle geverde. Item die aindliftausent gulldein so die von Pern an unnser swager und oheim vorgenant von der von Lauffenberg wegn vordern sullen disen friden aus auch unbezallt anstan, doch yetweder parthey an irn rechten nach ausgang diss fridens unschedlich. Item von der von Rapperswil wegen, sullen alle die zins und schulde, so sy in unnser obgenantn swagers und oheims stetn lannden oder den irn schuldig sind ein gantz jar negst nach datum ditz briefs künftig unbezallt gutlichen ansteen, und sy noch die so darumben hafft oder verbundlich sind desshalb in demselbn jar nit bekümert noch fürgenomen werden. Ob aber die von Rapperswil die obgenantn unnser swäger und oheim umb ir ansprach fürnemen wollten, das sullen sy tun nach lautt des funfzigjärign friden, dessgleichn dieselbn unnser swager und oheim gegen ine auch tun mögen. Item Wigoleis Gradners ansprach sol in disem friden gantz ussgesetzt sind und aber sunst nit destmynnder der friden von beden tailn in allen punctn und artikeln gehallten werden. Und was yglicher tail bis auf datum diss briefs in disem negsten krieg dem anndern ingenomen zu seinen hannden und gewallt bracht hat, der sol den obgenantn friden aus dabei beleiben von dem andern tail unersucht und unbekumert, und ob diss krieg und sachen zwischen den parthien in zeit diss fridens nit gericht wurden, so sol dise berednuss baiden tailn nach ausgang des frides unvergriffen sein. Item von des gslos und güter wegn rittern, knechten, burgern und sundern personen in disem negstvergangen krieg ingenomen die sullen in der hannd und gewallt besteen und beleiben, die sy nuzemal innhannd bis zu dem gütlichn tagen, wurden dann auf denselben gutlichn tagen die spenn und zwitracht desshalb bericht, dabei sol es bestan. Beschähe aber des nit, so sol yederman an seinen rechten darinn unvergriffen sein. Wollte aber ymand sein ansprach disen frid aus nit lassen anstan, der mag die mit recht nach lautt des fünfzigjärigen fridens fürnemen. Item raub, name, todsleg, brand und wüstung von beden parthien in disem negstvergangn krieg bescheen sullen auch den friden aus ungeäfert bleiben anstan. Dann von der raubrey wegn sol ain tail des anndern veinde in irn lannden wissenlich nit enthallten hausen hofen noch hinschieben und einem yeden clager auf sein anruffen furderlichs rechten gestatt werden. Wäre auch das ymand in unnser obgenantn swager und oheims stete slos vesten ire lanndtgericht und gebiete kämen der die obgenantn aydgenossen oder die irn oder die so inen zugehörnd mit frömbden gerichtn ustreibn wollte, soballd das ine iren lanndvogten irn ambtleutn oder den irn zu wiissen getan wirdet, so sollent dieselben fürderlichen gewisset und darzu gehallten werden, das sy sich von inen lassent rechtz benügn an den steten da die ansprechign gesessen sind und hingehörnd, da sullent die obgenantn aydgenossen die irn und die zu in und den irn gehörnd ze geleicher weis hinwider tun ungeverlich. Es sollent auch gemain aidgenossen noch ymand under inen nymand zu burger landtman oder in irn schirm empfahen, der so der herschaft von Österrich oder den irn zugehörnd, er welle dann hewsslich bei in wonen, und was personen in der aidgenosschaft wonen werden die nachvollgund herrn hetten, wenn die herrn solhen personen nachvolgund, so sol auf ir anruffen unverzogenlich recht widerfarn und durch di aidgenossen gefurdert werdn. Desglich hinwiderumb sol es von unsern lieben swager und oheim und den irn auch gehalltn werdn. Dann von der von Winttertor wegn, wie es vormaln desshalb ist abgeredt worden dabei sol es hinfür beleiben und dem von baiden tailn nachgangn werdn. Und umb das diser fride und was obstat von beden tailn dester aufrechter und fruntlicher gehalltn und volbracht werde, so sullen und mugen baidtail und all die irn in und aus irn steten, lannden und gebieten fruntlich und gutlich zusamen und von einander wanndeln, auch ir kaufmanschatz und gewerbe unnder und gegeneinander treiben und fürn sicher leibs und guts auf wasser und lannde an allen ennden und steten wo es maniclichn von baiden parthien füget, doch yedem tail an seinen zölln und gelaittn unschedlich. Darzu sollen baidtail und all die irn einander failn kauf gebn und zugeen lassn in allen dingn disen friden aus. Und ob die benantn unnser lieb swager und oheim ir räte, diener, burger, undertan die irn und die so inen zu versprechn steend ainer oder mer zu den aidgenossen, irn burgern, lanndtleuten, aydtgenossen und denen so inen zu versprechn stannd ainem oder mer zu sprechn, die aydgenossen ir burger, lanndlut, aydgenossen die irn und die inen zu versprechn stannd widerumb spenn vordrung oder irrung gegen den vorgenantn unsern lieben swager oder oheim irn räten, dienern, burgern, undertanen und den so inen zu versprechn stannd ainem oder mer hetten oder gewönnen, da dann yetweder tail das zu tun gestattn, sunder das dieselben das zu einander mit recht nach innhallt des funfzigjarigen frides suchn und austragen, doch das die parthien gein Costentz oder gein Basel in der stetn aintwedre der clager bestimbt zu tagen komen söllen. Es sol auch yetwedre parthey der anndern ire stet, sloss, lannd und leut nit innemen noch zu irn hannden ziehen in kain weiss noch wege die weil diser frid weret. Des zu warm vessten urkunden haben wir hertzog Ludwig obgenant als ein teidingssman unnser insigel an disen brief tun henken. Und wir Albrecht von gottes gnaden ertzhertzog ze Österrich etc. bekennen das der fride und was davor geschriben stet, uns und unnsern lieben vettern hertzog Sigmundn von Österrich berürnd mit unnserm wissn und willn zugangn und bescheen sind, das wir bey unsern fürstlichn ern und wirdn für uns und in namen des ytzgenantn unnsers vettern des gewallt wir uns hirinne gebrauchn, geloben und versprechen ufrecht stät und vesst zu hallten und dawider kains wegs zutun haimlich noch offennlich on all geverde, des zu warhait wir unnser insigl auch an den brief haben tun henken. Und wir Rudolf von Camb burgermaister zu Zürch, und Hainrich Efinger des rates daselbs, von Bern Niclas von Scharnachtal ritter Caspar vom Stain alltschultheiss Ludwig Hetzl venner und Niclas von Diesspach, von Lutzern Hainrich von Hunwil schultheiss und Rudolf Schifman des rates daselbs, von Ure Johanns Punttiner lanndtamman, von Sweitz Ytal Redung landaman, von Underwallden Hanns Heintzli amman ob dem Wallde, von Zug Wernher Malltzach amman, von Glarus Wernher Abeli amman, von Schafhusen Hanns am Stad allt burgermaister, und Hainrich Partter des rates daselbs, von Santgalln Hanns Schurppfer vogt, Stoffel Wirt allt burgermaister, und Johanns Hachinger hofamman, von Friburg aus Uchtland Hanns Gambach schultheiss und Jacob Guderfin statschreiber daselbs, und von Appenzell Herman Zeydler amman und Ulrich Prager, als ratszbotn von unnsrer herren und frund gemainen aidgenossen und yglicher von seinen obrern zu der vorgenantn sachn gesanndt verichen und bekennen auch das der frid und was davor geschribn stet, dieselbn unnser herrn und frund gemain aydgenossen und yglichs obrern berürnd, mit unserm wissen und willen zugangn und bescheen sind, das alles und yglichs wir in irn und aller der so zu inen gewont sind, namen und von irn wegn als die des von in volln gewallt und empfelhnuss haben, bey unsern trewen ern und ayden geloben und versprechn stät aufrecht und vesst zu halltn und dawider kainswegs zu tun haimlich noch offennlich on all geverde, und des zu urkund haben wir Rudolf von Cham, burgermaister zu Zürch, Niclas von Scharnachtal ritter, Niclas von Diespach, Hainrich von Hinnwil, Rudolf Schifman, Johann Pinttiner, Ytal Redyng, Hanns Heintzli, Wernher Maltzach und Werner Abeli vorgenant unnser insigl von unser selbs und der anndern aller von ir bete wegen brestenhalb irer innsigl an disen brief gehenkt, das wir anndern obgenant bekennen also getan haben, und pindent uns in namen unnsrer herrn und oberern und unnser selbs darunder vesticlich in diesen brief der zwen geleich gemacht sind und yetwederm tail ainer geben ist. Zu Costentz auf Montag vor unnsers liebn herrn fronleichnamstag, nach Cristi geburde tausent vierhundert und im ainsundsechzigisten jaren."

Chmel n. 3878

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-111, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1461-06-01_1_0_13_0_1_111_CA111
(Abgerufen am 23.05.2019).