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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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Uebereinkunft Erzherzogs Albrechts mit Herzog Sigmund zur kräftigeren Führung des Krieges gegen die Eidgenossen.

"Wir Albrecht von gotes genaden ertzhertzog ze Österreich, ze Steyr, ze Kernden und ze Krain, grave ze Tyrol etc. und wir Sigmund von denselben genaden auch herczog und graff der vorgeschribn fürstenntumb, graffschafft und lannde bekennen und tun kunndt offenlich mit disem briefe allen den er fürkumpt, daz wir betrachtet und zu hertzn genomen haben solh swere lewff und anstöss so unsern lannden davor zu Swaben ennhalb des Arls und Verns menigveltickhlich und in sunnderhait von den aydtgenossen teglichen widerfarn und beschehen, darumb dann dieselben lannde bessers und fleyssigers auffsehenns bedurffen, dann untzher beschehen ist, und umb das und auch umb gemaynes nutz frids und gemachs willen unser obgerürtten lannde und lewtte ennhalb des Arlls und Verns, Wallen und Bodemseen. So haben wir uns bayd mit wolbedachtem mut zeyttigem ratt zusamen getan und uns geneinander verschriben und verpunnden veraynen, verpynnden und verschreyben uns auch wissennlich und in krafft des brieffs, als hernach volget und geschriben stett, dem ist also: Am ersten daz wir baid aneindner mit ganntzen und rechten bruderlichen trewen maynen haben und halten und wider einander in ungutten nicht sein, und zu dheiner vehde noch veintschafft durch dhainerlay sach willen geneinander unnser bayder leppttag lang nicht komen sullen noch wellen, als wir dann darumb zu bayden seytten leypplich gesworn haben. Und darauff und auch mit den nachgeschriben fürwortten. So haben wir hertzog Sigmund dem ytzgenannten ertzhertzog Allbrecht, unnserm lieben bruder all stett, slözzer und herschafften gegennden lannd und lewt, so dann ennhalb des Bodem und Wallenseen gelegen sind, wie wir dann die untzher von unser und der hochgeborn fürstin frawen Elienor geborn von Schotten, hertzogin ze Österreich etc. unser lieben gemahl wegen ynnengehebt übergegeben und im der abgetretten haben. Und wir ertzhertzog Albrecht haben auch solh obberürt lannd und lewt zu unnsern handn ingenomen und emphanngen, und sullen und wellen die getrewlichen regiern, innhaben und versorgen als sich wolgebürt nach unserm vermugen. Und nachdem zu menigermalen krieg und auffrur auferstannden sein, zwischen dem löblichen hawss Österreich und den aydtgenossen als unnsern erbveynden und sich solhs fürbazzer villeicht begeben wirdt. So sullen und wellen wir ertzhertzog Albrecht uns der annemen auff unser selbs kosten und darlegen, doch so sol uns hertzog Sigmund, unnser lieber bruder mit allen seinen lannden und lewtten, stetten und geslözzern, so er ennhalb des Arls hat, das ist mit der herschafft Veltkirch, Pludenntz, Newemburg, Bregenntz, auch Guttemberg zu solhem krieg auf sein kosten und darlegen in denselben sein lannden hilfflich und beigestenndig sein, und ob beschech, das der ytzgenannt hertzog Sigmund, unnser bruder in die obern lannd als die vorbegriffen sind icht hilff bedurffen wurde, die sullen und wellen wir ertzhertzog Allbrecht im tun mit unsern lannden und lewtten, und so bald unnser lewte solh oberlannd hertzog Sigmunden berürn, so sol er die in sein liferung und kosten nemen, doch so ist er in nicht schuldig schaden noch sold auszerichten noch zu geben. Und ist hertzog Sigmund uns ertzhertzog Allbrecht in die lannd, der er uns yetzund abgetretten hatt, unser regierung dhain hilf nicht schuldig noch phlichtig zu tun er tu dann das von guttem willen. Es ist auch betaydingt, ob beschech, das wir hertzog Sigmund icht lannd, lewt oder geslozzer, so an uns berürn, in solhem krieg der aydgenozzn, es wer mit dem swertt mit tayding oder sust in ander weg erobertte, die sullen uns an ertzhertzog Allbrechts unsers lieben bruders anspruch beleiben. Doch so sol unnser dhayner mit den aydtgenossen kain tayding frid bestannd oder richttung weder haymlich noch offenlich an des andern sunnder wissen gunst und guten willen aufnemen noch besliezzen angeverde. Item es ist auch beredt worden, das wir ertzhertzog Allbrecht die lannd in Swaben, als uns dann die von hertzog Sigmunden übergeantwurttet sind nicht verkauffen noch in ander hennde hingeben noch verenndern sullen an wissen, willen und gunst hertzog Sigmunds, es sey von grafschafften, herschafften, stetten und geslözzern, wie vorgemelt ist angeverlichn. Item ob beschech daz wir ertzhertzog Allbrecht mit tod abgiengen da got lanng vor sey an eelich leybserben, das sun weren oder ob wir leibserben liessen das sun weren und das die auch abgienngen an manlich leybserben, so sulln Hertzog Sigmundn oder ob er nicht were, sein eelich manlich leybserben für und für ob er die lassen wurde, alle lennder, herschafften, stette, geslösser und amptter, wie dann oben gemelt ist, und was wir oder unser mandlich leybserben der noch überkomen oder zu hannden bringen werden oder wurden, in welher mass das beschicht nicht davon ausgenomen, wider erblich an sy vallen, nachdem und hertzog Sigmund auff solh fürwort und vorbehalltunng uns ertzhertzog Allbrechtn die übergeben hat, an menickhlichs intrag und hindernuss alles getrewlich und ungevarlich. Und des zu warem urkunnd haben wir baid unnser innsigl wissennlich an den brief tun henngen, der zwenn in geleicher laut gemacht sind und yeglicher ainen hatt. Mitt urkunnd des briefs. Geben zu Innspruckg, an Montag nach dem pallmtag in der vasten. Nach Kristi gepurde im vierzehennhundert und dem ainsundsechtzigisten jare."


Chmel-Anhang n. CA-106

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-106, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1461-03-30_1_0_13_0_1_106_CA106
(Abgerufen am 20.02.2018).