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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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K. Friedrich lässt einen Streit der Stadt Regensburg mit einem Bürger daselbst durch Bevollmächtigte schlichten.

"Wir Friderich etc. bekennen etc. als spenn und zweyung gewesn sind zwischn den ersamen unsern und des richs liebn getruen camrer und rate der stat zu Regenspurg ains und Jorgn Frickinger burger daselbs des andern tails, darumb wir yglichn tail wider den andern unser kuniglich ladung fur uns zum rechten geschafft habn zugebn und ee nu einicher tail dem andern sein ladung geantwort hat habn wir furter geschafft mit baiden tailn, daz keiner dem andern sein ladung antwort, sonder sich eins tags miteinander vereynen solten fur uns zu komen, so woltn wir sy verhorn uber ir zwitrecht und denn versuchn, ob wir sy gutlich on recht miteinander mochten vereynen oder solhs durch unsern rate schaffn zu gescheen. Also sind fur uns komen der vorgenanten von Regenspurg erbere botschafft, nemlich Hanns von Frawnberg zu Brun hauptman und Erhart Reich burger daselbs und auch der vorgenant Frickinger solichm unserm gebott und begerung nachzukomen. Und wir habn an unserr stat bevolhn den edeln Johansen graven zu Schawmberg und Hansen von Neitperg unseren reten und liebn getruen, die vorgenant parthien in iren spruchn und vorderunge gegeneinander zu horn, die das getan und auch sy mit einander mit beider tail willn und wissen gutlich an recht vereynt und betragen haben in diser hienachgeschribn wise, also daz der obgenant Jorg Frickinger dem urtailbrief von Lucas Ingelsteter geschefftz wegen gesprochn genug tun sol nach innhalt derselbn urtail, auch ist beredt nur mit recht auf sein gut clagt und behabt hat und was mit recht verlorn und darnach verkaufft oder vergant ist nach der stat recht, daby sol das blibn, was er des aber mit bete in anders bringn oder erwerbn mag, das sol im erlaubt sein ongeverde. Darczu ist auch beret, wer auch zu disen zeitn auf sein gut clagt, dem sol er rechtens sein vor dem rate zu Regenspurg nach innhaltung seins purgerbrieves und was dann darczu recht gesprochn wirdet, daby sol das auch blibn. Es ist auch beredt, wer sprüch zu dem benanten Frickinger vermaint zu habn dem oder denselbn sol er rechtens sein vor dem benanten rate zu Regenspurg, aber nach innhalt seins burgerbriefs und des rechtens warten und gehorsam sein hiezwischn und dem nachstkumfttign Sand Jorgentag, alln den, die im zusprechn nach der stat recht, wer im aber in der bemeltn zeit also nicht zuspräch mit recht von dem oder denselbn sol er hinfur mussig und ledig sein, was der sind, die den von Regenspurg zugehornd und zu versprechen steend. Mer ist beret, das der obgenant Frickinger Lacasen Ingelsteter geschefftbrief hinder den rate zu Regenspurg legen sol, desselben briefs sulln sy im ein vidimus geben, ob er des begert. Wär aber das er des geschefftbriefs wurde bedurffn, den sullen sy im leihen, doch das er in darumb borgschafft tue, den in ainer benanten zeit on schadn wider zu antwortn, es sol auch der obgenant Frickinger den heyratbrief, der seinem weib zugehort und die brieve, die im weilent Peter der Portner zu getrewer hand gelihen hat alle des Pfollnkofers geschefftherrn unversert wider gebn und antwurten. Wär aber, das er dieselbn brief, die im der Portner gelihen hat behaltn wolt, so sol er des Pfollnkofers geschäfftherrn nach notdurfft oder nach erkanntnussz des rats zu Regenspurg nach allem fürbringn quiettieren. Auch ist beredt, daz der Frickinger die brief, die in des egenanten Ingelsteter haws funden werden, die im nicht zugehorend dem obgenanten rat zu Regenspurg auf ir quittung antwortn, damit das die verrer geantwort werdn, den sy zugehoren, auch habn wir berett, als Jorg Frickinger an urlaub des rats ausz der stat Regenspurg gerytn und nach irem ervordern zu in nicht komen, sunder aussen blibn und ungehorsam worden ist und sunderlich ettwas mutwilliger geschrifft in seinen santbriefen dem rat daselbs getan und zugesant hat, darumb sol derselb Frickinger hiezwischen und der heiligen drier kunigtag nachstkumfttig anverziehen fur den rat zu Regenspurg komen und sich in ir pesserung ergebn, doch also daz er seins leibs und lebens versichert sey, und ob sy zu lang woltn zurnen, so habn sich des die obgenanten Hans Frawnberger und Erhart Reich fur dieselben ir herrn zu Regenspurg gemechtigt, das daz auffhorn der pesserung an in besteen sol und in ausz der pessrung auf ainen slechten urfechtbrief nemen sullen angevärd. Auch als der obgenant Frickinger noch ettlich jar verschribn ist, burger zu Regenspurg zu sein nach innhalt seiner verschreibung dieselben jahr mag er das burger belibn oder nicht nach innhaltung seines burgerbrieves. Es ist auch berett umb dem pawmgarten mitsampt dem hewslin darynne gelegen auff dem grabn zu Regenspurg wann den der obgenant Frickinger verkauffn wil, so sol er den nyemand anders gebn, dann einem burger zu Regenspurg, darumb das er in derselbn statt burckfrid ligt. Auch so ist sunderlich berett, daz der obgenant Frickinger sein gut verkauffn oder verkummern mag, als vil im nott oder geföllig sei, doch solhs gelt darumb er des verkaufft zu rats hant zu Regenspurg zu legen uncz das er solichm geschefft urtailen gerichtsbrieve und ainem yeden, wer recht zu seinem gut behabt hat oder noch behabn wirdet, und wenn er redlich schuldig ist aussrichtung oder ein genogen getan hat, das er auch also tun sol, und der gegenwurtign beredung und tayding in alln vorgemeltn artickeln begriffn genczleich nachkomen und volfurn sol, hiezwischn und dem nachstkumfttign Sand Jorgentag an widerred und an alles verziehn inntrag und auszug getrulich und all arglist darynn ausgeschaidn. Tett er des aber alles nicht und die vorgemelt unser bericht und tayding zuprache und die in einem oder menigerm artickel uberfure und nicht genczleich steet hilte, alles das so vorgeschribn stet, das wissentlich gemacht wurde, so soll dann alles sein gut ligents und farundes, daz mit erbschafft heyrat oder wie das an in komen ist, und wo das gelegen ist und auch das gut, was er bei seinen kindern gen Straubing gegebn oder zu gebn furgenomen hat nichts ausgenomen den vorgenaten dem camrer und dem rate der statt zu Regenspurg umb all ir zuspruch vordrung und zu peen genczlich verfalln seyn und sollen und mogen sich des dann underwindn und damit tun und handeln nach allem irem willn wes sy verlust an desselbn Frickinger seiner hausfrawn und aller irer erbn und frunde und mennigklichs von irn wegn irrung und widersprechn. Mer ist beredt, wann Jorg Frickinger das alles in vorberurter masse volfurt hat, darnach sol und mag er mit allem gut, als vil des uber beleibt an irrung aller und iglicher vorgemeltn sache freylich handeln tun und lassn wie in belustet allenthalbn ungehindert trulich und ungeverlich. Des zu urkundt habn wir unsrer kuniglich maiestat insigl getuen hengken an disen briefe. Geben zu Wienn des nechsten freytags vor Sand Elizabethentag anno etc. xlvii., 8vo regni."

Chmel n. 2380

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-75, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1447-11-17_1_0_13_0_1_75_CA75
(Abgerufen am 06.07.2020).