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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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K. Friedrich erlaubt der Stadt Cölln, durch 5 Jahre mit Aechtern zu verkehren.

"Wir Fridrich etc. bekennen etc. wann die ersamen burgermaister und rate der stat zu Collen unsere und des reichs lieben getruen durch ir erber botschafft uns zu erkennen geben, wie sie mangerley grosse bekummernusse kost und beswerung leyden mussen von der vervolger wegen, die des richs achter und aberachter in derselben statt nachkomen und zu in gemeinlichen mer zuflucht haben, dann zu einichen andern umbgelegen steten und wiewol sy nu dem heiligen reich allzeit gerne gehorsam sein und solichn vervolgern nach altem herkomen derselbn statt rechts gerne gunnen woltn, so werd doch der kauffman durch soliche verfolgnus daselbst vertriben und gemeiner nucz derselbn stat vergencklich, dadurch geistlich und weltlich persone, der ein grosse samnung daselbs ist, von edeln gelerten innwenndigen und auswenndign leutten, sunderlich der hohenschul und universitet da daselbs versammlet ist ir leipnarung provanden essen speis und trancks entwert werden an alle schuld, also daz in solicher grosser gemain ettwe solichs gesprechen habln speis und getrancks newikeit und schad entsteen mocht dem heilign rich zu schadn, si haben uns auch erczellen lassen, wie die vorgenanten von Colln von solicher ir gehorsam wegn, die sie dem heilign reich bewisen, in den lanndn, die in der acht steen an schuld ouch aufgehalden und beschediget werdn, und habn uns vormals und yecz diemuticlich angeruffet sie darynne diemuticlichn zu besorgen. Wiewol wir nu billichen bestellen unsern urtailn nachzukomen und des richs undertan darczu zu halten, das des reichs achter vervolget werden, yedoch so gepurt uns das so bequemlich zu tun, das ander dadurch an schuld nit beschedigt werdn und gemainer nucz ainer solichn statt und gemain nit vergencklich werde. Nu habn wir betrachtet, das kaiser Sigmunds loblicher gedechtnuss unser vorfar am rich den egemeltn von Colln ettlich benant zeit in dem jare in allen sachn und hantierung gefreyet hat fur solich vervolgnuss nach lautt solicher privilegien daruber gegebn, auch das uns der erwirdig Dietrich erczbischoff zu Colln etc. unser lieber neve und kurfurste vormals und yetz diemuticlich angeruffet und andere unsere und des richs geistlich und weltlich kurfursten der undertan sich dann ausz der egenanten statt zu speisen pflegen uns auch geschribn und mit fleis gebeten habn die egenantn von Collen in solichen iren notdurfften gnediclich zu versehen, also haben wir angesehn kaiser Sigmunds genad den egenanten von Collen gegebn, auch unsrer kurfurstn und anderer fursten diemutige fleissige bete auch gemainen nucz einer solicher grosser gemain und sunderleich getrue und stete dinst, die die stat Collen unsern vorfarn am rich manigfalticlichn bewiset habn und uns und dem heiligen rich hinfur zutun willig sein, und habn darumb den burgermaistern rate burgern und ganczer gemain derselb stat Collen dise besunder gnad getan und sy gefryet, tun und frien sy mit wolbedachtem mute und guten rate unserer kurfursten und fursten als oben gemelt ist und Römischer kuniglicher macht, also daz sy nun hinfur zu allen zeitn offenbare ächter und aberächter, die yetz und in unsern und des reichs acht und aberacht sind, oder in kumfttign zeiten von Romischen kaisern und kunigen oder iren gerichten darinn koment oder gesprochen werdent, die essen speise und tranck derselbn stat zufuren und bringen mit iren dienern und gutern essen und trincken antreffend und berurende wol hausen hoven und bey in in irer statt vor menniclichem frey und bekummert enthalden und handeln lassen, und mit in in den vorgenanten stucken als essen speiss und tranck anrurende gemainschafft haben stat gelaitt fur mennicklich geben mogen und von solicher gemainschafft und gelaits wegen sulln die egemeltn von Colln in unser und des reichs ungnad nit fallen noch bekummert oder angesprechig gemacht werden durch dheinerlay brief oder mandat von dem reich nu ausgegangn, oder die hinfur ausgeen mochtn, die den von Kolln unschedlich sein sollen, doch also das solichs den parthien, die yetz in dem rechten mit angefangnen bekummern und beswerung durch acht oder aberacht villicht hangen an irem rechten unschedlich sey. Wir nemen auch hirynne insunderhait auss, daz die obgemeltn von Colln in allen andern sachn und handlungn, die nit essen speise und tranck antreffent mit solichn achtern und oberachtern kein gemainschafft oder hantyrung durch sich selbs oder ander haimlich oder offenbar haben, sunder einen iglichen wider dieselben als offt sie darumb angeruffet und ermonet werden seins rechten in irer statt gunnen, in das furderlich widerfarn lassen und darczu hilfflich sein sulln. Und dise unsere gnad und freyhait sol krefftig und werhafft sein anzuheben auf Sand Marteinstag nechstkumfftig und darnach funff gancz jar nach datum disz brieves nachst nacheinander volgende, und wir gebietn darumb alln und igleichn furstn geistlichn und werntlichn etc. ... cum pena xxx marcarum auri. ... Mit urkunt disz briefs sub maiestate. ... Geben zu Wienn in die Egidii anno etc. xlvii., regni octavo."

Chmel n. 2312

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-72, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1447-09-01_1_0_13_0_1_72_CA72
(Abgerufen am 24.02.2018).