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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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Bestätigung einer Uebereinkunft der Herzoge von Sachsen.

"Wir Fridreich etc. bekennen etc. daz der hochgeborn Fridreich herczog ze Sassen des heiligen Romischen reichs erczmarschalk lanntgraf in Doringen und marggrave zu Missen unser lieber swager und kurfurst seine erbere botschafft zu uns getan und uns hat furbringn lassen ein berednuss und schidungsbrief des erwirdigen Fridrichs erczbischoves zu Magdeburg und der hochgebornen Fridreichs marggraven zu Brandemburg des heilign richs erczcamrer und burggraven zu Nuremberg kurfursten und Ludwigen lanntgravens zu Hessen unser lieben oheim fursten und andechtigen solichen entschid sy zu Hall als von ainer teylung wegen irer lannd und lewtt, darumb sy dann dahin komen waren zwischen dem egenanten unserm lieben swager herczog Fridrichn und dem hochgebornen Wilhelmen auch herczogn zu Sassen lanndgraven in Doringen und marggraven zu Meissen unserm lieben oheim und fursten seinem bruder gemacht beslossen und mit irer aller insigeln versigelt haben und derselb unser swager hat uns diemuticlich bittn lassen im solich entschidung durch bruderlicher aynung willen dester vesticlicher zu behalden gnediclich zu confirmieren zu bevestnen und zu bestettign, derselb entschidbrief hernach von wort zu wort geschribn steet und also lauttet: Von gotes genaden wir Fridreich erczbischoff zu Magdeburg, Fridreich marggraf zu Brandemburg des heiligen Römischen reichs erczcamrer und burggraf zu Nuremberg und Ludwig lanntgraf zu Hessen bekennen offennlich mit disem brieve fur allermeniglich, die in sehen horen oder lesn. So als die hochgebornen fürsten unser lieben oheimen und swegere her Fridrich und her Wilhelm gebruder herczogen zu Sachsen lantgrafn zu Doringen und marggrafn zu Missen von ainer tailung wegen irer lannd und lute zu tagen und teydingen sein komen, sich auch vereyniget und vertragen haben, das der obgenant unser lieber swager und oheim herczog Wilhelm getailt und herczog Fridreich gewelt had von solicher obgenanten tailunge und wale wegen sie furder in teidinge und zwitrecht komen sein und soliche sache uf uns als irer beider frunde gesaczt haben zu schaiden darauff dann ain tag gen Halle uff datum dises briefs gemacht ist, darczu auch wir und der obgenanten unser liebn oheimen und swegere lanntschafft sein komen mit derselben lanntschafft hilff wir uns getrulich versucht und bearbait haben, und sovil fliesz darinn getan, das wir mit der genanten unser lieben oheimen und sweger baidersyt willn und wissen zwischen in berett und betaidingt und sie umb solhe ire sachen und geprechen vereyniget und gescheidn haben vereynigen und scheiden sie darumb inmassen hirnachgeschriben steet, also daz der obgenant unser oheim und swager herczog Fridreich für sich und sein libeserben haben und behalden sol das lannd zu Sachssen mit aller seiner zugehörde one intrag und hindernuss seins bruders herczog Wilhelms und seiner erben und ob der obgenant herczog Fridrich on manlehenserben von todes wegn abgieng, das got nicht enwelle, so solt alsdann solich obgenant lannd zu Sachssen mit seinen zugehorungn gefallen auf herczog Wilhelmen und seine manserben on geverde, so sol auch derselb herczog Fridrich habn das land zu Missen mit seinem zugeslagn orte nach innhaldunge und auswisung der versigelten teilczetln. Er sol auch darczu habn Aldemburg Burgaw und Zwigkaw mit iren zugehörungen und zuslage auch in der teilczedeln begriffen und sunderlich die herrn von Gera doch hirynne uszgescheiden Friburg mit seinen zugehorungen und zuslage, das zu dem lannde zu Doringen gehoren und herczogn Wilhelmen zusteen sol, so sol derselbe herczog Wilhelm das lannd zu Doringen mit seinen zugeslagen ortern in der versigelten teilczedel begriffn habn, doch ausgeschaiden die egenanten dry sloss nemlich Aldemburg Bugaw und Czwigkaw mit iren zuslegen und zubehorungen, die dem lande zu Meissen zugehoren sollen und Friburg mit seiner zugehorunge sol bey dem lannde zu Doringen bliben in massen als vorgerurt ist, umb das sloss Wyda mit seinen zugehorungn sollen baid obgenant herren miteinander lozen und welichem herren dann das sloss mit dem loze zugefellet, der sol dem andern herrn abelegunge tun mit zweliff tausent Reinischn guldein gut von golde und swere gnug an gewichte, die in dem lannd zu Meissen genge und geneme sein, und derselb herre, dem das gelt werden sol, sol die helffte desselbn sloss mit seiner zugehorde ynnehaben und behalden, so lang bisz im die zwelifftausent gulden bezalt sein, und wann im soliche czweliff tausent gulden beczalt sein, so sol derselb herr die helffte des sloss mit seiner zugehorunge von sich verandelogen und uberantwortn dem andern herren, dem das gevallen ist und haben sol ane verczog und intrag und sich auch darwider nit seczn und dieweil sy also miteinander in demselbn sloss siczen, so solln sie und ire amptlute daselbst auch undereinander einen redlichen und gewondlichn burfridn verschribn gelobn und halden on alle geverde. Es sol auch ain iglich herr seines lanndes schulde, die im nu zusteen von diser vertracht und scheidung wegen und auf den lanndn steen auszrichten und beczalen, und sol doch die summ gelts die auf Czwigkaw noch lute der versigelten teilczedeln geslagen ist bey und ab sin, was aber die genanten herrn semptlicher schuld schuldig, die verbriefet und verporget sein, die sollen sie zugliche ein yglicher das halb teil beczalen. Mit der muncze und wechsel in iren lannden sollen die herren sich in allermasse halden, als das zwischen in baiden gemacht und begriffen ist in der obgenanten versigeltn teilczedeln. Die obgenanten herren auch mit iren lannden lutn slossn steten gerichten und gebieten sollen in einer erbhuldung eynunge siczende bliben die undereinander halden und irer einer auch dem andern getrulich und bruderlich helffen und raten als billichn und redlich ist und bruder zymet und wol zusteet. ... Würden auch der herrn einem slosse oder stete, welche das weren mit recht angesprochen, wie das geschee, das solt irer einer dem andern zu wissen tun und alsdann so solde auch einer dem anderen das getrulich helffen mit recht verantworten und ob der herren ainem soliche soliche sloss und stete im rechtn als obgeschriben steet abgesprochen und abgewonnen wurde, sol im der ander ein widerstattung nach redlichen dingen tun, doch hirynne usgeslossen das lannd zu Sachssen ane alle geverde, die baide egenanten herrn sollen auch ires vater seligen selegerete willigen hanthaben und das verbrieven als billich und redlich ist, und umb herczog Sigmundn iren bruder, das sol an herczog Fridrichs willen sein, ob er denselbn herczog Sigmund bey im behalden welle und würde er den by im nicht behalden, so sol herczog Wilhelm in zu im nemen und by welchem er blibet, sol er in als sich das wol zymet, bruderlich versorgen und gutlich tun. Was sy auch sunst yeczund schulde und zusprache bisz auf dise zeit undereinander haben, die sollen von baiden syten by und abesein und irer keiner den andern darumb furder anlangen noch beteidingen. Wurden aber nu furder einicherley gesprechen zwuschen in aufsteen von den teilzedeln oder andern sachen, darczu sollen sy von baiden syten ire rete und frunde schicken und gebn und des zu gutlichem und redlichem austrage komen und sunst furder alle sache, die hyrinne nicht begriffn noch beteidingt sein halden noch innhaldung und begriffunge der vorgemelten versigelten teilczedeln alles angeverde. Hirmit sol auch aller unwille und zwitrecht zwischen den obgenanten herren iren reten mannen lannden luten undersessen und allen den, die darunder von der sache wegen in verdacht sein gewesn gennczlichen und zumal by und abesein. Und ob der genanten herren ainer mit den andern herrn mannen und undersessen zu schicken hetten oder gewunnen, welicherlay das were, das sollen sie mit rechte und nicht anders usztragen alles sunder geverde und an arglist. Des zu urkund haben wir obgenant Fridrich erczbischoff zu Magdeburg, Fridrich marggraff zu Brandemburg etc. und burggraff zu Nuremberg und Ludwig landtgraff zu Hessen unser iglicher sein insigel an diesen brief lassen hengn, und wir Fridrich und Wilhelm gebruder obgenant herczogn zu Sassen lantgrafen in Doringen und marggrafen zu Missen bekennen auch fur uns und unser erben in disem selben brieff, das dise gutliche vertracht richtunge und eynunge zwischen uns und den egenanten unsern lieben oheimen und swegern mit unserr rete gutn willen wissen und volwart gemacht beteidingt und gescheen ist, und wir und unser erbn sollen und wolln das auch undereinander stete veste und unerprochlich halden in aller mass hinvorgeschribn steet und darwider nicht tun noch schaffen getan werdn in dheinweis sunder alle arglist und geverde. Und des zu furderm bekenntnuss haben wir yeczgenant herczog Fridrich und herczog Wilhelm unser insigel mit guten willen by der egenanten unser lieben oheimen und swegere insigele an disen briefe auch lassen hengen, der geben ist in dem closter zum Nuwenwercke gelegen vor der stat Halle, nach Kristi unsers herren gepurd virczehenhundert und darnach in dem funfundvirczigistn jare am sunenbende nach unserer lieben frawentag conceptionis. Des haben wir angesehen des egenanten unsers lieben swagers zimliche und fleissige bete und och soliche bruderliche und gutliche aynung, die zwuschen in beschehen ist, der wir sunderlich erfrewet sein und die gern gehoret habn, in sunderlicher hofnung, das sy baide dadurch in bruderlicher lieb und ir lannd und lewtt, die sy dann von uns und dem heiligen rich on mittel zu lehen haben in gutm frid und gemach bliben und uns und dem heiligen rich desterpas werdn gedienen mogn, und darumb mit wolbedachtem mut gutem rate unserer und des richs geistlicher und werntlicher fursten graven herren und edler und mit rechter wissen haben wir die obgemelt aynung und entschidungsbrieve in allen seinen puncktn clausuln und maynungen gnediclich beweret confimirt und bestettiget beweren confirmieren und bestettigen den auch uns und dem heiligen rich zu eren und den egenanten baiden brudern und iren lannden und lewten zu nucz und frumen von Romischer kuniglicher macht in krafft disz briefs, der wir iglichem bruder, so er des begert ainen in glicher form gebn wollen und seczen und mainen, das sy baidenthalb bey solicher aynung und entschidung iren zugetailten lannden und luten und iren zugeslagen orten und zugehorungen bruderlich und gutlich bliben, die stet und unzerbrochenlich halden und halden schaffn sollen getrulich und ungeverlich on ir baider und menniclichs intrag und irrung und sintdenmaln die obgemeltn drey furstn und schidleut sunderlich in irem schidbrief geleutert und geseczt habn, das die obgemeltn bruder mit iren lannden lewtten slossen steten gerichten und gebietn in ainer erbhuldung und aynung siczend bliben und die undereinander halden sollen, das uns dann auch billich und nuczlich duncket und uns durch solicher ainikeit willen zu hanthaben und kunfftigen unrat zu vermeiden billich zu befesten und zu versehen steet, als wir des von kuniglicher wirde wol schuldig sein nach dem und uns beyde bruder fruntschafft halb vast gewannt sein. Darumb seczn ordnen und welln wir von der egenanten kuniglichn mach wegen, ob der egenanten bruder ainer welicher der were zu unser kuniglichen maiestat qwem oder sanndte seinen tail oder lehen von uns und dem rich insunderhait zu emphahen oder yemants anders zu sich zu ziehen allein seinen leiblichen bruder und sein erbn, das wir dann des nicht tun noch verhengen, sunder genczlich welln solich lehen und lannd also leihen, das sy baide und ir erbn bey der erbhuldung und gesampte lehen bruderliche und aintrechticleich blibn als obgemelt ist, und das wellen wir fur uns und unser nachkomen am rich also gehalden werdn und ob anders darnher geschee in vergessenheit oder anderer wyse, das sol nicht krafft haben wider der obgemelten schidlutt ordnung und dise unser kuniglichen bestettung und meynung. ... Mit urkund ... sub maiestate. ... Geben ze Wienn nach Krists gepurd xiiii. c. und im xlvi. jar an freytag vor Judica."

Chmel n. 2054

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-64, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1446-04-01_1_0_13_0_1_64_CA64
(Abgerufen am 25.02.2018).