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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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Gerichtsbrief im Processe des Hanns Fraunberger gegen Grafen Heinrich zu Ortemberg.

"Wir Fridrich etc. bekennen etc. daz auf heutigen tag datum disz briefs vor dem edeln Conratn herren zu Winsperg des heiligen richs erbcamrer als der an unsrer stat unser kuniglich camergericht besessen hat, unser und des richs lieber getruer Hannss Frawnberger zum Hag zu Valkenvels clagt hat zu dem edeln Heinrichen graven zu Ortemberg, ouch unserm und des richs lieben getruen, wie er seinen elichen hausfrawn Kunigund irs vaterlich erb den halben teil an ainem drittail des sloss Seldemburg innhab und vorhalte, bat im mit urteil zu erkennen, das derselb graf Heinrich im und seiner hawsfrawn solichen halbteil mit aller seiner zugehörd und mit bekerung der abgenomen nucz zu iren handen antwortn und abtreten solt behalten im die costen und schaden, die er und sein hawsfraw der sach halb gehebt hant und empfangn. Dawider antwurt derselb Heinrich graf zu Ortemberg, es wer ein gemain landsrecht in dem lannd zu Bayern, das tochtern weder sloss lehen manschafft hofmarch noch gericht erben mogen, es sei dann das von demselbn geschlecht nyeman sie von manns namen und daz das also sey, getrue er furzubringen als recht ist, darumb als Ulrich Egger nach tod verlassen hat die vorgenant Kunigundn und ir swester auch ein enikel seins suns sun, so sey auf den das sloss Söldemburg nach landsrecht und nit auf die zwo tochtern erblich gevallen. Nu hab derselb Ulrich Egger solich gross schuld hinder im verlassen das den kinden dem enikel und seinem weib die zu swer waren zu beczalen, darumb Weinmar Egger durch bete und fruntschafft sich solichs erbs und der schuld angenomen hab und darnach so hab er ein uberkomen und teyding mit Kunigunden vorgenant und irer swester getan, das er ir iglicher zwaytausent guldein ungrisch fur iren vaterlichn erbteil und beschid genomen und wer auch der beczalt, dabey zu versteen wer, daz er unpillich solich vordrung tue, darczu so sey das enikel Ulrich Eggers seligen suns sun gestorben und des geschlächts von Eggern mansnammen sey nyemands mer gewesen den der vorgenant Wynmar Egger und Peter sein bruder und nach dem vorgemelten gemainem lanndsrechten in Beirn, so sye das sloss Seldemburg von dem enikel auf Weymarn und Petern Eggern gevallen. Aber Peter wolt sich des nit annemen von der grossen schulden wegn Ulrich Eggers. Als nu darnach Weymar Egger auch sey gestorbn, so sey dasselb sloss aber gevallen an Petern Eggern vorgenant, von dem wann kein Egger mer mansnam gewesen ist, so hab sein weyb und ovn der sin sun das sloss Söldemburg ererbt, also das daby zu mercken were von erst ausz dem gemainen lanndsrechten zu Bairn als obgemelt ist, darnach das Hanns Frawnberger fur seins weybs väterlichen erbtail die zwaytausent guldein eingenomen hat, das sein hawsfraw des sloss kein erb sey, sunder sein eelich hawsfraw und sein sun pesser recht darczu habn und das weder Hanns Frawnberger noch seinem weib kain ansprach darczu gebure und getrawt er solt von solicher ir clag mit recht ledig gesprochen werden. Darauf Hanns Frawnberger antwort, es wer nicht landsrecht in Nydern Payrn, da das sloss Seldemburg gelegen ist, das tochtern nit sloss und anders als vor stat erben solten und benant in ettlicher sach, da ein fraw zu Bairn solich erbschafft zuertailt wer, darczu so wer auch zu mercken, das daz nit ein gemain lanndsrecht were, dann als er mit graf Heinrichen vormaln umb die sach vor des hochgebornen Heinrichs pfalczgraven by Ryn und herczogen in Beirn unsers swagers und fursten hofgericht gerechtiget hetten, wer dann das ein gemain lanndsrecht gewesen, so wer im nit ein beweysnuss ertailt, sunder auf das gemain landtsrecht gesprochen worden; dann als graf Heinrich maynte Weymar Egger hett im zwaytausent guldein fur seins weibs erbtail geben und er hett die dafur genomen etc. hett er vormals alles vor unsers vorgenanten swagers und fursten hofgericht verantwurtet, das sein weib dozumal, als sy sich des schuldverschriben verczigen han nit ir verstentliche jar hett gehebt, wann sy wer ein kind nu von zwayen oder drien jarn und ir gerhaben hetten sich damit nit verschribn noch irn willn darczu gegebn, sy hett ouch die, die solich brief versigelt hetten umb die sigel nit gebetten und als im dozumal hirumb ein weysnuss erteilt wer und ettlich daruber zu zeugen benennet, die im graf Heinrich versprechen wolt und als an demselbn hofgericht ertailt ward, daz dieselbn zeugen wol möchten ir zeugnuss geben, so hett graff Heinrich von solicher urteil geappellirt und wer der appellacion nit nachkomen, sunder die versawmpt. Darumb er getrawte, das er ein erwonnen erstanden recht hett, ouch so hett er die zwaytausent guldein ungrisch von Weynmar Egger nit genomen fur seins weybs veterlichen erbteil, sunder fur ir heyratgut und darumb so getrawt er als vor, im solt erkennt werdn, das graf Heinrich von Ortemberg im und seinem weib den obgemeltn halbteil des drittails des sloss Säldemburg mit aller zugehord und den abgenomen nuczen einantwort und des abtrett etc. Graf Heinrich redt dawider von des gemainen lanndsrechten wergen und nennet ettlich sach darin uf solich landtsrecht zu Payrn ertailt wär worden und erbot sich des zu weysen als vor, denn von der teyding und uberkomens wegn als Weynmar Eggersz erbs und seiner schulden underczogen und iglichem kind zwaytausent gulden fur seinen beschid und erbtail geben hett etc. und Hanns Frawnberger meinte, das sein wybe dozumal das von jugend nit getun mocht und ouch die gerhaben iren willn darczu nit gebn hettn etc. liesz graf Heinrich ettlich teydingbrief schuldbrief und quittungsbrief verlesen, daruber sich Erhart Satelboger und Weynmar Egger als gerhaben Kunigunden vorgenant und ir swester verbundn bekannten und veriahen von geltschulden und anderer sachen wegen Ulrichn Egger seligen antreffend und redt daby, wiewol Erhart Satelboger in dem verzichbrief als sich Kunigund und ir swester gegen Weynmarn Eggern verschribn und verczigen hand nit geschribn stund, so hett man doch wol gehort, das er sich in allen andern sachen desselbn Ulrich Eckers kinde berurende als ein gerhab mit Weynmarn Egger seinem mitgerhabn verschriben hett. Darumb so wer wol zu verstann, das auch solich Kunigund und ir swester uberkomen und verczeihung mit seinem gunst und willen zugangen were, und ob nu das nit wer, so hett doch Hanns Frawnberger durch daz, das er die zwaytausent gulden fur seins weibs beschid und erbtail genomen hett solich verzeihung und uberkomen damit verwilliget und bevestnet als das zu mercken wer wann hett er die zwaytausent gulden dafur nit wollen nemen, so hett er seins weibs erbtail gevordert, als er dann maint er het ein erwonnen und erstannden recht getrawt er nit, wann er das doch vor zu recht auch geseczt hett und wer ertailt, daz yetweder tail furbas in der sach furbringen und reden mocht, was im bedeucht notdurfftig zu sein, und darumb so getrawt er als vor und er solt von Hans Frawnberger und seins weibs Kunigunden ansprach mit urteil ledig gesprochn werden. Hans Frawnberger antwort hyrauf von des gemainen lanndsrechtn sins weibs verzihung sins behalten rechten und der zwayertausent gulden wegen glich als vor uns saczten das zu baider seit zurecht. Also nach clag und antwurtt nach verhorung der briefe so von baidn tailn hirumb gewist wurden und nach allem irem furbringen ward durch den merern tail der rechtsprecher ertailt, mocht Hanns Frawnberger mit seinem ayd gesweren, das er umb solich teding und verzihung sins wybs von irs naturlichn erbs und guts wegen als graf Heinrich von Ortemberg wider in furbracht hat als vor stat nit gewist hab noch erindert wordn sey zu den zyten, do er die zwaytausent gulden eingenomen hat, so solt darnach beschehen das recht ist, mocht er des nit gesweren, so solt aber bescheen das recht were. Soliden aid swur Hanns Frawnberger als im ertailt ward, auf das redt graf Heinrich von Ortemberg und begert im schub zu geben, solich weysnuss von des lanndsrechten wegen zu volfuren und damit underweysung wa wie und in welich wyse er die tun solt und saczt das zum rechten. Hanns Frawnberger reddt, sinddenmaln und er solichn aid als im ertailt were vollfuret hett, so saczt er zum rechten, was nu furbas beschehn solt das recht were als die urtail innhielt. Also ward mit gemainder eintrechticlicher urtail aber ertailt, das die urtail vor unsers vorgenanten swagers und fursten hofgericht in diser sach ertail by krefftn besteen sol und wo der weisnuss nit genug beschehn ist, so sol Hans Frawnberger der noch genug tun und die volfuren in der zyt mass und wise als das diselb urteil auswiset und wer das er an der zeugen ainem oder mer geprechen hett, die er vor im rechten genennet hat, so mag er ander an der stat, die darczu gut sind nach der urteil auswisung stellen und ir gezeugnuss geprauchen und sol das tun vor uns oder dem, dem wir das an unserr stat bevelhen werden. Hieby sind gewesen die ersamen strengen und vesten unser und des richs andechtigen und getruen Johans Kantsch, Johans Tur, Peter Knorr, Gregorius Haymburg, Harttung von Cappel baider rechten doctores und gelerten, Wilhelm Frawnberger, Wilhelm vom Wolfstein, Dietrich Stauffer, Mertein Truchsess von Bomersfeldn, Rudiger Erlingshover, Conrat von Freyberg, Martin von Eyb, Hanns Lidwacher, Heinrich Aufsass und Hanns Closner. Mit urkund disz briefs versigelt mit unserm kuniglichen anhangunden insigl. Gebn zu Nuremberg an freytag vor sand Matheustag anno domini etc. xliiii und unsers richs im funftn jare. Conrado de Winsperg referente."

Chmel n. 1752

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-54, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1444-09-18_1_0_13_0_1_54_CA54
(Abgerufen am 20.02.2018).