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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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K. Friedrichs Gerichtsbrief wider die Stadt Osnabrügg.

"Wir Fridrich etc. bekennen etc. daz auf den nechstn freytag vor datum dises briefes fur den edeln Conratn herrn zu Winsperg des heiligen reichs erbcamrer als der an unserr stat unser kuniglich camergericht besessen hat kommen ist, des ersamen Erick graven von der Hoya tumbbrobst zu Collen unsers lieben andechtigen vollmechtiger anwalt und procurator eins und der burgermaister rates und der gemaind der stat zu Osnenbrugg ouch volmechtiger anwalt und procurator dez andern teils und als des yeczgenanten Eriks anwalt sein clag wider die von Osnenbrugg und sins bruders Johann graven von der Hoya wegen den sy gefangn hand eroffnet in gericht redt derselbn von Osnenbrugg anwald dawider, wann die statt von Osnenbrugg von böbsten ouch Romischen kaisern und kunign unsern vorfarn loblich gefriet weren, das sy nyemand für fromde gericht ziehen solt und ouch nit schuldig weren yeman vor fromden gerichten zu antworten und denn Erick tumbrobst vorgenant sich gegn den von Osnenbrugg verschribn und ouch gesworn hett sy fur kein fromd gericht zu laden, ouch der bischove von Minden sein bruder sy umb solich sach fur den bischoff von Munster mit recht ouch furgenomen hett, so getrawte er daz nit billich war, daz die von Osnenbrug demselbn Ericken seiner clag vor unserm camergericht antworten solten. Dawider Ericus tumbrobst anwalt redt, ob die von Osnenbrugg also gefriet weren, solich frihait mocht im, als irem obern und under dem si weren den wege des rechtn nit besliessn den im muess ye ain weg offenn sein, damit er gegen in rechts bekäme, darumb so hett er sy fur unser camer, als das hochst und obrist gericht furgenomen, sy hetten auch an im verbrochen und in des stäts, dorinn er was und darumb er in solichs zuhaltn als sy mainen gesworn hab, entseczet, darumb er nit schuldig sei solich aid gegen in zu halten. Denn als sei bruder der bischoff von Minden sy ouch umb die sach fur den bischoff von Munster mit recht sol furgenomen han, das wisz er nit und sie zagten ouch darumb kein beweysnuss, darumb so getrawt er die von Osnenbrugg sollten Ericken tumbrobst seiner clag vor unserm camergericht als dem hochstn und obristn antwurten und solich ausred solt sy davor nit schirmen. Also nach ir beider tail mer worten und sy daz zu recht saczten, wart mit ainhelliger urtail ertailt, wann unser kuniglich camergericht das hochst und obrist gericht ist, das dann die von Osnenbrugg schuldig sien Ericken tumprobst auf sein clag zu antwortn, doch das die gericht vor dem von Munster, ob vor im wider die von Osnenbrugg ichtz furgenomen ware, absein sollen. Darnach auf disen heutign tag datum disz briefs, so sind der vorgenanten tail machtbotn aber fur den obgenanten Conratn herrn zu Winsperg, als der an unserer stat unser kuniglich camergericht besessen hat, komen und hat Erichts graven von der Hoya tumbrobst zu Colln machtbot clagt zu den von Osnenbrugg, wie daz sy seinen bruder Johann graven von der Hoyen wider und recht und in irer verschriben sicherhait mit ettlichn seinen mannen und dienern gefangn inen auch ire pferde harnasch hab und gut genomen in langzyt in vencknuss gehebt habn und in noch also wider unser geschefft und gebote in vencknuss halten, darumb so getrawt er das mit recht solt erkannt werden, das sy denselben graff Johann von der Hoya solten seiner vangknuss on schaden ledig lassn im und den seinen ire genomen hab und gut damit ouch bekern, behalten die peen, die sy uns ouch im verfallen sein, damit daz sy ir verschribn sicherhait, die in gericht verlesen ward, verbrochen hetten. Dawider der von Osnenbrugg volmechtig machtbot und anwald redt, solichs Erichs tumbrobst clag berurte den von Osnenbrugg ir ere und glimpf swerlich und die nach ir notdurfft zu verantwurten, so gepurt im wider hinder sich gen Osnenbrug umb brieve und ouch ander underwisung zu stellen, wann sy des unschuldig weren, darumb so getrawte er, daz im schub und tag solt mit recht gebn werdn und erkennet nach solichn briefn und underweysung zu stellen. Erichs tumbrobst anwalt antwort darczu, graf Johann von Hoya were in swerer vencknuss als das kuntlich were und die von Osnenbrugg dez nit langentn, darumb so were nit billich, daz die von Osnenbrugg solich schub begertn, oder das in die gebn solten werden, er wer dann seiner vengknuss ledig, darczu so wer in solich clag in unserr ladung verkundt wordn, darumb sy sich billich mit allem dem des sy im rechten notdurfft weren versehen und es in solich schub ertailt wurde oder nit, wann wir in den geboten hettn, daz sy in auff recht ledig lassen soltn, so getrawte er doch, es solt mit recht erkennt werdn und saczt das zu recht. Der von Osnenbrugg machtbott redt dawider aber, wann solich Erich tumbrobst clag in ire ere und glimpf berurte, der sie unschuldig sien, die in billich zu verantwurten weren, auch unserr obgenanten camerrichter und die rechtsprecher der sachen anders mochten underwiset werden, so getrawte er als vor im solich schub und tag mit urtaile zu erkennen, daz der von der Hoya nicht solt mit urtail ledig gesprochen werdn, wann sy in ainem offen krieg und nicht in gelaitt oder sicherhait gefangn hetten und saczt daz auch zu recht. Also nach clag antwurt red und widerred und allem furbringen ward mit gemainer gesamneter urtail ertailt und zu recht gesprochen, sindtenmaln die von Osnenbrugg Johann graven von der Hoya lenger dann des richs recht ist in vangknuss habn gehalten wider unser geschefft und gebote, das sy in dann in den nachstkomenden xiiii tagen nach datum disz briefs sollen ledig lassen und in den nechstkomenden xiiii tagen darnach denselbn grave Johann von der Hoya, den sy dazwischen unbeschedigt unversert und ungelaidigt sollen an seinem leib halten, uns oder dem, dem wir das an unserr statt bevelhen in unsern gewalt unverdingt antwurten solln und das wir in denn den von Osnenbrugg zu recht umb ir spruch, so si zu im vemeinen sollen stellen. Hyeby sind gewesen die edeln ersamen strengen und vesten unser und des richs lieben getruen Heinrich grave zu Ortemberg, Johanns Tur, Peter Knorr, Hartung von Cappel doctores, Wilhelm Frawnberger, Hans von Parsperg, Oswald Torringer, Truchsess von Bomersfelden, Jorg Vischlin, Hanss Frawnberger und ander mer urtailsprecher. Mit urkund ... sub pendenti. ... Geben zu Nuremberg an zinstag nach des heiligen Chrutstag exaltationis anno etc. xliiii, unsers richs im fumftten jare."

Chmel n. 1746

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-52, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1444-09-15_1_0_13_0_1_52_CA52
(Abgerufen am 19.10.2018).