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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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Gerichtsbrief wider Grafen Heinrich von Görtz.

"Wir Friedrich etc. bekennen etc. das uf den nechsten zinsten vor datum diss brieves für den erwirdigen Leonarden bischoven zu Passaw unserm fiersten rat und liebn andechtigen als der an unser stat alhie unser kuniglich camergericht besessen hat in gericht komen ist der edel Johanns graff zu Schawnberg unser und des richs lieber getruer und zegt und liess verlesen ein instrument darine begriffen was unser ladungsbrief, damit wir den wolgebornen Heinrichen graven zu Görtz von desselbn Johanns graven zu Schawnberg clag wegen fur uns zu drien rechttagen und zu dem dritten peremptorie geheischen haben und geladt und dabey wa und uff wenn dennselbn von Görtz solich unser ladungbrief zu rechten ziten geantwurt worden ist und redt daruff, wiewol etwevil zit sidher der ladung verschinen were und dazwischen ettlich rechttag gehalten, so wer doch durich unser schub unser camergerichts also geschehen, das der dritt letzt rechttag uff den vorgenantn zinstag were und sein solt, darum bso wölt er sein spruch so er zu dem von Görtz vorgenant hett eröffnen und uff in clagen als er ouch tett in solichn worten, er hett einen schuldbrief als ein erb inne von etzwann graff Meinharten von Görcz und seiner gemahel weyset vier und zweinczig tausent guldin schuld der ouch vor in gericht verlesen ward umb dieselben vier und zwainczig tausent guldin hauptguts clagte uff graff Hainrichen von Görtz als einen des vorgenanten graf Meinharts von Görtz hofft und getruwte im solt mit recht erteilt und erkennet werden, das in graf Heinrich von Görtz umb solich xxiiiitausent guldin ussrichten solle und beczalen mit dem costen und schaden den er des genomen und empfangen hett und den achtet fur zwainzig tausent guldin minder oder meer nach seins brieves sag und begert das dem von Görtz solt geruft werden ob er oder yemand von sinen wegen zugegen were der im antwurtten wolt. Also ward mit einhelliger gemeiner urteil und zu recht gesprochen, das graff Heinrichen von Görtz solt zu dryen maln offenlich gerufft werden, ob er oder yemand von sinen wegen zugegen were der graff Johannsen von Schawmberg seiner clag zum rechten antworten wolt, und wenn das beschech so solt und möcht derselb graf Johanns sin clag anderwerb vor gericht wider den von Görtz eroffnen und den darnach daruber beschehen was recht were. Also ward graff Heinrichen zu dryen maln an offem gericht und under offner tür geruft, und graf Johanns von Schaunberg stund wider für und gleicher weise als vor steet offnet und fürt sein clag zu dem von Görtz und saczt das zu recht, also wann im solich sach etwevil zeits vor uns im rechten gehangt ist durich die gemeinen schub so wir in unserm camergericht getan haben, so hat unsern vorgenanten richter und auch die rechtsprecher bedeucht die sach biss mornends von gerichtlicher guttikeit zu schieben, darumb ob der von Görcz oder yeman von seinen wegen dazwischen quem der uff solich des von Schawnberg clag antwurtten wolt, das er das tät und sich nit zu beclagen hett das er wer verkürcz worden im rechten und solt ouch graff Johanns von Schawnberg daruff denselben tag auswartten. Nu mornendes uff die mitwochen als unser obgenanter fürst und lieber andechtiger aber an unser statt gesessen ist zu gericht, so ist graff Hanns von Schawnberg für gestanden und hat sin clag in obgeschribner wise und wortn eroffnet mit begerung einer urteil, ist durich unsern richter gehaissen worden das graff Heinrichen von Görtz zu dryen maln solt offenlich gerufft werdn, ob er oder yemand von seinen wegen da were, der dem von Schawnberg seiner clag im rechten antwurtten wöllt und als das beschach so hat derselb unser richter und die rechtsprechere aber die sach von gerichtlicher gütikeit geschoben biss auff heut also das graf Johanns denselben tag auswartn solt als er ouch tett, quem yeman von des von Görcz wegen der im seiner clag wolt antwurtten das der das tett. Also it nu grave Johanns von Schawnberg uff hewt datum diss briefs, als unser obgenanter richter zu gericht gesessen ist, aber fur gericht komen und als aber von gehaiss unsers richters dem von Görtz zu dreyen maln an offem gericht und zu offner türen ist geruffet worden in vorgeschribner weise und weder er noch niemand von seinen wegen komen noch erschinen ist, so hat er sin clag wider den von Görtz aber in obgeschribner mass eröffnet und dabey geredt sinddenmaln und dem von Görcz uff den vorgemeltn leczten rechttag als dann erteilt wer dreystend offenlich sey gerufft wordn und im denselben leczten tag gancz ausgewartet hab und niemand komen sey, der im seiner clag zum rechten antwurtten wölt so hofft er und getrawte im solte mit urteil und recht erkennen und erteilt werden das graf Heinrich von Görtz im solich vier und zwainzigtausent haubtguts und die zwainzigtausent guldin scheden als vor stat bezaln solt nach sins schuldbrieves innhalt und saczt das zu recht. Also ward mit gemeiner gesamter uteil erteilt und zu recht gesprochen, sinddenmaln und dem von Görcz in unser ladung drey rechtlich tag und der letzt peremptorie geseczt weren, und nu im zu demselbn leczten rechttag wer dreystund offenlich gerufft werden und niemands komen wer von seinen wegen der graf Johannsen von Schawnberg seiner clag zum rechten wolt antwurtten, das dann derselb graf Johanns von Schaunberg sein clag und spruch wider graf Heinrich von Görcz im solich 24000 gulden beczalen solle nach innhalt seins schuldbriefs in den nechsten sechs wochen und dreyen tagen nach dem tag und im unser gebotbrief darüber geanwurt wirt, der und ist dabey ouch erteilt das solicher unser gebotbrief dem von Görtz sol geantwurt werden an die stat und end, das er in deutschen lannden wesenlich siczet, wär aber daz er yensit den bergen in Italien were, wenn den solicher unser gebotbrief gen Görtz in sein houptslos geantwurd werd, das des dann damit gnug sey. Denn von der 20000 gulden scheden wegen ist ouch erteilt, wöll der von Schawnberg den von Görtz darumb spruch nit vertragen, möge er in darumb fürnemen als recht ist. Diser urteilen sind graf Johannsen von Schawnberg brief erteilt zu geben. Hiebey sind gewesen die edeln und vesten Heinrich graf zu Ortemberg, Conrat von Kreyg unser hofmaister, Johanns herr zu Abensperg, Albrecht von Potendorff, Erhart und Stephan von Czelkingen, Walther Zebinger, Wilhalm vom Stain, Jorg von Aichperg, Jorg Schek, Dietrich Stauffer, Jacob Sebick, Ott Grannse, Asam Torer und Wilhelm Preysinger rechtsprecher. Mit urkund diss briefs versigelt mit unserm kuniglichen anhangundn insigel. Gebn zu Wienn nach Crists geburt xiiii. c. und xliiii am dornstag S. Philippi und Jacobiabent, unsers reichs im funften jare."

Chmel n. 1629

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-46, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1444-04-30_1_0_13_0_1_46_CA46
(Abgerufen am 16.10.2018).