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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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K. Friedrichs Spruchbrief in Betreff gewisser unter bischöflich Strassburg'schem Geleite weggenommener Güter.

"Wir Fridreich etc. bekennen etc. das auf heute datum disz briefs für den wolgebornen Wilhalmen marggraven von Hochberg herre zu Roteln unsern rate und lieben getrewen, den wir darum ban unser stat zu richter gesetzt haben in gericht komen sind der erwirdig Rupprecht biscoff zu Straszburg unser lieber furste oheim und andechtiger durich sein volmechtige botschafft procurator und anwalde, nemlich meister Heinrich von Beinheim lerer in geistlichen rechtten unser und des reichs lieben getrewen zu einem und die edeln grave Johanns von Eberstein, Eberhart Heinrich und Hanns gebruder graven von Luppffen lantgraffen zu Stulingen, Burckhart und Hanns Munich von Landskron gebrueder, Hanns von Rechberg von der Hohenrechberg, Ludewig Meiger von Hünningen, Jost Susser und Ulrich Klotz von Ravenspurg ouch durich ire volmechtige pottschafft procurator und anwalt nemlichen Ludeweigen Meigern von Hunningen, ouch unser und des reichs lieben getrewen und ettliche der obgenanten houtlute personlich mit im zu dem andern teile alz von solicher namen wegen, so dann die egenanten hauptlute in dem vergangen jare uff des heiligen reichs strassen und in der egenanten von Strasburg freyem geleit getan haben sollent und alz der benant marggraf Wilhalm mit andern fürsten edeln strengen und vesten hierumb in gericht gesessen ist und bei vorgenant teil für in in gericht komen sind hat daselbs der genant bischoff Rupprecht durich den obgeschriben meister Heinrichen von Beinheim sinen fursprechen, der ouch damit vollem gewalt vor im erscheine im rechten lassen furbringen, wie in dem vergangen jare ettliche geschirre mit kauffmanschatz das land herauf in die messe gen Jenffe und in des egenanten bischoff Rupprechts und seiner stifft zu Strasburg freyem geleit und uf des heiligen reichs strassen in beywesen seins gelaitsmans gangen werent und als die obwendig Slettzstatt und in dem banne des dorffes Beinwilr des eigenschaft der stifft Strasburg zugehorend ist koment, da haben der vorgenant Ludweig Meyger und die obgenanten hauptlute durich die iren die egenanten geschirre mit kaufmanschaftz mit gewalt an recht angevallen den gleitzman gefangen und die alle gen Kunsheim hinder den egenanten grave Hannsen von Luppffen ingefüret und die da behaltten under sich geteilet verruckt und verandert, uber daz sin herre von Strasburg zu der zeit mit inen allen nutzit gewisset hab ze tund han dann liebs und guts auch solichs sich zu inen nit versehen hette in dheinen weg und wie wol derselb von Strasburg, sobald er solichs erfunden hab sine treffenliche frewnd und botschafft gen Kunszheim furderlich habe gesant me dann ein mal und die hauptlute lassen ernslichen bitten und ervordern im und den koufleuten solich gut, so dann sie genomen hattend, an schaden zu keren, das haben doch die obgenanten hauptleute verslagen und nit wellen thun, darumb demselben von Straszburg alsdann geburt hette anderwege furzenemen, wie im und den kauffleuten solich gut widerkeret wurde, in dem so habe sich der edel Cunratt von Busnang tumherre zu Strasburg unser und des reichs lieber getrewer in die sach geleit und einen gütlichen bestand zwischent inen beiden parthen beredt und einen gütlichen tag in dem gen Sletzstatt gesaczt, daselbs er beide obgenante teil in ainem anlasz vereiniget habe solichen anlaszbrief der vorgenant meister Heinrich offenlichen liesz lesen und darnach redet er alz der anlaszs innhieltt und die haubtleute gerett gelopt mit trewen an eides statt und versigelt hettent solich gut so denen die dem herczogen von Safoy der statt Jenffe und andern steten in dem anlasz begriffen zuversprechen standent stracks wider zu keren, daz aber nit geschehen wer und inen noch heut bey tag ungekert auszstunde und von solichs gutz wegen darzu die houbtlute meintent recht zu haben, da halte der anlasz inne, daz beideteil deshalb ire volmechtige botschaft zu uns uff sant Michelstag nu vergangen schicken solttent, darumb dem rechten vor uns nachzugan, das zil aber furbasz mit beider teil willen und wissen bisz uf aller heiligen tag erstreckt wer worden, deshalb er ouch da liesz lesen einen zedel solicher verlengerunge. Also hette der obgenant von Straszburg sin volmechtige bottschafft nach innhalt des anlasz nemlichen Heinrich von Fleckenstein den jungen gen Gretz zu uns uff den egenanten allerheiligentag gesant, der ouch daselbs der widerparthen etwiemärigen tag gewarttet hette, und alz nieman von iren wegen da erscheine, so habe derselbe Heinrich von Fleckenstein von uns einen abscheid und kunstschafftsbrief erworben, den er ouch also hat lassen lesen und nachdem hat er furbass gerett wie darnach uberlang, nemlichen bey acht wochen oder mee, so hab sich der egenant Ludewig Meiger zu uns gefuget und die sachen anders furbracht, wann die an in selbs sind gewesen und einen gebotzbrief oder furheischunge von uns erworben, darinne wir dem obgenanten von Straszburg gebotten habent fur uns uff sant Georientag nachstvergangen der sachen halb zu komen und hette damitte solichen brief des gebottes ouch lassen lesen und furbasser erzalet, wie wol der egenant von Straszburg nit meinet furbasser notdurfftig zu sein der sachen halb zu rechtigen, dan die nach innhalt des anlasses vollendiget were, yedoch daz wir seine gehorsame verstundent, hetter er aber uf den egenanten sant Gergentag sein volmechtige bottschaft der sachen halb gesant, die uns von Ougspurg gen Nurenberg nachgevolget were und alz aber niemand von der dickgenanten houtleute wegen erschinen were, so hette dieselbe botschafft des ouch ein kuntschafft von uns genomen, die er ouch liesz lesen und darnach hette er uns aber soliche sachen ernstlichen und treffenlichen lassen furbringen und erzeln, wie die egenanten hauptleute unfriuntlichen an im gefaren hettenet und understundent die sachen zu verziehen und zu verlengern, also hettent wir solichs angesehen und betrachtet und den egenanten houptluten durich unser versigelt brief gebotten angesicht der briefe kerung zu tunde, oder aber wa sy meintent deheinerley darinn zu reden haben, daz sy alsdann uf den funfundvierczigisten tag nach datum solichs unsers gebotsbrief fur uns kement und den sachen im rechten furbasz nachgiengent, alz sich daz nach recht gehiesche alles nach ausweisung solchs gebotsbriefs, den wir deshalb geben hettent, den er ouch also in recht leit und liesz verhoren, und wan nu die dickgenanten houbtlute solichen gebotten werent ungehorsam gewesen und kein kerung gethan hettent, so hette der egenant von Straszburg sins tags vor uns gewartet und alz umb beid teil vor uns zu Franckfurt werent gewesen, do weren wir mit andern sweren sachen, die gemeine cristenheit ouch daz heilige reiche antreffende belanden, also daz wir die sache uff die zeit nicht konndent oder mochtent verhoren hettend also in der einen ufslag bisz uf den nechsten rechtlichen tag, den man zu latin nennet nativitatis, der also auf heute were und liesz alda aber lesen unsern brief solichs unsers aufslags, und rette darnach furbasz nachdem die sache veranlasset were, daz die houtlute alles solich gut, so dann denen zugehoren were, die dem egenanten herczogen von Safoy der statt von Genffe und andern steten in demselben anlasz begriffen zu versprechen stunden stracks lange widerkert solttent haben und aber nach uszstunde unbekert, da begerte und vordert der vorgenant meister Heinrich von des von Straszburg wegen, daz wir dieselben houptlute mit unserm rechtlichen spruch und sust in ander wege darzu wisen und halten woltent, daz sy solich kerung an verzog furderlich detend, alz er meint billich beschehe und furbasser von soliches gutes wegen zu dem dieselben hauptlute recht meintent zu haben, darumb sy nu uff allerheiligentag nechstvergangen zum rechten fur uns komen soltent sin, daz aber nit beschehen were und in dem anlasz eigentlichen begriffen stunde were der brust an den haubtleuten, daz alsdann die burgen so inen fur solich gut gesprochen hettent ledig sin soltten wann ob die obgenanten houtlute als vor stat sumig werent gewesen, vordert und begert er an uns, daz wir ouch durich unsern rechtlichen spruch erkennen wolttent, daz der brust an den benemptn houtluten nach innhalt des anlasz were gewesen und daz die burgen ledig werent sy ouch solich brief, so sy von denselben burgen innhettent herusz geben soltent, ouch darzu dem vorgenantn von Straszburg und den kauffluten solichen kosten und schaden keren, den sy der sachen halb gelitten hettent und umb daz die houtlute solichen angriff in des egenanten von Straszburg freyem geleit unervolget alles rechten hetten getan im und siner stifft darumb wandel und kerung nach billichen dingen tun soltent. Darzu aber die vorgenanten houptlute und mit sunderheit der egenant Jost Suesse alz ein houtman diser sachen durich den edeln grave Heinrichen von Luppffen vorgenant iren fursprechen, den sy zu einem fursprechen in diser sache nament, der ouch mit vollem gewalt also fur uns erschein antwurtent, wie daz der egenant Jost Susse redelicher ansprechen halb einen zugriff zu dem egenanten gut getan und daz gen Kunszheim in hinder den vorgenanten graff Hannsen von Luppffen sinen bruder gefuert und den als einen graven des heiligen reichs angeruefft hette, daz er in by solichem gut mit recht hannthab, den er nit anders dann gleichs und rechtens begeren were, daz ouch der egenant grave Hanns von solcher anruffung wegen als gethan hette. In dem so hette der obgenant von Straszburg sein frunde gen Kunszheim gesant und gevordert, im daz gut an schaden lassen volgen darzu den uff due zeit geantwurt sie worden, das die houbtlute dem von Straszburg vor dem gericht zu Kunszheim deshalb gern woltent gerecht werden, daz aber der von Straszburg verslagen hette und nit meinte zu tunde und laz den houptluten furkame, nam er etlich ander weg für sy mit gwalt zu understan. Also hab der sich der von Busnang ir frundt in die sachen geleit und die zu einem gutlichen tag gen Sletzstatt bracht das solicher anlasz alz obgemeldet statt beredt und betädingt sie, dem ouch er und die houptlute alzit uffrechts nachgangen sien, und alz der obgenant meister Heinrich in siner clag fur gewannt hette, daz die houptlute solich kerunge in dem anlasz begriffen nit getan habent, darzu antwurt der egenant grave Heinrich, daz das an den houptluten nit were erwunden, sunder es werent etliche spen und zweyung dez gutes halb, die durich den von Busnang nach innhalt eins artikels in dem egenanten anlsaz begriffen, den er ouch liesz lesen gelutert solttent werden und vor ime und nit vor uns uszwere zu tragen, alz dem von Straszburg daz wol zu wissen sin soltt, und als meister Heinrich meint, daz die houptlute sumig werent gewesen den tag zu suchen nach des anlasses besage, daz were nit denn der breste an inen nit were gewesen, sunder sy werent von libs und herren nott, alz sy von den reichsstetten in Swaben auf die zeit uberzogen wurdent geirret und gehindert wurden da sy getreweten und hoffeten, daz inen daz keinen schaden im rechten bringen solt, dann so bald sy solicher notthalb mochttent schicken, haben sy zu uns gesant ire botschafft und dem egenanten von Straszburg geschafft fur uns uff den obgenanten sant Gorgentag nechtstvergangen geheischen werden und liesz des ein abgeschrift unsers briefs darumb uszgesant lesen, daby er meint wol zu verstand were, daz der burst an inen nit were gewesen und rette ouch furbasser, daz die egenanten houptlute desglichen uff sant Jorgentag libs und herren nothalp gehindert werent, daz sy aber fur uns nit komen kundent, wie wol sy uns geschriben und an uns begert hettent inen ein frye geleit zu uns zu komen zu geben, daruf wir inen ander unser unmuszhalb nit hettent geantwurttet, und alz wir sy sich unsern gebottbrief hettent lassen mannen kerung zu tund, oder aber uf den funfundvierczigisten tag sich vor uns zu verantwurten werent sy vor uns zu Franckfurt gewesen hettent irs rechten gewartet, aber von des von Straszburg wegen were uf die zyt niemant da gewesen und darumb meintent sy nachdem der tag ein usz und entag were, daz sy alsdann nach innhalt des anlasz ir recht erlanget hettent und daz die burgen inen solich gut fur daz sy burg werent werden herusz geben solttent und meint ouch der egenant graff Heinrich, daz wir daz durich unsern spruch und urteil billichen solttent teilen und erkennen. Dawider redt aber der obgenant meister Heinrich von des egenanten von Straszburg wegn, daz die houptlute solich gut nit in der massen genomen hettent, daz sy daz meinten zu gerechtigen, dann sy daz usz einem gerichte in daz ander mit eigenem gewalt gewappenter hannt und an recht gefuret habend und damitte dem von Straszburg sinen gleitzman gefangen, ouch hettent sy furderlichen desselben gutz etwievil usz Kunszheim gen Landeszburg furt und darzu ettlich ballen uffgetan und vil gutz usz den verrukt und verandert, daby wol zu verstand were, daz sy daz gut nit meintent zu berechtigen, ouch so hettent die houptlute ain anlasz nit gnug gethan mit der kerung, alz obgerurt ist und were och nit notdurftig furbasser kein luterung zu tunde, dann der von Busnang des luterung und spruch getan hette, der er einen vor gericht lesen liesz und werent ouch davon dru bucher gesetzt, der die houptlute ouch eins hettent ouch so were der brust an den houptluten, daz sy dem rechten nit nachkomen werent und die entschuldigung were mit die sy furwantent, so hett ouch der von Strasburg sin volmechtig bottschafft zu Franckfurt bey uns gehabt zu rechter zeit, alz das einer unser ufslagbrief, den er liesz lesen wise und meint, daz solich antwurt des egenanten grave Heinrich nit gnug were und als derselbe grave Heinrich furwante, daz der egenant Jost Susse der were, von dem die sach iren ursprung hette, daz derselbe Jost Susse uf die zeit alz der nome beschehen wer und ouch vor lange in unser und des reichs acht were gewesen in der er ouch noch heut bey tag stunde, darumb were im uff die zeit und noch alles recht verbotten und liesz daruff unsers hoffegerichs zu Rotwil achtbrief lesen und verhoren und vordert und begert glicher wyse alz in seiner clag und anrede und satzte daz von des obgenanten von Strasburg wegen nach innhalt des egenanten anlasses und aller ergangen sachen zu uns und dem rechtten. Darzu antwurt der vorgenant grave Heinrich von der egenanten hauptlute wegen als vor uns so vil me, daz es sich nit erfinden solt, daz der genant Jost Susse in der acht were, alz doch furgewant were worden und alz der egenant meister Heinrich gemeint hette, den soliche name an den enden in des von Strasburg freyem geleit gescheen were, daz gestundent sy im nit und meint, daz der von Straszburg solichs billichen und mit recht von allen dingen schuldig were byzubringen, daz er an den obgenanten enden zu geleiten habe, wann daz beschehe alz recht were so woltent sy dan furbasser antwurtten getrewte ouch daz sy vorhin nit antwurtten solten und satzt das ouch zu uns und dem rechten. Also nach bederteil clag und antwurt rede und widerrede ouch nach innhalt des anlasz zwischen beiden parthien begriffen ist einhelliklich erteilt und zu recht gesprochen, daz die hauptlute solich gut so inen dem herczog von Safoy ouch den von Genff von Friburg in Öchtland und andern stetten zu bekerent bekant ist nach lute und sage des spruchs, so der edel Cunrat von Busnang tumherre etc. getan hat, daz sy dem ouch also starcke nachkomen und den an allen furzog in sechs wochen und drin tagen den nechsten nach datum disz briefs volziehen sollen nach des anlasz innhalt, es ward ouch daby ertailt und einhelliklich zu recht gesprochen, bringt der bischof von Straszburg fur des zu recht gnug ist in unserm kunigklichen hofe ouch in sechs wochen und dreien tagen den nechsten nach geben disz briefes volgende, daz er an den benanten enden da solich gut genomen ist zu geleiten habe, daz den darnach aber beschehen sol daz recht ist und sol ouch die houptsach untz uf daz benant furbringen des gleitz halb beliben anstan, der urteilen begerten bederteil briefe, die in mit urteiln erkennt wurden, hieby sind gewesen der erwirdig Peter bischof zu Augspurg unser furste rate und lieber andechtiger und die edeln strengen und vesten unser lieben getruwen graf Hanns von Tierstein, Hanns von Neitperg, Walther Zebinger, Pupulli von Erlbach, Peter von Mörsperg, Götz Heinrich von Eptingen, Caspar Beger, Hainrich von Bappenheim erbmarschalck, Hanns von Nortemberg erbkuchenmeister, Reutelin von Phirt, Cunrat von Mörsperg und Hanns Ulrich von Masmunster urteilsprecher. Mit urkund etc. Geben zu Thann anno m. cccc. und xlii. jare an cinstag nach unser lieben frauntag nativitatis unsers richs im dritten jar."

Chmel n. 1110

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Chmel, Anh. n. CA-25, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1442-09-11_1_0_13_0_1_25_CA25
(Abgerufen am 13.11.2018).