Regestendatenbank - 184.913 Regesten im Volltext

Chmel, Regesta Friderici, Anhang

Sie sehen den Datensatz 21 von insgesamt 133.

K. Friedrichs Spruchbrief wider die Grafen Johann und Ulrich von Oettingen.

"Wir Fridreich etc. bekennen etc. das auff den nagstn donrstag nach sand Peterstag ad vincula fur den wolgeboren Wilhalmen, marggraven von Hohberg etc. unserm rat, den wir in disen und andern sachen, so für uns in unserm kuniglichen hofe hangen on unser stat zu richter geseczt haben, als er mit andern unsern fürstn, edeln, strengen vesten und lieben getrewen urteilsprecher hyenach gestern zu gericht gesessen ist des hochgebornen Ludweigs des eltern, pfallenczgraven bey Reyne, herczog in Beyren und graven zu Mortani unsers oheims und fürstlichn machtbotten von sein selbs und der seinen von Languigen wegen mit vollem verschriben gewalt des zum rechtn gnug was und begertn durch iren angedingtn fursprechen si zu verhorn, so woltn si des selbn unsers oheims und furstn clag wider die edln Johannsen und Ulrich gebrudern graven zu Ottingen furnemen und erzellen, dawider der vorgenant Johanns grave zu Ottingen von sein selbs und des vorgenanten seins bruders wegen durch seinen furleger ausserhalben rechtn und das er sich zu recht nit bedingt mit auswortn redt und maint, das er noch sein bruder nicht schuldig warn, herczog Ludweigen vorgenant seiner clag zum rechten zu antwurtn, es ware denne, das sein machtbotten gebalt hettn in eins widerrechtn zu sein, darauff die vorbenempten machtbotten durch iren angedingtn fursprechen redten, si hetten sich zu recht und als recht ware bedingt und stundn da in clag weise auff endleiche furpott den vorgenanten Johannsen und Ulrichen graven zu Ottingen zum drittenmal nacheinander verkünd als recht ware und getrawten si antwurtten in billichen als den ersten clagern irer clag, hetten si dann ichcz von widerrechtens oder andern sachen wegn furzubringen und zu reden, darumb mochtn si sich rechtenlichen andingen und das furbringen in recht und darumb lassen beschehen wis recht wäre, auff das begert der vorgenant Johanns graff zu Ottingen aber unbedingt und auszerhalb des rechtn von herczog Ludweigs vorgenanten machtbotten zuversten, ob si da stunden und gewalt hettn im und seinem bruder widerrechtens zu sein von ir zuspruch und vordrung wegen, so si hettn zu herczog Ludweign vorgenant, wo aber das nit ware getrawte er billich zu sein solichs an uns und unser churfurstn zu brengen; herczog Ludweigs machtbotten antwurtn daruber als vor, si getrawtn als die weil Johanns graff zu Ottingen sich nicht angedingte zu recht als recht were, das si im dan umb solichs nit schuldig wern zu antwurtn, wenn er sich aber rechtleich zudingte und zu recht antwurtn wolt hofften si wa sich das geburte zu dem und andern zu antwurtn als recht ware, also ward die sach von dem rechtn an uns geschobn, die wir nu noch vil redn und widerredn von beidn teyln vor uns unsern kurfürsten und fürsten beschehn wider fur den genanten marggrafen Wilhalmen von Hochberg unsern richter gewysst und geschobn und damit bevolhen haben den vorgenanten parthien dem rechten sinen gangk zu lassen, das och beiden tail verkündt wärd und nu darnach uff freytag der yeczgenant Wilhelm marggraf aber zu gericht gesessen ist, so sind des dikgenanten herczog Ludweigs machtbotten fur gericht komen und hand durch iren angedingten fursprechen des erstn drey enndtleicher furpott glöpleich abgeschrifftn und daby besigelt executory und brief zaigt und verlesen laszen die rechtleich auszwiszten, das solich furpott den genanten Johannsen und Ulrichen graven zu Öttingen zu rechten zeitten nacheinander und als recht ist geantwurt und verkündt warn und sacztn darauff ir clag also, wie das die dikgenanten Johanns und Ulrich graven zu Ottingen mit samdt iren helffern innerhalb zwain jaren dem vorgenanten herczog Ludweign und den seinen von Languigen ir küg rosse rinder vich und herd genomen und hingetriben ettleich der seinen vom leben zu tod bracht ir trait und korn gebüst und si mit irem unrechtleichn krieg zu ainer wer und groszem schadn gepracht und darczu ettleich gefangen hetten alls unervollgt und unerlaubt alles rechtn, begertn und ervordertn in daromb bekerung und wandl mit recht zu sprechn nemlich fur den vorgenanten nam funfftausent zwayhundert und nunczig gulden pessrung der ertöttn die gefangen ledig und fur die wüst und trettung des getraist und fur den schadn des widersaczes den sy gelitn und enpfangen hettn zwainczigtausent gulden mynder oder mer ungeverleich und furter hettn si zu recht mer zu reden behieltn si in ir recht. Also nachdem allem und uber solich furpott und verkundung auch unser anderwerb bevelhnusz und das die vorgenanten Johanns und Ulrich graven zu Ottingen gebruder noch niemans von iren wegen mit gewalt das zum recht gnüg war nicht erschynnen ist, denn allain Hanns von Hawsen der auszerhalb des rechtn unbedingt begert zu redtn und auch ettleich auszred tett, dawider aber herzog Ludweig dikbenennten machtbottn redten si getrawten nachdem si sich zugedingt hetten und im rechtn stunden Hanns von Hawsen vorgenant solt nit gehort werdn, er bedingte sich dan und hett gewaltz gnug zum rechtn, besonder wan Johannsen graven zu Ottingn uber die drew verkundtn furpott jetzo endleich zu dem gericht verkundt und im under augen zu wissen getan were worden und begertn aber bekerung und wandels in vorgeschriben wise und nach dem ertail ward, das Hanns von Hawsen ausserhalb rechtns und an gewalt des zu rechtn gnug ware nit solt gehort werden, namen in der richter und das gericht ain gespräch und bedenken umb die hoptsach und also nach rat den si hyerinne gehept hand, syndemaln und den Johannsen und Ulrichen graven zu Ottingen dry rechtleich tag nacheinander verkundt sind und nu graff Johanns von sin und sins bruders wegn zum drittn und lestn rechtag mit auszreden von des widerrechten wegn die sach an uns zu bringen begert hat und als das beschechen ist, wir die sach wider fur den obgenanten unsern richter und gericht geschoben haben und bevolhen zwischen peidn tailn dem rechtn seinen gangk zu lassen, das auch von stund inen underaugn verkündt ist und nu zum nechstn gericht darnach weder Johanns noch Ulrich graven zu Ottingen noch nyemands von iren wegn mit vollmechtigen gewalt der zum rechtn antwurtn wolt erschynnen ist, so ist mit gemainer eintrechtleicher urteil erteilt und zu recht gesprochn, das Johanns und Ulrich graven zu Ottingen vorgenant den von Languigen fur seinen schadn der im beschechn sey mit sienem und zwayer unversprochen man ayd die weder tayl noch gemaind mit inn daran haben behalten mag, doch das solich sum des schadns gancz mitteinander funfftausent zwayhundert und newnczig Reinscher gulden nit ubertreffe, doch das sy sollen der ertottn selen bessern und wandeln nach rat des bischolfs und seiner gelerttn in des bistumb so peyd tayl gesessen sind und des lanndtz gewonhayt daselbs, si sollen auch die gefangen ir vengknussz unengoltn ledig lasszn und zellen und als dan herczog Ludweigs obgenant machtbottn von wüstung wegen der getrayd auch schadn gevordert und begert hand ist mit der merren urteil erteilt und gesprochn, was und wievil ain yegleicher von Languigen fur seinen schadn der im beschechen sey mit seinem und zwayer unversprochn man ayd die weder teil noch gemain daran mit in hand behalt, das sollen Johanns und Ulrich graven vorgenant inen und auch bezalen und bekeren und von des andern schadn wegn des widersaczes wollen herczog Ludweig und die von Languigen die dikgenanten Johannsen und Ulrich graven zu Öttingen darumb anspruch nit vertragn sol furer darumb beschechn das recht ist, und sind an dem gericht gesessen die erwirdigen Peter zu Augspurg, Fridreich zu Rengspurg bischove, die edln streng und vesten Conrat herr zu Limpurg erbschenkch, Hanns von Parsperg, Pupilli von Elrbach, Peter von Morsperg, Heinrich von Bappenhaim erbmarschalkch, Hanns von Nortemberg erbkuchenmaister und Steffan von Emerszhoffen unser und des reichs liebn getruen. Mit urkunt diss briefs versigelt mit unserm kunigleichn anhangundem insigl. Gebn zu Frankfurt nach Cristi geburt vierzehenhundert und in dem zway und vierczigistn jar an sand Sixtentag, unsers reichs in dem drittn jar."

Chmel n. 937

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-21, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1442-08-06_1_0_13_0_1_21_CA21
(Abgerufen am 18.09.2018).