Regestendatenbank - 184.913 Regesten im Volltext

Chmel, Regesta Friderici, Anhang

Sie sehen den Datensatz 4 von insgesamt 133.

K. Friedrichs Gerichtsbrief für den Wilhelm Turner contra Herzog Ludwig d. j. von Baiern.

"Wir Fridrich etc. bekennen etc. Als uns nachst der hochgeborn Ludwig pfalczgraf bei Rein herczog in Beyern und graf zu Graispach unser lieber oheim und furste furbringen hat lassen, wie im der veste Wilhallm Turner unser und des richs liber getruer auf ain sein gesloss genant Bairbrun mit seiner zugehorung, auf den schrannen zu Päsingen und Wolfharthausen in des hochgeborn Albrechten pfalczgrafen bei Rin und herczogen in Beiern ouch unsers lieben oheim und fursten lanndgerichten gelegen geclagt hab, von ettlicher spruch wegen und daselbs ettlich urtail gegangen sein darynne er sich beswert bedaucht, und davon des sich fur unser kuniglich maiestat beruffet und geappellirt, und uns mit fleiss bitten lassen hat, den egenanten Turner darumb für uns ze fordern und sy baidersyt darumb recht zu entschaiden, darauf wir dann den egenanten Turner fur uns geladen haben nach ynnhalt unserer ladung darumb ausgegangen; also sind auf heutigen tag der obgenant unser oheim herczog Ludwig durch seinen volmechtigen anwald und procurator mit namen Conraden von Freiberg zu Wal, desgelichen der egenant Turner in aigner person fur unsern lieben getruen Conraten von Kreig unsern hofmaister den wir derselben sach diczmal an unser stat ze richter gesaczt haben, kömen und erschinen und daselbs der egenant Conrad von Freiberg am ersten furbracht: Als der Turner in den obgenanten landschrann auf das obgenant sloss Bairbrunn mit seiner zugehörung und herlikait leutt und gut geklagt und do einen brief von keyser Sigmund seliger gedechtnuss furbracht hiet, mayn und hoff er, das soliche briefe in dem rechten kain krafft haben solle wider seinen herren, wann er sey nit ausgegangen als recht sei, er sey auch darczu nicht gefordert noch geladen, er sei ouch mit recht nit ertailt worden, es hab ouch keynn kunig noch gericht gewalt weder ains hab noch gut ligend noch farend hinzugeben noch zu erlauben sich zu underwinden dann das mit recht ertailt wirt, des aber da alles nit beschehen sei, und ob der brieff krafft gehabt solt haben, des er doch nicht getraw, so solt er doch nur des keisers lebtag krafft gehabt haben, wan es nur ain gnadenbrief ware, und nicht ein gerichtsbriefe; ouch: wie das die herrn von Beiern also herkomen und gefreiet sein, das nyemand uber sy zurichten hab dann ain Römischer kunig, noch uber die iren nyemand ze clagen noch ze fordern dann vor irn räten; ouch: so sey des lannds recht zu Bayrn nach ains puchs sag das da bestett sei, und ain iglicher richter daselbs im lannd sweren muss nach ynnhalt desselben puchs ze richten, dasselb pucz in ainem artickel gar clerlich ynne halte, wer hyncz dem andern ichts zu klagen hab, umb welcherlay das ist, on umb aigen und umb lehen, der sol im nachfaren und beklagen in dem gericht, darinne er gesessen ist; nu hab der obgenant Turner den egenanten unsern oheim herczog Ludwigen umb spruch, und nit umb lehen noch aigen beklagt, darumb solt er im nach ynnhalt des obgenanten artickels billich nachgefaren sein, und seczt das mit mer worten nach ynnhalt zwaier instrument die er furbracht und die do in gericht verlesen wurden. Dawider redt der egenant Turner und erczelt, wie das in unser oheim herczog Ludwig der elter ains sloss entwert, und im das on recht vor zeitn genomen hiet, darinne er mit andern die auch zu im ze clagen gehabt hieten sovil getan und gearbait hiet, das der egenant herczog Ludwig in kaiserliche acht gebracht und gesprochn were worden, darnach aber ein tayding zwischen dem egenanten unserm oheim und im durch den egenanten keyser Sigmund seliger gedechtnuss zu Ulm mit ir baider wissen und willen geschehen, und darynne in gesprochen sei ein ausrichtung und beczalung umb sein spruche auf genant stete und zeite, darumb sich dann unser egenant oheim herczog Ludwig der junger bei seinen furstlichen trewn als selbschuld mit ettlichen andern verschriben hab das solichs im gehalten und volfürte solte werden, ouch, wie nach solicher taiding er durch die egenanten die sich mit herczog Ludwig dem jungern verschriben haben von ettlicher irrung und einrede so sy in derselben taiding mayntn ze haben fur den egenanten keyser Sigmund selig zu recht furgewenndet sei worden, dofur er dann nach innhalt der ladung zu rechter zeit und weil komen sei, aber sein widertil nicht noch nyemand von iren wegen, daselbs er ouch ein rechtlich urtail erlanngt hab, das er von derselben ladung gancz ledig und quitt sein und umb solich sach von seinen widertailn nicht verrer umb getriben werden sulle, sunder im sulle nach ynnhalt des spruchs ze Ulm ein gancz benugen beschehen. Als er dann die egenant acht taydings verschreibung ladung und iczgemelten urtailbrief gancz und aigentlich verlesen liesse der aller im aber keyns gehalten sey worden, sunder er hab darnach nach seiner notdurfft den obgemelten kayser Sigmund als zu den zeiten seinen oberisten herrn und richter verer umb hilff und recht angeruffet, von dem er zuleczst erlangt hab ein bevelhnüss brief an alle furstn graven freyen herrn ritter knechtn pfleger vogt lanndrichter stete und gemain und ander des richs undertan allenthalben in dem heiligen riche, das er nach dem und im nicht volstrecket sei, alle und ygliche der obgenanten unser oheim herczog Ludwign des eltern und des jungern hab leutt und guter, wo und an welichen ennden sy die haben mit recht oder an recht, an langen darauf clagen und im die einantworten moge lassen nach ynnhalt desselben keiserlichen brieves, den er auch hörn liesse, und auf solichen briefe hab er herczog Ernsten von Beyern seligen umb recht im in den obgenanten lanndschrannen ze schaffen angeruffet, darnach den egenanten unsern oheim herczog Albrechtn der im dann nach langem vercziehen zuleczst in den egemelten lanndschrannen recht geoffnet und widergeen hab lassen, und main und hoffe, er hab solich urtail nach ynnhalt zwaier seiner gerichtsbriefe die auch verlesen wurden in den obgemelten schrannen rechtlich erlanget, und solle ouch billich dabei gehalltn werden, und secztn das also baiderseit zu recht; also ist nach ir baider rede und widerrede und nach genugsamlicher verhorung ir baider briefe und instrument und furbringung alles des des yetweder tail ze geniessen meynt durch unser räte und ander die da bei dem egenanten unserm hofmaister an dem rechten gesessen sind, in unserm namen aintrechticlich ze recht gesprichen: Sindemal herczog Ludwig der junger sich obgeschribner mass gegen dem Turner verschriben hat, das aber an im nicht volfüret ist, und darauff nu derselb Turner nach allen herkömen der sach ein bevelhnuss briefe von kaiser Sigmund selig an alle fürstenherrn ritter knecht als ouch oben gemeldet ist erworben hat, darauf im herczog Albrecht von Bayern in seinen lanndgerichten recht geoffnet und vergunnet, und darinne derselbe Turner etlich urtail erlanngt hat, das es bei solichen urtailn und erlanngten gerichtsbriefen in denselben lanndschrannen gegangen billichen beliben, und der egenant Turner dabei gehalten werden sol. Mit urkunt diess brieves versigelt etc. Geben zu der Newnstat an mitichen vor dem suntag als man singet in der heiligen kirchen Cantate. Anno domini etc. quadragesimo primo unsers richs im andern jare. Ad mandatum domini Regis Wilhelmus Tacz. Item illa litera duplicata est etc."

Chmel n. 260

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-4, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1441-05-10_1_0_13_0_1_4_CA4
(Abgerufen am 17.10.2018).