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Chmel, Regesta Friderici, Anhang

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K. Friedrichs Instruction für s. Gesandten zum Reichstag in Mainz.

"Item ein werbung an die fürsten die zu unser frawntag gen Mencze komen solln. Vermerckt die stuck der underweisung die wir Fridreich von gotes gnaden Romischer kunig etc. unsern senndboten zu dem tag durch uns, auff unser frawentag ze liechtmesse schirstkunfftig gen Mencze geseczet gegebn haben. Von erst sullen unser senndboten bei dem benanten tag fürbringen, wie wir zu stunden, nach auffnemen des heiligen riches, der heiligen cristenlichen kirchn sachen zu herczen genomen haben, unsern embsigen flisse ze tun damit die geaynet werde. Item daz wir auch willig gewesen wären, von derselben, und anderer des heiligen riches sachen wegen kürczer tag zu seczen, als gen Nüremberg auff sand Michelstag und gen Mencze auff sand Mertenstag, als dann in gegenwurtigkeit unsrer frewnt der kurfürsten botschefft vor uns zum ersten beredt ward so habent uns daran echafft sachen verhindert, von unserselbs lannde notdurfft, und darnach von der irrung wegen in dem kunigreich zu Ungern etc. Item von solher vorberurten irrung wegen, haben wir den tag der auff sannd Andrestag geseczet war, verlenget, uncz uff der heilign dreyer kunig tag, in solichem fürnemen, daz wir uns darczu selbs personlich zu fügen maynten. Item dozwischen habent sich die taiding des kunigreichs wegen ze Ungern unfehner sachen, so lang verczogen mit tage seczen und in ander wege daz wir zu dem verlengten tag gen Nüremberg weder komen noch trefflich geschicken mochten, als wir dasselb unsern frewnden den kurfürsten und ettlichen andern fursten, graven, herren und steten des heiligen reiches aigentlich zugeschribn haben, das auch unser senndboten bei dem tag ze Mencz unsern freunden den kurfürstn, und andern etc. klerlicher erczelen mügen. Item darunder sullen dieselben unser senndboten von unsern wegn auch zu erkennen gebn wie wir sy vor uns als zu dem tag gen Mencz geschickt haben, und in willen sein, uns mit der hillfe gots so pöldist wir mugen, nach in zu erheben, daselbshin gen Mencz in aygner person ze komen. - Item darnach sullen unser senndboten bey dem tag ze Mencze sich vor allen dingen underreden mit unsern frewnden den kurfürsten oder in irem abwesen mit iren reten und frewnden, in welher mass der benant tag ze Mencze anzeheben, und wie daselbs von unsern wegen der cristenlichen kirchn kunige senndbotn und auch andrer geistlicher und weltlicher fürsten, graven, herrn und stete oder irer boten in der heilign kirchen sachen rates zu begern sey. Desgelichen sulln unser senndeboten umb alle sachen die sich bei dem benantn tag ze Mencz gebürn ze hanndeln vor allen dingen unsrer frewnde der kurfürsten, oder irer rete rates phlegen. Item wo sich aber fügte daz dieselben unser rate und betrachtung darinne auch hören wolten die mügen unser senndeboten in zu erkennen geben, nach innhalt unser gegenwürtigen underweisung und sich doch darinn fleissen alsverr sy mügn daz sy der andern rete und betrachtung in den sachen vornemen. Item so es dann darczu kome daz unser senndbotn unser betrachtung ye von erst furhalten solten, so sullen sy zu erkennen geben wie wir denselbn sach nach rate unsrer preletn und gelerter weiser geistlicher und auch weltlicher mit fleiss nachgesinnet haben, also daz uns zu furderlicher aynung der heiligen cristenlichen kirchen zu disen zeiten nichts zymet so wol gedienen mügen als daz dain new kunfftiges Concily beruffet werde, auff maynung aines decrets, das sich anhebet, frequens, in dem nachsten Concilii zu Costencz geseczet ist, oder wie sich das nach rate zu nücz der heiligen kirchen am füglichisten gebüren mag. Item wir vernemen auch wie vormaln bei ainem tag ze Mence ettlich stete zu ainem andern Concili geratslagt worden sein mit namen Strasspurg, Speir, Trier, und Mencze, wie auch weilent kunig Albrecht unser vorvorder und vetter loblicher gedechtnuss, ob die yeczgenanten stette darczu nicht gevelliclich wurden ander furgenomen hab, als Regenspurg, Augspurg oder Costencz, doch unter allen stetten an dem Rein so habe in Strasspurg am fuglichstn darczu bedeucht und desgelichn beduncket auch uns. Item möchte man ain kunftiges Concilium also mit bedertail willen ordnen und bestellen, und wie iglicher tail dazwischen, und auch in demselben Concili solte gehalten werden, das were uns zumal lieb, und daz sich dasselb furderlich anhebn wurde, ob sich aber baide tail oder ir ainer darczu nicht verwillign wolten was uns dann darinne als Romischem kunig und vogte der heiligen kirchen geburet zu tun, des sein wir willig, nach rate unserer frewnde der kurfürsten doch also daz wir ander cristenlich kunig darinn auch mit uns haben, wann wir besorgen uns wäre mit unserer Deutschen nacion allein ain newes Concilium nicht wol furczunemen. Item und wie sich fügte, daz ein new Concili also mit unserm wissen und willen geordent wurde, so mügen unser senndboten uns erbieten willig ze sein demselbn Concili alle sicherhait und gelaite zu geben in mass als unser vorvorder keyser Sigmund loblicher gedechtnüss gegeben hat. Item wir sein auch in willen dasselb kunfftig Concili ze schermen und dahin ainen protectorem und stathalter ze geben. Item wir sein auch willig daran zu sein und allen geistlichen personen in dem heiligen reich und in unsern erblichen lannden die von recht oder gewonheit darczu ze komen pflichtig sind, ze gebieten daz sy sich zu sölhem newkunfftign Concili fugen und das an widerrede besuchen. Item umb deswillen daz die heilig cristenlich kirchen dester volkomenlicher in fride geseczt und die zwayung dester krefftlicher getiligt werde, so sein wir willig was darumb erklerung leuttrung oder geseczte in dem kunfftigen Concili getan werden, daz wir dieselben als ein getruer cristenliches glaubens auffnemen und halten welln auch ze bieten daz die auffgenomen und gehalten werden sovil uns das nach innhalt der decret geseczt zu Costencz und in andern Concilien die scismata und zwitrecht in der heiligen kirchen ze tiligen als ainem vogte derselben kirchen gebüret ze tun also daz ander cristenlich kunig auch unser frewnde die kurfürsten und ander fürsten und herren in iren kunigrichen lannden und gebieten desgelichen auch tun. Item ob der wege umb ain ander künfftig Concili nicht fürgang gehaben möchte von abwesen anderer cristenlicher kunige botschafft der villicht zu dem tag gen Mencz sovil nicht komen möchten als darczu notdurfft wäre, oder wie sich das begäbe, so mügen unser senndeboten von unsern wegen darlegen, daz ain anderer gerawmer tag an ain gelegen stat an dem Rein als gein Costentz Straspurg Speyer oder Mencze geseczet werde. Item ob villicht von der statte wegen zu ainem andern Concili, oder zu ainem andern tag zwitrecht wurdn, darumb bedurffen unser senndboten an uns nicht waygern sunder ain igliche stat von unsern wegen aufnemen, die unser frewnd die kurfürstn oder ir rete darczu fügsam beduncke. Item ob geredt wurde von den decreten des Concilii ze Basel aufzenemen, vernämen dan unser senndeboten daz solh auffnemen zu der heiligen kirchen nücze und richtnuss der zwitrecht gedienen möchte, so mugen dieselbn unser senndboten von unsern wegen zusagen, daz wir allain die decrett auffnemen wollen die vor dem gegenwurtigen scisma geseczt sind, und die unser frewnd die kurfursten vormaln auffgenomenhabent, und die sich auch unser obgenant vorvordern und vetter kunig Albrecht seliger verwilligt hete auffzenemen. Item ob bei dem obgemelten tag ze Mencze geredt wurde von ainer erklerung damit ainem tail solte gehorsam zugesagt werden darinn sullen sich unser senndeboten nicht vervahen, sunder das an uns schieben. Item ob unser frewnde die kurfürsten, oder ir rete von iren wegen begerten, daz wir mit in treten solten in ir aynung appellacion und protestacion, darauff mügen unser sendpoten antwurtten, daz sy in irem abschaiden von uns vernomen haben wie wir zu disen zeiten bei der antwurtte ze besteen maynen die wir iren reten und senndeboten hie in der Newnstat auff soliche ire begere in unserm auffnemen des heiligen reichs getan haben, ob aber unser senndeboten darüber als vast angehalten wurden so sullen sy das schieben uncz auff unser kunfft gen Mencz. Item ob bei demselben tag ze Mencz geredt wurde von des heiligen reichs sachen die bei dem tag zu Nüremberg solten furhandn genommen sein worden so mugn unser senndeboten darumb auch antwurtten auff ainen schub uncz auff unser zukunfft gen Mencz. Item was aber in der heiligen kirchen sachen von der deutschen nacion wegen bei dem tag ze Nüremberg solte geredt sein worden, darauff bedurffen unser senndboten an uns nicht waygern, sunder sullen sy von unsern wegen darauss reden auff solich maynung als oben begriffen ist. Item ob ouch durch der kristenlichen kunige senndeboten, unser frewnde die kurfürsten, und ander geistleich und werltlcih fürsten, prelate, herren, und stete die zu dem egenanten tag gen Mencz komen werden icht anderer wege geraten und furgenomen wurden die sy oder der merer tail aus in zu aynigung der heiligen kirchen bas ze dienen vermainten dann die wege so oben begriffen sind, der mugen unser senndboten sunderlich mit rat unserer frewnde der kurfürsten oder irer rete, von unsern wegen auch vorvolgen, doch daz sy damit dhainem tail gehorsam oder adherencz nicht zusagen, und sich auch in dhainerlei sachen begeben die wider unser vorgemelte antwurtte wäre, die wir unsrer frewnde der kurfürsten rete und senndeboten hie in der Newnstat gegeben habn. Item ob bei dem tag zu Mencze von solhen sachen wegen geredt wurd darumb botschefft zu baiden tailn ze schicken oder ze schreiben wäre so sullen unser senndboten den tag auffhalten und solh besliessung mit allem fleiss uncz auff unser kunfft gen Mencz, sunderlich angesehen daz wir menigem kunign und furstn zu demselben tag ze schicken geschriben haben die villicht auch alle so furderlich nicht dahin komen werden. Item ob von des kriechen gelts wegen in dewtschen lannden etc. geredt wurde so mügen unser senndeboten die antwurtt darumb wol schieben auff unser kunfft gen Mencz daselbs wir uns mit unsern freunden den kurfürsten und geistlichen und weltlichen fürsten deutscher nacion ze underreden maynen damit solh gelt zu hilfe und nucz der cristenheit gekeret werde, wurde aber umb dasselb gelt sonaft gehalten, so mügen unser senndbten darauff antwurttn, daz wir unsern willen darzu geben wellen daz von demselben kriechgelt alsvil des vorhanndn ist, den von Avinian ain sum nach glicher anzall der deutschen nacion gegen den andern nacionen bezalt werde, wan villicht die von Franckreich sich an das zu ainem newn Concili oder andern gelichn wegen nicht begeben wurden, als wir dann vernemmen, daz sy solh maynung vormaln auff ainem tag ze Mencze auch gemeldet haben, doch so maynen wir daz darein die sum gerechnet werde, die das Concili ze Basel vorher davon aufgehebt hat, und daz das ubrig tail unverrücket beleibe zu andern notdurfftn der heilign cristenhait. Die vorgeschriben underweisung, und darauff auch unsern gewaltsbrief haben wir unsern obgemelten senndeboten geschaffen aus unser canczlei ze antwurrtn an freytag der heiligen dreyer kunig tag anno etc. xlio."

Chmel n. 201

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Empfohlene Zitierweise

Chmel, Anh. n. CA-2, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1441-01-06_1_0_13_0_1_2_CA2
(Abgerufen am 19.02.2018).