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Chmel, Regesta Friderici

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Landtag zu Krems der österreichischen Stände aus Auftrag K. Friedrichs.

Commissäre K. Friedrichs waren: Die Bischöfe von Chiemsee und Seckau, Herr von Wallsee, Erhart von Zelking, Friedrich von Hohenberg, Sigmund von Eberstorf (obrister Kämmerer und Hubmeister in Oesterreich), Friedrich von Graben und Leopold Aspach. Der Letztere hielt die Eröffnungsrede. Sie sollen rathen helfen, wie den Raubzügen des Pangratz von Galitz Einhalt zu thun sey, er habe an die ungrischen Herren bereits geschrieben desshalb "das sy das underkomen und hern Pangretzen darumb schreiben sollten, als sy des der beredung wegen so zwischen den landen zu Rakerspurg betracht und geschehen sein, schuldig weren, aber sy hieten noch wenig darczu geton ..." Die 3 Stände (Prälaten, Herren, Ritter und Knecht) meinten, aus jedem Stande 4 (zusammen 16) sollten um 12 Uhr wieder ins Kloster kommen und berathschlagen "und ob sein not tun wurde, so solt man die räte was landleut wern, darczu vordern und sew solh fürnemen auch horn lassen." Die Städte meinten, es wäre am besten, wenn die königlichen Räthe gleich ("was landleut wern") zugelassen würden "wann sy doch auch dem land ains guten schuldig wern ... aber geviel den drein partheien ir maynung pascr ..." um 12 Uhr trugen die Städte wieder auf die Beyziehung der königlichen Räthe (die zugleich Landleute wären) an, und die andern willigten ein und es ward an diesem Tage ein Ausschuss von 4 aus jedem Stande gewählt. Diese 16 kamen am 14. Juny zusammen und entwarfen eine Schrift, die jedem Stande mitgetheilt wurde, die wurde bis zum 15. früh berathen, und die königlichen Räthe nahmen dieselbe mit Dank an. Es wurde auf einen Zug ausser Lands gegen den Pangratz angetragen, und sie erbaten sich die persönliche Gegenwart des Königs dabey, sie wollten sich auch dazu gut rüsten und den zehnten Mann ihrer Bauerschaft aufbiethen, und das erste Monath auch die Kosten tragen des Zugs ausser Land, doch erbitten sie sich desshalb einen Revers. Der König solle die fremden Herrschaften auch auffordern zur Stellung von Reisigen oder es soll ein Anschlag auf sie gemacht werden und von dem Ertrag Söldner angeworben werden "it. das auch die paurschafft auf dem land gesessen, die dinstpere guter haben, auf dem land auch zu dem veld gepraucht werden ..." Bis es zum Zug käme, soll der König dem Hauptmann auf der March mehr Mannschaft zusenden, dass er den Räubereyen Widerstand leisten könne ... Der König solle sich auch bey andern Freunden um Hülfe umsehen, auch möge er darauf sehen, dass der Zug nicht gegen den unlängst gemachten Waffenstillstand sey, dass von Böhmen und Mähren dem Pangratz keine Unterstützung zukomme, den oberösterreichischen Ständen soll auch das Vorhaben zur Anschliessung mitgetheilt werden, der Zug soll so bald als möglich seyn. Zuletzt bitten sie um Herstellung der guten Münze. "auch bitt die lantschafft diemuticlich sein kuniglich gnad welle gnediclichen darob sein und gedenkchen, dass die münss im land irn gang hab und gehalten werde, als von alter sey herkomen wann das groslich sey für sein k. gnad und für land und lewt, und das land grossen schaden nymbt an der frembden und geringen münss, die yetz im land geet."

Überlieferung/Literatur

Kollar, Anal. Vindobon. II. 1327-1336.

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Empfohlene Zitierweise

Chmel n. 2456, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1448-06-13_1_0_13_0_0_2455_2456
(Abgerufen am 15.01.2021).