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RI XII Albrecht II. (1438-1439) - RI XII

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Albrecht trifft nach der Aufhebung der Belagerung Tabors wieder in Prag ein.

Überlieferung/Literatur

Die Nachrichten über den Termin der Rückkunft nach Prag sind widersprüchlich. Für obigen Termin spricht ziemlich eindeutig die an diesem Tag dort ausgestellte Urk. n. 345. Die Rückkehr ist auch erwähnt ‒ allerdings zum 19. September ‒ im Brief eines Ungenannten an einen ungenannten Fürsten (dazu RTA 13, 530, Anm. 3) von 1438 Oktober 6 aus Nürnberg (Druck: RTA 13, 530 f., n. 288): ... notifico vobis, quod Romanorum rex divertit obsidionem a monte Tabor die veneris ante festum sancti Mathei apostoli et ewangeliste (a. a. O. 530, Zeile 33 f.). Siehe auch Stařj letopisowé česstj 111, n. 292 mit Schilderung des Einzuges und Empfanges in Prag zu September 20.

Kommentar

Als Grund für die Rückkehr Albrechts führt der Absender obigen Briefes dessen Mißtrauen gegen die bei ihm weilenden Böhmen an; er berichtet weiters über den sächsischen Sieg gegen die Hussiten von September 23 bei Brüx (unter Beteiligung der Herzöge von Braunschweig sowie schwäbischer und fränkischer Truppen) und über den siegreichen Kampf bei Budweis am 24. September (erfochten von reichsstädtischen Kontingenten) und unterrichtet schließlich von der Gesandtschaft Kg. Albrechts zum Nürnberger (Oktober-)Reichstag (siehe n. 410), über die Unterwerfung der Städte Saaz und Laun unter königliche Botmäßigkeit und über die Gefangenen des Kgs. (zu letzteren vgl. auch n. 409). Bei seiner Rückkehr nach Prag hatte der Kg. die in Budweis befindlichen Hilfskontingente zu sich beordert ‒ dazu siehe den Brief Nürnbergs an Regensburg von 1438 September 30 (RTA 13, 529 f., n. 287), dabei war das Motiv der Rückkehr Albrechts noch unklar. Außer diesen Berichten gibt es über das Ereignis der Aufhebung der Belagerung, der Rückkehr nach Prag und die anschließenden, für das Reich erfolgreichen Kämpfe bei Brüx, Budweis und Sellnitz (ohne Beteiligung des Kgs.) eine Fülle von Nachrichten; vgl. zunächst RTA 13, 526 ff., n. 285‒287 und 400, Zeile 13 ff. Die reichsstädtischen und andere Hilfstruppen, die den Aufrufen Folge geleistet hatten (vgl. n. 317 ff.), waren zum Tabor zu spät gekommen, wie auch oben ersichtlich; Kontingente Nürnbergs und anderer Reichsstädte trafen am 3. Oktober laut königlicher Order und mit Botschaften von den Kurfürsten in Prag ein (vgl. Stařj letopisowé česstj 112, n. 296 und RTA 13, 400, 667 f. und 669 f.), damals erfolgte dann sehr rasch die Masse der Privilegienbestätigungen (Oktober 7, siehe n. 375 ff.). Truppen Kölns u. a. stießen am 12. Oktober zu Albrecht (dazu Stařj a. a. O.). Nach Chronicon Palatinum (ed. Höfler) 50 habe der Kg. Prag bereits am 23. September wieder verlassen. Über das Gefecht bei Brüx vgl. auch den Brief Schlicks von September 30 (RTA 13, 714 ff., n. 364) und Stařj letopisowé česstj 111 f., n. 294. Lit.: Kanter, Mkgf. Albrecht Achilles 144; Bayer, Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte 11 (1898) 65 (zu September 20); Wostry, Kg. Albrecht II. 1, 165 (zu September 20); RTA 13, 400, Zeile 10 ff. Etwa zur selben Zeit fielen die Polen in Schlesien ein, was die Rüstungen für den schlesischen Feldzug beschleunigte und Albrecht veranlaßte, möglichst rasch von Prag wieder aufzubrechen (siehe n. 413/a, vgl. auch n. 341); vgl. dazu Coronatio Adalberti 25; Sigismund Rosicz 52; Długosz, Historia Polonica 4, 591 f.; Stařj letopisowé česstj 111 f., n. 294, 295 und 300, sowie Ermisch, Zs. d. Vereins f. Geschichte u. Altertum Schlesiens 12 (1875) 254 f. und RTA 13, 666 f. Wegen der dabei geschehenen polnischen Verwüstungen soll sich die Stadt Namslau an Albrecht um Hilfe gewandt und darauf den unwahrscheinlichen Bescheid erhalten haben, sich nicht zu verteidigen, bis der Kg. es befehlen würde (die Nachricht ist sonst nicht verifizierbar, sie findet sich nur bei Ermisch a. a. O. 260 f. mit Anm. 1, angeblich aus den Annales Namslavienses 1346‒1509 des dortigen Stadtschreibers Johannes Frobenius; Teildruck, ed. Grünhagen, in: SS rer. Silesiacarum 6, 1871, 163‒166, ohne die betreffende Stelle; Handschrift im Staatsarchiv Breslau nicht greifbar).

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI XII n. 345a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1438-09-18_2_0_12_1_0_379_345a
(Abgerufen am 16.12.2018).