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RI XII Albrecht II. (1438-1439) - RI XII

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Albrecht befiehlt durch Hašek von Waldstein, Hauptmann von Glatz, dem Franziskanerguardian Jakob und dem Augustinerpropst Heinrich zu Glatz, den Kollektoren der aus Anlaß der Verkündigung eines allgemeinen Ablasses durch das Basler Konzil (1436 April) für dieses eingehenden Gelder zu Glatz und Umgebung, die Indulgenzgelder vorläufig beim Rate der Stadt Glatz zu deponieren.

Überlieferung/Literatur

Nach Volkmer-Hohaus, Geschichtsquellen der Grafschaft Glatz 2, 193 f. Der genannte Auftrag erfolgte wohl kaum schriftlich, sondern Hašek ließ in Glatz am 29. April darüber ein Notariatsinstrument anfertigen (siehe Wostry, Kg. Albrecht II. 1, 74 und Anm. 2).

Kommentar

Wie aus der Quittung des Generalkollektors des Konzils in Schlesien, des Breslauer Dompropstes Nikolaus Gramis, von 1438 Oktober 23 ersichtlich, haben sich die Glatzer Kollektoren nicht daran gehalten, sondern beschlossen, da das Konzil über dem Kg. stehe, das Geld an Gramis abzuführen (vgl. Volkmer-Hohaus a. a. O.). Albrechts erstaunlich rasche Reaktion und seine Absicht, die Gelder, die Gramis für die Union mit den Griechen im Auftrag des Baseler Konzils einsammelte, zu beanspruchen, ist durch diesen selbst bezeugt, vgl. Acta Nicolai Gramis (Cod. dipl. Silesiae 15) 134, n. 102, Absatz 69 und 160 ff., n. 119, sowie auch 43 und Anm. und VII, 208, n. 149, Absatz 2; 217, n. 154. Zur Frage der Ablaßgelder im allgemeinen vgl. auch RTA 13, 403 f. Albrecht hatte noch von Ungarn aus den ungarischen Oberstkämmerer Stephan Pahornack von Bersewitz nach Krakau an den polnischen Hof entsandt, um auf diplomatischem Weg den polnischen Intentionen auf Böhmen entgegenzuwirken (siehe RTA 13, 392, Zeile 29 ff.; Stephans Bericht von Mai 27 löste dann z. B. n. 209 ff. aus, siehe RTA 13, 482, Anm. 2); dieser ersten Gesandtschaft ließ der Kg. Anfang April eine weitere folgen (vgl. Wostry, Kg. Albrecht II. 1, 132 f.), die auf Grund der Nachrichten der auf dem Wege nach Wien befindlichen böhmischen Gesandtschaft, die Hašek von Waldstein dem Kg. nach Raab und Preßburg entgegensandte (siehe Wostry a. a. O. 1, 126) ausgelöst wurde. Wohl damals erhielt der Glatzer Hauptmann auch den obigen Befehl, womit Albrecht schon etliche Zeit vor der Wahlannahme, aber bereits im Wissen um seine Wahl, als Reichsoberhaupt handelte. Zum Itinerar der Reise Albrechts von Ofen nach Wien ist zu bemerken: Der König ist wohl noch am 31. März in Ofen aufgebrochen und zog über Raab (siehe den Hinweis Walters von Schwarzenberg in seinem Brief an die Stadt Frankfurt, 1438 vor April 16: ... daz ich ben gewest bi unßerm hern dem konnige zue Rabe in Ungern etc....; RTA 13, 132, n. 82, Zeile 35) nach Preßburg, wo er sich jedenfalls am 4. April aufhielt (ergibt sich aus dem Brief des Diprand von Reibnitz an Breslau, siehe Wostry, Kg. Albrecht II. 1, 126 und 2, 159 ff., n. VIII; vgl. auch n. 23). Vor seinem Eintreffen in Wien, spätestens am 8. April (siehe n. 8), scheint der Kg. noch in Bruck (Leitha) Station gemacht zu haben, jedenfalls deutet ein Hinweis im Verzeichnis der von den Kämmerern verrechneten Gesandtschaften der Stadt Wien ad 1438 darauf hin: Ulrich der Pfanzagl und Peter Strasser zu k. Albrecht nach Bruck 14 Schilling, 15 pfennig (nach Brunner, Finanzen 271). Ein Aufenthalt Albrechts in dieser Gegend ist im weiteren Verlauf des Jahres 1438 kaum möglich und denkbar. Zum Eintreffen in Wien vgl. auch Wostry a. a. O. 1, 72. Eine von 1438 April 9 zu Vác (Waitzen) datierte Urk. ungarischer Provenienz wurde zwar von dem offensichtlich etwas zurückgebliebenen Kaspar Schlick besorgt, betrifft aber allein ungarische Angelegenheiten und ist für das Itinerar nicht maßgeblich (Org., Perg., möglicherweise S 2 vorne aufgedrückt, stark beschädigt, im Staatsarchiv Budapest, D. L. 13.175. Datierung: Datum Wade feria, quarta proxima post dominicam Ramispalmarum 1438. KU. rechts oben: Ad litteratoriam mandatum domini regis. KU. unter dem Siegel: Ad litteratoriam mandatum domini regis. sub sigillo Gaspari Slik cancellario. emanatum).

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI XII n. 7, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1438-04-00_1_0_12_1_0_18_7
(Abgerufen am 20.04.2019).