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RI XI Sigmund (1410-1437) - RI XI Neubearb., 3

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Kg. S. – der anführt, dass er vor gewisser Zeit dem Bürgermeister, Rat und der Gemeinde der Stadt Schweinfurt (Swinfurt) seinen getreuen Arnold (Arnolt) von Rosenberg als Vogt bis auf Widerruf eingesetzt hat, dass aber Arnold weit entfernt von Schweinfurt residiert und nicht imstande ist, diese Stadt regelrecht zu beschützen; die Stadt liegt dabei an einem solchen Ort, dass sie eines täglichen besonderen Schutzes bedarf (und wann dieselben von Swinfurt, als wir vernemen, an einem solichen ortt ligen, das si teglichs schirms sunderlich wol bedürffen, das si von dem egenanten Arnolt, nach dem und er in verre gesessen ist, nie wol haben mogen) – bestellt (zu irem vogt […] geben) den Ritter Erkinger von Seinsheim (den strengen Erkinger von Saunszheim), seinen Rat, mit wohlbedachtem Mut und rechtem Wissen anstelle Arnolds von Rosenberg zum Vogt der Stadt Schweinfurt und gebietet Erkinger aus kgl.-römischer Macht (von romischer kuniglicher macht), die Schweinfurter Bürger bis auf Widerruf als ihr Vogt an seiner Stelle vor Gewalt und Unrecht zu beschützen. Arenga: Siitdemal [!] wir von goͤtlicher schickung, als wir genczlich hoffen, czu Roͤmischem kunig erwelt und ouch gecroͤnet sin, so sin wir empsiclich betrachtund, wie wir unsern und des heiligen richs getruen, bii den wir allczit alein nicht sin mogen, solich vogte und schirmer geben, bii den si frides geniessen und ouch an irem wesen und liplicher narung czunemen moͤgen.

Originaldatierung:
an vnserer Frowen abend Himmelfart, 30 – 6
Kanzleivermerke:
KVr: Ad mandatum domini regis Michel canonicus Wratislaviensis. – KVv: Ohne RV.

Überlieferung/Literatur

Orig. Perg. dt., Siegel mit Perg.-streifen verloren (Siegelankündigung für Majestätssiegel) , in SOA Třeboň, Zweigstelle Český Krumlov, Bestand RA Schwarzenberků Hluboká nad Vltavou, Urkk., ohne Sign. (A) – Kop. dt.: zwei einfache Abschriften aus dem 16. und 17. Jh. in SOA Třeboň, Zweigstelle Český Krumlov, Bestand RA Schwarzenberků Hluboká nad Vltavou, Akten, Fasc. 277 (B, C); einfache Abschrift aus dem 18. Jh. im StA Nürnberg, Bestand Archiv Fürsten von Schwarzenberg, Urk. Nr. 120 (D).1 – Altes Reg.: dt. Kurzreg. in den Regg. zu Erkinger von Seinsheim aus dem 19. Jh. in SOA Třeboň, Zweigstelle Český Krumlov, Bestand RA Schwarzenberků Hluboká nad Vltavou, Akten, Fasc. 277, Nr. 8 (E).

Lit.: Schwarzenberg, Geschichte, S. 43; Rahrbach, Reichsritter im Mainfranken, S. 197‒199.

Kommentar

In den Jahren 1419–1421 kam es zu Streitigkeiten zwischen der Stadt Schweinfurt und dem Würzburger Bischof Johann II. von Brunn. Der Vogt Erkinger von Seinsheim stand aufseiten der Stadt.2 Als es zum neuen Kampf zwischen dem genannten Bischof einerseits und dem Kapitel sowie der Stadt Würzburg anderseits kam, stand Erkinger diesmal an der bischöflichen Seite. In Folge dessen wurde er im Jahr 1430 der Stadtvogtei enthoben.3

Anmerkungen

  1. 1Bis zum Jahr 2012 in SOA Třeboň, Zweigstelle Český Krumlov, Bestand Velkostatek Schwarzenberg, aufbewahrt – siehe die Aufnahmekriterien in der Einleitung dieses Bandes.
  2. 2Weiter über den Konflikt siehe Fries, Chronik der Bischöfe, III, S. 141–143 und Stoll, Erkinger, S. 33–38.
  3. 3Ebd., S. 40. Die Zeitangabe ergibt sich aus den städtischen Annalen aus dem 16. Jh., siehe Stein, Monumenta Suinfurtensia, S. 344.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI XI Neubearb., 3 n. 8, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/adbe41c8-ed3a-487c-94a9-df04c1c8d66c
(Abgerufen am 15.09.2019).