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RI XI Sigmund (1410-1437) - RI XI Neubearb., 2

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Kg. S. glaubt, dass Kg. [Wladislaus II.] von Polen über die schwere Gottlosigkeit des Ladislaus informiert sei, welcher sich für den Kg. von Neapel halte (de gravi impietate Ladislai gerentis se regem Neapulie), Übergriffe auf den Kirchenstaat tätige und dabei die Zeichen Gottes nicht fürchte (Cristi patrimonium occupat et offendit, dei signacula non metuendo), vielmehr durch unbedachte Blockaden (temerariis obstructionibus) die Vollendung der Kirchenunion hindere und für seine schweren Vergehen keine Buße annehme. Deshalb sei Ladislaus von allen Getreuen Christi zu verfolgen und zu bestrafen (est persequendus et puniendus), damit nicht etwa dessen sündhaftes Verhalten toleriert werde (ne sit occasio neglectorum malorum). S. fordert den Kg. von Polen auf (movemus […] et hortamur), in dessen Ländern (regnis et terris) den vom Papst ausgerufenen Kreuzzug gegen Ladislaus proklamieren zu lassen, damit alle Christen, die entsprechende Ablässe gewinnen möchten, sich in Italien sammeln, die Rebellion des Ladislaus unterdrücken und dadurch ewigen Gotteslohn verdienen mögen (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Orig. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert. – Kop. lat.: Abschrift auf fol. 12v–13r einer Hds. aus dem 15. Jh., die sich vor 1914 im Besitz Walter Dolchs, Bibliothekar des Sammlers Eduard Langer, in Braunau befand, heute verloren (B); Abschrift (ohne Datierung) vom Beginn des 20. Jh.s unter den von Berthold Bret­holz angefertigten Abschriften und Auszügen aus B in MZA Brno, Bestand G 37 – Berthold Bret­holz, Kart. 16, fol. 34r (überschrieben: Imperator [!] ad regem Polonie, ut in suis regnis erectionem crucis contra regem Neapulie faciat proclamare) (C).

Kommentar

In einer Prager Hds. ist ein undatierter Brief Kg. Wenzels [IV.] an Kg. Wladislaus [II.] von Polen mit (fast) gleichem Wortlaut überliefert.2 Entweder schrieben tatsächlich beide Brüder koordiniert an den Polenkönig, oder die handschriftliche Tradition hat in einem Fall den Namen des Kg.s verwechselt.

Anmerkungen

  1. 1Die Datierung ergibt sich aus dem historischen Kontext: Am 9. September 1411 rief Papst Johannes ­XXIII. den Kreuzzug gegen Kg. Ladislaus von Neapel aus – siehe ASP I, S. 361–363, Nr. 561. Am 17. Juni 1412 schloss er mit Ladislaus Frieden – siehe Herre, Beziehungen, S. 6.
  2. 2Ed.: Codex epistolaris, hg. Lewicki, II, S. 48, Nr. 41.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI XI Neubearb., 2 n. 1, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/db58e6ec-cd55-43e7-a81b-ec3f4f17abcf
(Abgerufen am 03.07.2020).