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RI XI Sigmund (1410-1437) - RI XI Neubearb., 2

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Kg. S. verpfändet (obligamus et impignoramus) seinem Getreuen Johann Guttenstein [von Wottawa]1 (Johann dicti [!] Guthstein) das Dorf Líšina (Lyssina) des Chotieschauer Propstes (praepositi de Cotieschaw) mit allem Zubehör, Nutzen und aller Herrschaft, einerseits um das Dorf zu schützen (causa tutelae, protectionis et conservationis huiusmodi villae), andererseits um die Rückzahlung von 150 Schock böhmischer Groschen für die Dienste, die ihm Johann erwiesen hat und in Zukunft noch erweisen wird, sowie für die im kgl.en Dienst erlittenen Schäden abzusichern. S. behält sich und seinen Nachfolgern als böhmischer Kg. oder allen, die dafür zuständig sein werden (alii quorum interfuerit), die Möglichkeit vor, das verpfändete Dorf von Johann oder dessen Erben auszulösen, woraufhin Johann oder dessen Erben das Dorf dem Chotieschauer Propst nach Aushändigung des Schuldbetrags ohne jedes Hindernis zurückerstatten sollen. Schließlich bestimmt er, dass die durch diese Urk. gewährten Rechte auch diejenigen genießen sollen, die die Urk. mit Johanns gutem Willen innehaben werden (nach Kop.).

Originaldatierung:
in festo Circumcisionis Domini, XXXIV – XI – 1
Kanzleivermerke:
KV: [Relacio]2 Friderici de Kolowrat etc.3 (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Orig. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert.4 – Kop. lat.: Abschrift (Siegelankündigung: harum nostrarum, quibus sigillum nostrum appensum est, testimonio litterarum, quas dum nobis in specie fuerint reportate, sigillo nostro maiori imperiali faciemus communiri)5 aus dem 18. Jh. in SOA Plzeň – SOkA Cheb, Bestand Premonstráti Teplá II, Inv. Nr. 628, Sign. VII a, Kart. 90, fol. 31v–32r (B). – Altes Reg.: tsch. Regg. in den Abschriften des Registers der verpfändeten Kammergüter aus den Jahren 1453/54 in den Hdss. aus dem 16. Jh. in NA Praha, Bestand ČDK, Sign. RKP 2450, Buch Nr. 148, pag. 183 (C) und in NK ČR, Handschriftenabteilung, Sign. UK XVII A 15, pag. 329 (D); tsch. Reg. aus dem 16. Jh. im Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv – Hofbibliothek – Museen, Regensburg, Sign. Böhmen-Akten 93 (alt: XI.142.1), Register des Klosters Chotieschau, fol. 14r (E).

Reg.: II, S. 452, Nr. 535 (Abdruck von D); RI XI, Nr. 4405 (nach ); Sedláček, Zbytky register, S. 159, Nr. 1122 (tsch., nach ); Koutná, Register, S. 112, Nr. 149 (dt., nach Sedláček).

Lit.: Köpl, Chotieschau, S. 24–27; Čechura, Chotěšov, S. 58–59; Hlinomaz, Dějiny kláštera, S. 56–62; Bárta, Zástavní listiny, S. 16–17, 39.

Anmerkungen

  1. 1Es ist zu betonen, dass es sich um Johann Guttenstein von Wottawa und nicht um Johann von Gutenstein handelt, vgl. dazu Bárta, Zástavní listiny, S. 17, Anm. 36.
  2. 2Das in der erhaltenen Abschrift (B) fehlende Wort relacio kann nach dem Usus der ung. Geheimkanzlei S.s ergänzt werden, durch die die Urk. offensichtlich ausgefertigt wurde, worauf die Siegelankündigung hindeutet.
  3. 3Ob bereits in der Ausfertigung die Kürzung etc. stand oder der Kopist im 18. Jh. mit dieser Kürzung etwas ersetzt hat, bleibt unklar.
  4. 4Die Orig.-Urk. war noch im Jahr 1487 vorhanden, siehe die Urk. Scholastikas von Wottawa vom 20. April 1487, in NA Praha, Bestand AZK, Inv. Nr. 2249, Sign. ŘP Chotěšov 208; Reg.: VIII, S. 501–502, Nr. 141.
  5. 5Die Urk. dürfte mit dem ung. Sekretsiegel (Posse 14/3) besiegelt worden sein, weil sie dieselbe charakteristische Siegelankündigung enthält wie einige andere Verpfändungsurkk. S.s über die kirchlichen Güter, die mit dem ung. Sekretsiegel besiegelt sind (vgl. Regg. Nr. 32 und 41; RI XI NB/1, Nr. 25 und auch Bárta, Falzum, S. 120–123). Laut C und D sollte die Urk. mit einem "kleinen Siegel" (s menší pečetí) besiegelt worden sein.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI XI Neubearb., 2 n. 36, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d5cec32c-a763-456e-93b5-c5b78ceadc4a
(Abgerufen am 19.04.2019).