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RI XI Sigmund (1410-1437) - RI XI Neubearb., 2

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Kg. S. ersucht (begeren […] mit allem flisse) seinen Schwager [Burggraf Johann von Nürnberg] (hochgeborner lieber swager und furste),2 den er bereits früher in der Angelegenheit der Bürger von Eger aufgefordert habe, die geplanten Schritte gegen die Egerer zu unterlassen,3 erneut, keine Rechtsansprüche gegen die Egerer zu erheben, solange er, S. nicht nach Deutschland komme (das du diselben zuspruch, als du dann noch zu in dich zu haben undernymest, in gutem besteen sten lassen wollest und in dorumb keinen unwillen bewysen, biß uff unser zukunfft gen Tutschen landen). S. hofft, dass er dann Johanns Ansprüche gegen die Egerer durchzusetzen vermag. Des Weiteren teilt er Johann mit, dass die Forster – wie er gehört habe – willkürlich etliche Egerer Bürger mit der Ladung vor das Landgericht [der Burggrafschaft Nürnberg] belästigen würden, wodurch die Egerer sehr beeinträchtigt würden. Deswegen ersucht (begeren) er Johann auch, dafür zu sorgen, dass über die Egerer bis zu seiner Rückkehr keine Acht verhängt werde (das du dafur sin und nit gestatten wollest, das sy in die echt gebracht werden biss uff unser zukunfft gen Tutschen landen) (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Orig. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert. – Kop. dt.: Gleichzeitige Abschrift eines geschlossenen Briefs (ohne Datierung, äußere Adresse und Kanzleivermerke), in SOA Plzeň – SOkA Cheb, Bestand AM Cheb, Kart. 541, Fasc. 758, Inv. Nr. A 4450/18 (alt: A 3550/18) (B); einfache Abschrift aus dem 19./20. Jh. in Karl Siegls Sammlung "Kopien der Kaiser- und Königs-Urkunden im Egerer Stadtarchiv. I. Von König Ottakar bis König Georg von Podiebrad" in SOA Plzeň – SOkA Cheb, Archivbehelfe, Nr. 162 (C).

Kommentar

Wohl dasselbe Mandat wird auch in einer Berufung der Egerer Bevollmächtigten an Papst Johannes XXIII. gegen die Vorladung und die anschließende Ächtung von vier Egerer Ratsherren durch das Nürnberger Landgericht vom 24. Oktober 1413 erwähnt (vgl. Reg. Nr. 6).4

Nach dieser Berufung wurden die vier Ratsherren im Rahmen des Streits zwischen der Stadt Eger und Burggraf Johann von Nürnberg bzw. dessen Lehnsmann Erhard Forster (siehe Kommentar zu Reg. Nr. 2) dreimal vor das Nürnberger Landgericht geladen und anschließend durch dieses geächtet, was eine Verletzung des Egerer Gerichtsstandprivilegs bedeutete und eine schriftliche Intervention Kg. Wenzels [IV.] und Kg. S.s beim Nürnberger Landgericht und dazu noch eine gesonderte Intervention S.s beim Landrichter Stephan von Absberg, den Burggrafen Johann und Friedrich von Nürnberg und erneut beim Nürnberger Landgericht hervorrief.5

Anmerkungen

  1. 1Der Zeitraum ergibt sich aus dem Itinerar Kg. S.s, der nur im Sommer 1413, und zwar zwischen 17. August und 25. September in Chur weilte – siehe Hoensch – Kees, Itinerar, S. 91; Engel – C. Tóth, Itineraria, S. 96.
  2. 2Dass es sich um den Schwager S.s, den Nürnberger Burggrafen Johann von Zollern handelt, lässt sich aus dem historischen Kontext eindeutig ableiten (siehe die Regg. Nr. 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 11 und den Kommentar). Obwohl Johanns Name in der Urk. nicht explizit vorkommt, werden bei weiteren Nennungen Johanns im obigen Regest der Übersichtlichkeit halber die eckigen Klammern weggelassen.
  3. 3Siehe das oben rekonstruierte Dep. Reg. Nr. 2.
  4. 4SOA Plzeň – SOkA Cheb, Bestand AM Cheb, Urk. Nr. 313 (ausführliches Reg. siehe bei Gradl, Minderung, S. 64–66): Und auch wiewol das ist, das uber diss alles beid unser allergnedigsten und mechtigsten herren, heren Sigmund Romischer und her Wenczslaw zu Behem unuberwontliche kunige, den wir von des reichs wegen und der kron zu Behem zu veranttworten sten, yr yeclicher besunder haben an das lantgericht geschriben und vor uns recht gepoten und heruber auch und darnach unser her, der Romische kunig, von sein und des reichs wegen herren Stepffan von Absperg, des lantgerichtes zu Nuremberg gemein lantrichtter, und beiden burgrafen und dem lantgerichte geschriben, vermant und gepoten hat, das lantgericht in dieser sach abzutun und die sach vor sich geheischen und ofschöben, und hat auch der stat zu Eger verpoten, das sie die vorgeschriben vier burger nit sollen lassen sten oder antworten an dem obgenanten lantgericht, als sein versigelte brieffe und auch unsers heren von Behem, die wir in das lantgericht geantwortet haben und lassen lesen daselbs, clerlicher ausweisen.
  5. 5Siehe Regg. Nr. 6, 8, 9, 10.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI XI Neubearb., 2 n. 7, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/bca9be44-cc34-4f33-a243-bb0c6c040577
(Abgerufen am 20.09.2019).