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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) mahnt, nur derjenige solle zu guten Taten antreiben und die Vergehen rügen, der die Gebote des Herrn einhält; derjenige, der aufgrund seiner Lebensführung getadelt wird, finde mit seiner Predigt kein Gehör, denn er errege eher den Unwillen des Volkes, als daß er (jemanden) für Gott gewinnen könne.

Incipit:
Hoc autem quod Iohannes ait ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: –.

Insert: Coll. Taurinensis (12. Jh., Turin Bibl. univ. naz.: E.V. 44 [903] fol. 48r).

Drucke: Dümmler, Gesta Berengarii 156; MG Epist. VII 331 n. 2.

Reg.: JE 3024.

Lit.: –.

Kommentar

Das nur in der Coll. Taurinensis überlieferte Stück wurde von Caspar in MG unter den Epistolae dubiae eingeordnet. Zur Coll. Taurinensis vgl. Pflugk-Harttung, Fälschung von Canones, Kéry, Canonical collections 284, Fowler-Magerl, Clavis Canonum 172f. und Motta, Silloge 413-442. Im Lemma der Coll. Taurinensis wird die Aufforderung Johannes' VIII. u. a. mit dem Verhalten des Bischofs Philetas von Isaurien in Zusammenhang gebracht: Idem inter alia circa Philetum episcopum Ysaurie, qui male uiuebat et bene docebat; mindestens der genannte Bischof, wenn nicht auch die Zuschreibung zu Johannes VIII. müssen laut Caspar in MG Epist. VII 331 Anm. 5 als Fälschung gelten. Zu Ermahnungen, die Geistlichen mögen mit gutem Beispiel vorangehen, vgl. etwa Isidor von Sevilla, Sententiae III,36 (Cazier 276f.). Aufgrund des Fälschungsverdachts ist das Stück auf den gesamten Pontifikat Johannes' VIII. zu datieren.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. †?4, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/fcb381aa-1916-4738-b575-2056cc46a0ea
(Abgerufen am 20.07.2018).