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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Johannes (Hymmonides) von Rom widmet Papst Johannes (VIII.) die auftragsgemäß (vgl. n. 80) von ihm verfaßte, aus vier Büchern bestehende Vita Gregorii.

Überlieferung/Literatur

Druck: Johannes Hymmonides, S. Gregorii Magni vita (Widmungsverse und -brief) (Migne, PL LXXV 59-61; vgl. MG Poet. Lat. 4,2 1068-72).

Erw.: Chr. Bononiense A (Corpus Chr. Bononiensium, SS rer. Ital. XVIII,1,1 416); Sigebert von Gembloux, Chr. (MG SS VI 341); Ekkehard von Aura, Chr. (MG SS VI 173); Annalista Saxo a. 872 (MG SS XXXVII 92); Vinzenz von Beauvais, Speculum historiale 976; Martin von Troppau, Chr. (MG SS XXII 429); Johannes Longus von Ypern, Chr. monasterii s. Bertini (Martène-Durand, Thesaurus III 527); Eulogium (Haydon, SS. rer. Brit. 9,I 245).

Reg.: –.

Lit.: Arnaldi, Giovanni Immonide 50; Leonardi, Pienezza ecclesialePienezza ecclesiale 53f.; Berschin, Biographie III 372-387; Herbers, Personenbeschreibungen 184f.; Herbers, Textus 129-131; Herbers, Liber pontificalis comme source de réécritures 99f.; Arnold, Johannes 56f.

Kommentar

Bei Migne finden sich die Widmungsverse sowie der Brief an den Papst, in MG Poet. lat. nur die einschlägigen Verse. Tholomeus von Lucca, Hist. ecclesiastica (MG SS XXXIX 364) identifiziert irrig Johannes Hymmonides mit dem Papst Johannes VIII. und schreibt diesem die Abfassung der Gregor-Vita zu. Nachdem Johannes Hymmonides 873 den Auftrag erhalten hatte (n. 80), könnte ein erstes Buch schon 874 dem Papst vorgelegt worden sein, wie im Widmungsbrief angedeutet wird: ... vix primum librum Gregorianae Vitae compleveram, quando hunc, in ejusdem vigiliis annua vertigine revolutis, tua probavit pariter ac publicavit auctoritas ... (n. 113). Die Vita selbst enthält auch im weiteren mehrfach zeitgeschichtliche Bezüge und Anspielungen. Zum Verfahren der réécriture vgl. Herbers. Zum Werk vgl. Wattenbach-Levison-Löwe, Geschichtsquellen IV 467f. (mit weiterer Literatur). Die Fertigstellung wurde bisher allgemein 875 angenommen, vgl. Leonardi 53f. Allerdings konnten bereits Devos, Le mystérieux épisode v. a. 358-360 und 371f. und diesem folgend kürzlich Bougard, Anastase 36 überzeugend eine Fertigstellung erst nach der Flucht des Formosus aus Rom kurz vor seiner Exkommunikation am 19. April 876 (n. 175) nachweisen; vgl. hierzu auch Bertini, Giovanni Immonide 902-904. Die Abfassung des Widmungsschreibens und die Übergabe der Vita dürften nur kurze Zeit nach diesem Ereignis erfolgt sein, da die von Devos zur Datierung herangezogene Episopde im letzten Kapitel des Werkes steht.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 180, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/fa8cf11a-614e-49f0-8a37-1db01b2011a9
(Abgerufen am 23.10.2018).