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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) läßt die Gebeine von Papst Marcellus und den Märtyrern Largus und Smaraldus in die Kirche S. Marcello (al Corso) in Rom übertragen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Bleiplatte mit Inschrift (Grossi-Gondi, Excursus 161 n. 38).

Reg.: –.

Lit..: Hotzelt, Translationen ins westliche Frankenreich 6.

Kommentar

Die 1869 in der Kirche S. Marcello al Corso in Rom gefundenen Gebeine mit der Bleiplatte sollen mit der Inschrift Corpus beati Marcelli papae et martyrum Largi et Smaraldi versehen gewesen sein. Dies hat Hotzelt zu dem Schluß geführt, daß nicht Paschalis I., sondern erst Johannes VIII. die Gebeine nach S. Marcello übertragen habe. Widersprüchliche Angaben zum Papst Marcellus sind überliefert. Zu den unterschiedlichen Informationen zu seiner Grabesstätte kommen Zweifel an der Existenz eines Papstes Marcellus. So wurde vermutet, Marcellus sei mit Papst Marcellinus gleichzusetzen. Amore, Marcello 672-676 und ders., Papa Marcello hat jedoch diese These zurückgewiesen und betont, Papst Marcellus habe Anfang des 4. Jh. gelebt und sei in den Katakomben der heiligen Balbina an der Via Ardeatina begraben worden. Demnach wäre anzunehmen, daß Johannes VIII. die Gebeine des Marcellus von der Via Ardeatina in die Stadt überführen ließ. Zu den häufigen Translationen von Reliquien aus den Katakomben in die stadtrömischen Kirchen im 9. Jh. vgl. Testini, Catacombe 241, Herbers, Leo 357-360. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der fälschlichen Zuschreibung eines Fragments aus einem Brief Nikolaus' I. (Böhmer-Herbers n. 777), wo Marcellus genannt wird, zu Johannes VIII. in der kanonistischen Überlieferung (vgl. auch das Regest JE 3368, das zu streichen ist). Die Datierung ist nicht näher eingrenzbar.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 15, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f8ca8c9f-06b3-49a6-8261-9137ddf22296
(Abgerufen am 21.04.2019).