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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) exkommuniziert (ab omni Christianorum societate separamus) den (Markgrafen) Bernhard (von Gothien), den Sohn (des Grafen) Bernhard (von Maine) und Belihildes (Bernardum filium Bernardi et Belihildis), bis zur Satisfaktionsleistung; begründet seine Entscheidung mit dessen Übergriffen auf Kirchengut, mit dem Widerstand gegen die königliche Gewalt, mit der Entfremdung von Besitz des Erzbischofs Frothar (von Bourges) sowie mit der Nichtbeachtung der dritten erzbischöflichen, der zweifachen päpstlichen (n. 398 und n. 404) und der einmaligen königlichen Ladung.

Incipit:
Bernardum sacrilegum, filium Bernardi et ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11. Jh., Rom Arch. Vat.: Reg. Vat. I fol. 60v; 16. Jh., Rom Arch. Vat.: Arm. XXXI, t. 1 fol. 110r.

Drucke: Carafa, Epist. III 385; Sirmond, Conc. Gall. III 487; Conc. coll. reg. XXIV 144; Labbe-Cossart, Conc. IX 89; Hardouin, Acta conc. VI 39; Mansi, Coll. XVII 107; Migne, PL CXXVI 800; MG Epist. VII 122 n. 142.

Reg.: J 2404; JE 3191; Werminghoff, Synoden 654.

Lit.: Hefele-Leclercq, Hist. IV,2 674; Auzias, Aquitaine 381 und 383; Oexle, Ebroin von Poitiers 204f.; Deutinger, König als Richer 42; Scholz, Politik 233; Geelhaar, L'autorité du pape 236.

Kommentar

Die nur in den angeführten Registerabschriften (vgl. zu diesen Caspar, Register Johanns 85-99 und Lohrmann, Register Johannes 5-156) überlieferte Exkommunikationssentenz wurde auf dem Konzil von Troyes ausgesprochen, zu dem Bernhard unter anderem wegen der Auseinandersetzungen mit Erzbischof Frothar von Bourges vorgeladen gewesen (n. 398 und n. 404), jedoch nicht erschienen war; hingegen war der ebenso geladene Frothar (n. 399) anwesend. Vgl. zur Sache auch den früheren päpstlichen Brief (n. 378) in dieser Angelegenheit, der jedoch noch keine Ladung zum Konzil enthält. Zu dem in der Adresse genannten Vater Bernhards von Gothien, dem Grafen Bernhard von Maine, vgl. Dhondt, Principautés territoriales 313 und Levillain, Marche de Bretagne 101; die Mutter Bernhards, Belihilde, war die Tochter des Grafen Rorico von Maine, vgl. Ann. Bertiniani a. 865 (Grat 117). Die undatierte Exkommunikationssentenz wird aufgrund der inhaltlichen Zusammengehörigkeit als zeitgleich mit n. 431 angenommen, vgl. bereits Caspar, Register Johanns 149 Anm. 8, woraus sich die oben angegebene Datierung ergibt.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 432, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f4609b1d-fa58-4dac-8ee9-04ce87b18bd1
(Abgerufen am 06.12.2019).