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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) verkündet allen Bischöfen, namentlich dem Erzbischof Frothar von Bourges und den (Bischöfen) Anselm von Limoges, Aigfred von Poitiers, Dodo von Angers, Rotbert von Le Mans und Hildebrand von Séez sowie allen Grafen, anderen vornehmen Personen und Gläubigen, in deren Sprengeln sich Besitzungen von S. Mauricius in Tours befinden (reverentissimis et sanctissimis Frottario archiepiscopo Bituricensi et Anselmo Lemovicensi, Acfrido Pictavensi, Dodoni Andecavensi, Ratberto Cenomanensi, Hildeprando Saiensi episcopis necnon et aliis omnibus episcopis et comitibus aliisque personis illustribus, sanctę Dei ecclesie fidelibus, in quorum parroechiis sancti Mauricii Turonensis ecclesię prędia esse videntur), daß dem Bericht von Erzbischof Adalard (von Tours) zufolge Grafen und deren Untergebene rechtswidrig angeeignetes Gut von S. Mauricius in Tours in ihrer Gewalt haben; befiehlt (mandamus nostraque apostolica auctoritate expresse iubemus) ihnen, die Eindringlinge unter Androhung der Exkommunikation zu ermahnen (ut ... moneatis), den Besitz an die vorgenannte Kirche zurückzugeben und sie gegenfalls zu exkommunizieren sowie sie aufzufordern (illos monete), die nona und den (Kirchen)zehnten nach alter Sitte (secundum antiquam consuetudinem) unverzüglich zu entrichten; er legt ihnen auf (indicimus), den Besitz von S. Mauricius, der in ihren Sprengeln liege, zu schützen, andernfalls werde sie die kanonische Strafe (canonico sancitu) ereilen.

Incipit:
Vestrorum omnium religiositas seu universorum ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11. Jh., Rom Arch. Vat.: Reg. Vat. I fol. 46v; 16. Jh., Rom Arch. Vat.: Arm. XXXI, t. 1 fol. 83r.

Drucke: Carafa, Epist. III 386; Sirmond, Conc. Gall. III 487; Conc. coll. reg. XXIV 145; Labbe-Cossart, Conc. IX 89; Hardouin, Acta conc. VI 40; Mansi, Coll. XVII 93; Migne, PL CXXVI 801; MG Epist. VII 88 n. 93.

Reg.: J 2406; JE 3145.

Lit.: Mordek-Schmitz, Konzil von Troyes 179-225; Lesne, Propriété ecclésiastique II,2 306.

Kommentar

Der Papstbrief ist nur in den angegebenen Registerabschriften überliefert, vgl. zu diesen Caspar, Register Johanns 85-99 und Lohrmann, Register Johannes 5-156. Johannes bezieht sich wohl auf einen mündlichen Bericht des Adalard von Tours, welcher in den Unterschriftenlisten der Synode von Troyes (n. 405) erscheint (MG Conc. V 104, 135, 141). Auf der Synode stellte der Papst zudem eine Urkunde (n. 402) für Adalard und die Kirche von Tours aus. Zum Kirchenzehnten und zur nona vgl. Constable, Nona et Decima 240; vgl. außerdem Pöschl, Kirchengutsveräußerungen 48. Zu sancitus vgl. Niermeyer, Lexicon s. v. mit Angabe einer weiteren Belegstelle bei Johannes VIII. (vgl. n. 398). Der Brief trägt keine Datierung, entstand aber wohl während der Synode von Troyes und wäre analog zu n. 410, in dem Adalard von Tours erwähnt wird, unter Präzisierung von Caspar, Register Johanns 143 (gegen JE: Mai 878) auf die Zeit zwischen Mitte August und Anfang September 878 zu datieren.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 409, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f11a178e-e966-4f2d-b899-f4bc60001bd0
(Abgerufen am 01.12.2020).