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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) verhängt das Anathem über den magister militum Sergius von Neapel.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 243; Erchempert, Hist. Lang. Benevent. c. 39 (MG SS. rer. Lang. 249); Chr. Salernitanum c. 121 (Westerbergh 134); Johannes von Volturno, Chr. Vulturnense (Federici, FSI LVIII 361).

Reg.: –.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich III2 29 Anm. 2; Gay, L'Italie méridionale 118; Hartmann, Gesch. Italiens III,2 22; Russo Mailler, Napoli II,1 369.

Kommentar

Der in n. 189 lediglich angekündigte Bann des Sergius wurde offensichtlich nicht, wie Erchempert, Hist. Lang. Benevent. c. 39 und das Chr. Salernitanum, c. 121, angeben, im Rahmen der Süditalienreise des Papstes im Frühjahr des Jahres 876 verhängt (Sergius vero magister militum ... noluit se ab illi alienare, qui statim anathematizatur est) (vgl. auch Dümmler), sondern aufgrund der Datierung von n. 189 in der Zeit zwischen Mitte September 876 und der Mitteilung Sergius', seinen Pakt mit den Sarazenen lösen zu wollen, die den Papst Anfang März 877 erreichte (vgl. n. 233). Über die Exkommunikation selbst liegt keine eigenständige Mitteilung des Papstes vor, insofern wäre es denkbar, daß Sergius im Januar 877 während des zweiten päpstlichen Aufenthaltes in Neapel gebannt wurde, da in diesem Monat die Registerführung völlig aussetzt, vgl. Lohrmann, Register Johannes 179. Da dies aber lediglich vermutet werden kann, wird an der relativ offenen Datierung festgehalten. Ein Nachhall der Exkommunikation findet sich in neapolitanischen hagiographischen Quellen des 10. Jh., in denen allerdings nicht der dux Sergius, sondern das gesamte neapolitanische Volk bzw. die Neapolitaner als von Johannes VIII. exkommuniziert dargestellt werden, vgl. Libellus miraculorum s. Agnelli, Miraculum II (Vuolo, Testimonianza hagiografica napoletana 156) und Petrus Calo, Legendar, Miraculum II (Vuolo, Testimonianza hagiografica napoletana 208) sowie zum Hintergrund der Quellen Vuolo, Testimonianza hagiografica napoletana 90f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 190, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ef58b368-5888-4d9c-9058-1ec1d3d19672
(Abgerufen am 16.07.2018).