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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) entsendet die Legaten Bischof Paulus (von Ancona) und Bischof Eugenius (von Ostia) nach Bulgarien und nach Byzanz zur Übermittlung zahlreicher Briefe (vgl. n. 318, n. 319, n. 326, n. 327, n. 329, n. 330).

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 318; n. 319; n. 326; n. 327; n. 329; n. 330.

Reg.: –.

Lit.: Hergenröther, Photius II 298f., 389f., 608; Lapôtre, Jean VIII 61-63 (ND 127-129); Hefele-Leclercq, Hist. IV,1 560-562, 567, 583-585, 605; Caspar, Register Johanns 132f.; Dvorník, Photian Schism 172f., 175; Mejer, Paus Johannes I 272; Congar, Ecce constitui te 677f.; Riesenberger, Prosopographie der päpstlichen Legaten 241-245; Tobias, Basil 458-460; Dvorník, Light of Recent Research 35-38; Stiernon, Konstantinopel IV 206f.; Boojamra, Photian Synod of 879-80 3-7, 21-23; Haugh, Photios 125-128; Simeonova, Diplomacy 306-315; Nerlich, Diplomatische Gesandtschaften 223, 232-235; Gemeinhardt, Filioque-Kontroverse 245; Döpmann, Kyrillos und Methodios 322.

Kommentar

Die päpstlichen Legaten sind in den oben genannten Briefen als deren Überbringer genannt, teilweise innerhalb des Brieftextes (in n. 318 und n. 330), teilweise aber auch durch einen am Anfang (in n. 318, n. 319, n. 327 und n. 329) und/oder am Ende des Briefs (in n. 319, n. 326 und n. 329) stehenden Botenvermerk, vgl. hierzu Peitz, Register Gregors I. 95-103. Neben den angegebenen Schreiben übermittelten die Legaten wohl auch den Brief an den Bruder Michaels von Bulgarien (n. 328). Wie aus n. 318 hervorgeht, hatte Kaiser Basileios I. um die Entsendung von Legaten gebeten, aber offensichtlich andere Personen vom Papst erwünscht – um welche Personen es sich handelte, ist nicht zu klären – . Die beiden entsandten Bischöfe blieben sehr lange in Konstantinopel (vgl. zur Rückkehr nach Rom 880 n. 560), stimmten dort 879, ohne die Einwilligung des Papstes einzuholen (vgl. dessen dadurch erzwungene nachträgliche Billigung in n. 550) der Erhebung von Photios zum Patriarchen von Konstantinopel nach Ignatios' Tod zu und nahmen auch an der Konstantinopolitaner Synode von 879/80 teil (vgl. Hefele-Leclercq 585-604 sowie Dvornik, Photian Schism 189-201), zu der Johannes VIII. ihnen den Kardinalpresbyter Petrus als Unterstützung schickte (vgl. n. 554 und n. 560), der den Legaten, wohl um weiteres eigenmächtiges Handeln der Bischöfe zu verhindern, ein Commonitorum des Papstes überbrachte (n. 555). König Michael von Bulgarien, dem Paulus und Eugenius einen Brief des Papstes (n. 327) überbrachten, beklagte sich bei Johannes VIII. über ein Verbrechen, das die Legaten begangen hätten, wie aus der päpstlichen Antwort (n. 503) hervorgeht. Zum Vergehen von Paulus und Eugenius gibt es keine weiteren Nachrichten. Auch aus Byzanz gelangten Beschwerden über die päpstlichen Gesandten nach Rom, was möglicherweise auf deren anfängliche Weigerung, gemeinsam mit Photios die Kommunion zu empfangen, zurückzuführen ist (vgl. n. 553 sowie n. 641 und n. 642). Bischof Paulus von Ancona und Bischof Eugenius von Ostia wurden wohl kurz nach der Abfassung der zu übermittelnden Briefe nach Bulgarien und Byzanz entsandt.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 331, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ef3ed745-1da1-4a67-a9ed-ad3dd26e4b6a
(Abgerufen am 20.07.2018).