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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) rügt Erzbischof Teutrannus (von Tarentaise) (venerabili archiepiscopo Teuttranno), weil dieser ihm nicht entgegengekommen sei, ermahnt (monemus) ihn, sich unverzüglich zusammen mit seinen Suffraganen (zur Synode) zu begeben, teilt ihm mit, Bischof Bernarius (von Grenoble) habe sich in seiner Gegenwart erneut über Teutrannus' Suffraganbischof Adalbert (von Saint-Jean-de-Maurienne) beschwert, erinnert ihn an Briefe, in denen er sowohl ihm (n. 336) als auch Erzbischof (Otrannus) von Vienne (n. 337) vergeblich angeordnet habe, bezüglich einer bereits in Rom schriftlich und mündlich vorgebrachten Klage des Bischofs Bernarius gegen Adalbert ein kanonisches Urteil zu fällen in Gegenwart dreier Zeugen, und zwar des Erzbischofs (Rostagnus) von Arles und der Bischöfe (Ratbert) von Valence und (Aetherius) von Viviers, und befiehlt ihm (pręcipimus monendi auctoritate) unter Androhung von Maßnahmen gegen ihn und seine Suffragane, Adalbert die Teilnahme an der Synode anzuordnen.

Originaldatierung:
Data ut supra.
Incipit:
Miramur fraternitatem tuam, cur nostrum ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11. Jh., Rom Arch. Vat.: Reg. Vat. I fol. 54v; 16. Jh., Rom Arch. Vat.: Arm. XXXI, t. 1 fol. 99r.

Drucke: Carafa, Epist. III 373; Sirmond, Conc. Gall. III 469; Conc. coll. reg. XXIV 132; Labbe-Cossart, Conc. IX 81; Hardouin, Acta conc. VI 35; Mansi, Coll. XVII 85; Migne, PL CXXVI 781; Bouquet-Delisle, Recueil IX 163; MG Epist. VII 107 n. 117.

Reg.: J 2380; JE 3150; Chevalier, Reg. Dauphinois I n. 807 c. 136.

Lit.: Poupardin, Provence 120 Anm. 2; Caspar, Register Johanns 148 Anm. 3; Walpen, Erzbistum Tarentaise 338.

Kommentar

Das päpstliche Schreiben ist nur in den erwähnten Registerabschriften überliefert, vgl. zu diesen Caspar, Register Johanns 85-99 und Lohrmann, Register Johannes 5-156. Die an Otrannus von Vienne und Teutrannus von Tarentaise ergangenen Briefe, die Johannes VIII. erwähnt, sind nicht überliefert. Nicht bekannt ist auch der Gegenstand der Auseinandersetzung; das Beschwerdebüchlein, das Bernarius in Rom eingereicht haben soll, ist ebensowenig erhalten. Der Papst konnte Erzbischof Teutrannus und seinen Suffraganbischof Adalbert nicht zur Teilnahme am Konzil bewegen, nur Bernarius war anwesend; vgl. die Unterschriftenlisten in MG Conc. V 104f., 134-136, 140-142. Der Streit war 882 noch nicht beigelegt, vgl. n. 721 und Poupardin. Im Brief ist kein Tagungsort für die Synode genannt. Unklar ist, ob Johannes zum Zeitpunkt der Abfassung noch von einer Abhaltung des Konzils in Lyon ausging, wie er es in n. 343 angekündigt hatte. Dagegen visierte der Papst wenig später in einem Brief an die Suffragane von Arles (n. 371) Langres als Konzilsort an, wovon er jedoch schon am 10. Juni wieder abrückte und sich dem Vorschlag Ludwigs des Stammlers anschloß (vgl. n. 379). Aufgrund dieser Erwägungen sind das vorliegende und die folgenden Schreiben auf Ende Mai zu datieren und wohl in Lyon entstanden. Zur mit dem Data ut supra verbundenen Problematik vgl. Caspar 127-132 und Lohrmann 178f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 359, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ea1d437d-f1a3-4097-9c51-dbca420e1741
(Abgerufen am 13.11.2019).