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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) teilt König Karl (III.) (Carolo glorioso regi) seine Verwunderung darüber mit, daß ihm dieser angesichts der Bedrohung durch Heiden und schlechte Christen (tam paganorum quam malorum Christianorum persecutione) trotz mehrmaliger Aufforderungen (n. 501) nicht zur Hilfe gekommen sei, mahnt ihn erneut (iterum ammonemus) zu kommen und verweist darauf, daß kein Gewinn, keine Schmeichelworte und keine Furcht ihn von der Gemeinschaft und dem Freundschaftsbund mit ihm abhalten würden (pro nullius hominis lucro vel blandimento sive terrore a vestro nos consortio et vestrę amicitię federe separabimus); der Papst informiert Karl, daß er dessen Bruder Karlmann (Karlomanni ... regis germani vestri) in einem Brief (n. 523) ermahnt habe, Karl nicht an der Verteidigung der Kirche und somit auch des regnum (Italiae) zu hindern, und bekräftigt noch einmal seine Forderung nach Karls Unterstützung.

Originaldatierung:
Data ut supra.
Incipit:
Miramur, quia vos sepius exhortantes ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11. Jh., Rom Arch. Vat.: Reg. Vat. I fol. 70r; 16. Jh., Rom Arch. Vat.: Arm. XXXI, t. 1 fol. 127v.

Drucke: Carafa, Epist. III 413; Conc. coll. reg. XXIV 184; Labbe-Cossart, Conc. IX 112; Mansi, Coll. XVII 117; Migne, PL CXXVI 831; Bouquet-Delisle, Recueil IX 182; MG Epist. VII 144f. n. 180.

Reg.: J 2464; JE 3244; Böhmer-Zielinski n. 569.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich III2 103; Engelmann, Legaten 85-87; Hartmann, Gesch. Italiens III,2 66f.; Gorla, L'arcivescovo Ansperto 84f.; Arnold, Johannes 104.

Kommentar

Das Schreiben, das nur in den Registerabschriften überliefert ist (vgl. zu diesen Caspar, Register Johanns 85-99 und Lohrmann, Register Johannes 5-156), bekräftigt die Bitte des Papstes um die Unterstützung Karls in der bedrängten Situation Roms, die er bereits in einem früheren Schreiben ausgesprochen hatte, vgl. dazu n. 501. Weitere vorausgehende Bittschreiben an Karl III. aus dem Jahr 879 sind nicht erhalten. Möglicherweise bezieht sich der Papst aber auch auf seine Briefe aus dem vorangegangenen Jahr, die zwar weniger konkrete Forderungen, aber allgemeine Aufrufe an Karl III., die römische Kirche zu unterstützen, enthalten (n. 316, n. 350, n. 384, n. 450). Der Verweis auf die amicitia zwischen Papst und König ist möglicherweise im Zusammenhang mit den beabsichtigten Verhandlungen über das Kaiserpactum zu sehen, die der Papst in n. 501 andeutet. Das erwähnte Schreiben an Karlmann (n. 523) datiert vom 7. Juni 879, der vorliegende Brief dürfte demnach ebenfalls zu diesem Zeitpunkt an Karl ergangen sein, zumal in n. 520 erwähnt ist, daß die zu Karlmann gesandten Boten (vgl. zu diesen n. 535) auch zu Karl III. reisen sollten. Zur mit dem Data ut supra verbundenen Problematik vgl. Caspar 127-132 und Lohrmann 178f.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 524, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/cf43ea09-374d-441a-80a6-b2a8d2021d31
(Abgerufen am 22.09.2019).