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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) erteilt Bischof Johannes von Pavia die Vollmacht zu exkommunizieren, da die Kirche von Pavia dem apostolischen Stuhl besonders nahestehe.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 591.

Reg.: IP VI/I 176 n. *11.

Lit.: Hoff, Pavia 114f.; Riesenberger, Prosopographie der päpstlichen Legaten 222f.; Arnold, Johannes 190f. mit Anm. 290.

Kommentar

Nur aus n. 591 wissen wir von der Bevollmächtigung des Bischofs durch den Papst. Der Bischof hatte, anders als der Erzbischof von Mailand, die päpstlichen Vorgehensweisen gegenüber Karl dem Kahlen und Boso von Vienne unterstützt. Ende 878 war dem Bischof von Pavia das Recht erteilt worden, die Suffragane von Mailand und Ravenna zur Synode zu laden, vgl. n. 463. Schon früher war der Bischof zusammen mit Bischof Walpert von Porto zu Anspert geschickt worden, um ihn zum Gehorsam gegenüber dem Papst zu ermahnen. Der Erzbischof hatte die Legaten jedoch nicht empfangen, vgl. n. 537. Nachdem das Anathem am 15. Oktober 879 über Anspert verhängt worden war (n. 594), wurde Johannes erneut nach Mailand geschickt, um zusammen mit Bischof Delto von Rimini die Neuwahl eines Erzbischofs durchzuführen, vgl. n. 597, die jedoch offensichtlich nicht stattfand. In n. 598 an den Klerus von Mailand wird jeder, der die angekündigte Neuwahl behindert, mit der Exkommunikation bedroht, daher wäre es denkbar, daß der Bischof von Pavia im Zusammenhang mit der Wahl in Mailand die Vollmacht zu exkommunizieren erhalten hatte. Die Bevollmächtigung ist daher wohl auf die Zeit der römischen Synode im Oktober oder kurz danach zu datieren.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 590, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/cc45f008-9b06-402d-b4e1-e6a2dbea3418
(Abgerufen am 21.07.2018).