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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) schreibt dem Bischof von (Forlimpopoli?) (Plonensi episcopo), daß er den Erzbischof (von Ravenna?) zur Rede stellen solle, da dieser ohne päpstliche Zustimmung Constantinus zum Bischof geweiht habe und zudem bezüglich des Samstags- und Quatemberfastens (de ieiunio sabati vel de celebracione IIII temporum) sündhaft handelte, wie dies bereits von Papst Silvester (I.) den Griechen vorgegeben (papa Silvester Grecos convicerit) und von Papst Innozenz (I.) in seinen Dekretalen (JK 311) (papa Innocentius super hoc capitulum in suis decretalibus instituerit) erlassen worden sei.

Incipit:
[P]refatus archiepiscopus, qui eundem Constantinum ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: –.

Insert: Coll. Brit. (Ende 11./Anf. 12. Jh., London Brit. Lib.: Ms. add. 8873 fol. 127r).

Drucke: Loewenfeld, Epist. pont. Rom. ineditae 28 n. 51; MG Epist. VII 289 n. 28.

Reg.: Ewald, Brit. Sammlung 306 n. 27; JE 2984.

Lit.: –.

Kommentar

Das Schreiben ist nur fragmentarisch in der Coll. Brit. überliefert. Zu dieser Sammlung und ihrer Entstehungszeit vgl. Herbers, Leo 63-72, Kéry, Canonical collections 237f., Jasper, Beginning 128 und Fowler-Magerl, Clavis Canonum 184-187. Ewald 306 zieht einen Bischof Nendecisus (sonst: Nandegisus) von Pola als Adressaten in Betracht, der allerdings nur 861 nachzuweisen ist, vgl. Hartmann in MG Conc. IV 50 mit Anm. 23 sowie Böhmer-Zielinski n. 143 (Kommentar). Caspar zufolge erging der Brief möglicherweise an den Bischof von Forlimpopoli, eine genaue Identifizierung des Empfängers ist jedoch nicht möglich. Daß es sich bei Constantinus um den Bischof von Ferrara gehandelt haben könnte, schließt Kehr aus, vgl. IP V 42 n. 114 und 208 n. 4. Ob Constantinus derselbe ist, den der Nachfolger Erzbischof Johannes' VII. von Ravenna, Romanus, im April 880 zum Bischof von Faenza einsetzte, vgl. dazu MG Epist. VII 289 Anm. 1, ist zweifelhaft. Eine Translation Constantinus' von einem Bistum zu einem anderen ist in der päpstlichen Korrespondenz zudem nicht erwähnt, der Papst moniert ausschließlich das Vorgehen Romanus' entgegen der päpstlichen Anweisungen, vgl. dazu n. 688 und n. 689. Daß das Fragment zu den Schreiben von 880 gehört, ist ebenfalls unwahrscheinlich, da die Formulierung quia modica fuit civitas laut Caspar in MG Epist. VII 289 Anm. 1 auf ein erst kürzlich gegründetes Bistum verweise. Insofern ist auch eine Identifizierung des genannten Erzbischofs, den alle Editionen übereinstimmend als Johannes VII. von Ravenna angeben, nicht sicher. Zu den Verstößen gegen die Fastenvorschriften vgl. Böhmer-Herbers n. 822 und Heiser, Responsa 155-181. Eine entsprechende Silvesterdekretale ist nicht erhalten, vgl. Caspar in MG Epist. VII 289 Anm. 3. Aufgrund der nur vagen Identifizierung der genannten Personen gibt es keine Anhaltspunkte zur Datierung; eine Anordnung entsprechend der Stellung innerhalb der Coll. Brit., wie Ewald 316-320 sie vorschlägt, ist abzulehnen, vgl. n. 13.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 21, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/cb9ad596-cd8b-43f2-9d9f-b81d5657cea8
(Abgerufen am 19.04.2019).