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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) dankt und lobt Bischof Athanasius (II.) von Neapel (reverentissimo et sanctissimo Athanasio episcopo sanctę ecclesiae Neapolitanę dilecto confratri nostro) unter Anführung zahlreicher Bibelzitate für die Unterwerfung seines Bruders (des dux Sergius), den er wie ein faules Glied vom eigenen Körper abgeschnitten habe, da dieser – wie Holofernes – in unwürdiger Weise gegenüber der Kirche gehandelt hatte, bestätigt ihn in allen seinen Ämtern, ermahnt ihn, sich weiter um die Rettung der Kirche zu bemühen, verspricht, ihm zu Beginn der Fastenzeit oder zu Ostern 1400 Mankusen zukommen zu lassen, und vertraut ihm schließlich den Diakon Petrus zur Unterstützung an.

Originaldatierung:
Data ut supra.
Incipit:
Innumeras gratiarum actiones vestrę Deo ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: 11. Jh., Rom Arch. Vat.: Reg. Vat. I fol. 38v; 16. Jh., Rom Arch. Vat.: Arm. XXXI, t. 1 fol. 69r.

Drucke: Carafa, Epist. III 346; Conc. coll. reg. XXIV 84; Labbe-Cossart, Conc. IX 52; Mansi, Coll. XVII 55; Migne, PL CXXVI 747; Cappelletti, Chiese d'Italia XIX 409f.; Capasso, Monumenta I 253f. n. 9; MG Epist. VII 72f. n. 76.

Reg.: J 2345; JE 3116; IP VIII 424 n. 27 und 447 n. 67; Martin-Cuozzo, Regesti dell'Italia meridionale 453 n. 942.

Lit.: Dümmler, Ostfränk. Reich III2 72; Gay, L'Italie méridionale 119; Hartmann, Gesch. Italiens III,2 49; Arnaldi, Papato 38; Lohrmann, Register Johannes 271; Russo Mailler, Napoli II,1 369f.; Skinner, Familiy Power 47, 85; Arnold, Johannes 55, 213.

Kommentar

Das Dankesschreiben des Papstes ist lediglich in den Registerabschriften überliefert (vgl. zu diesen Caspar, Register Johanns 85-99 und Lohrmann 5-156) und stimmt in weiten Teilen fast wörtlich mit dem Brief an die Richter und das Volk von Neapel überein, vgl. n. 308. Zum ähnlichen Wortlaut vgl. Lohrmann 175-180. Nachdem der dux Sergius von Neapel auch nach wiederholter Aufforderung und Androhung des Anathems – das später tatsächlich verhängt wurde (vgl. n. 243) – nicht bereit gewesen war, sein Bündnis mit den Sarazenen zu lösen, hatte ihn Waifar von Salerno angegriffen, besiegt und auf Rat des Papstes hin 25 Neapolitaner köpfen lassen, vgl. Erchempert, Hist. Lang. Benevent. c. 39 (MG SS rer. Lang. 249); die Angabe sicut enim monuerat papa bei Erchempert kann nicht mit einem bestimmten Brief des Papstes identifiziert werden. Bischof Athanasius (II.) hatte daraufhin Sergius die Augen ausstechen lassen, ihn nach Rom gesandt und sich selbst zum dux ausrufen lassen. Die im Brief erwähnten Gelder, die zumindestens zu einem Teil wohl auch gezahlt worden sind (vgl. Lohrmann 271), waren Hilfszahlungen, die unter anderem auch an die Amalfitaner ergangen sind, vgl. n. 265. Die Datierung auf Januar 878 ergibt sich aus der Erwähnung der Fastenzeit, die 878 am 5. Februar begann, sowie der Einordnung der Unterwerfung des Sergius bei Erchempert, Hist. Lang. Benevent. c. 39 (MG SS rer. Lang. 249). Zur mit dem Data ut supra verbundenen Problematik vgl. Caspar 127-132 und Lohrmann 178f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 307, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/bd77f639-e255-455a-8c57-63b58c46d935
(Abgerufen am 21.10.2018).