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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes VIII. (1) entschuldigt gegenüber der Kaiserin Angilberga, daß der Bischof Johannes von Arezzo vom Kriegsdienst zurückgerufen werde; (2) der Umgang mit Waffen und die Landesverteidigung obliege der weltlichen Gewalt und wer Gott diene, solle sich von weltlichen Beschäftigungen fernhalten.

Incipit:
Nimium certe veretur et iure ... (〈Tractare de armis etterram ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: –.

Kop.: –.

Insert: Wido von Ferrara, De scismate Hildebrandi II (MG Ldl I 554) (fragm.); Deusdedit, Coll. can. IV 259 (Wolf von Glanvell 539); Coll. Taurinensis (12. Jh., Turin Bibl. univ. naz.: E.V. 44 [903] fol. 110r); Gratian, Decretum C. XXIII q. VIII c. 1 (Friedberg I 953) (fragm.).

Drucke: Migne, PL CXXVI 939; MG Epist. VII 311 n. 60.

Reg.: J 2584; JE 3023.

Lit.: Ewald, Brit. Sammlung 325; Pochettino, L'imperatrice Angelberga 104; Storia di Ravenna II,2 349; Arnold, Johannes 60.

Kommentar

Das Brieffragment ist nur in der Streitschrift Widos und in den angegebenen Kanonessammlungen überliefert. Papstname und Adresse stehen lediglich im Lemma; Gratian nennt das Bistum des Johannes nicht, weshalb Ewald, Brit. Sammlung 325 (vgl. auch JE), der das Fragment nur aus dem Decretum Gratiani kannte, diesen noch mit dem Ravennater Erzbischof Johannes VII. identifzierte. Bei Wido von Ferrara, dessen Streitschrift etwa zeitgleich mit der Sammlung Deusdedits entstanden ist, ist das Stück an einen Bischof von Rieti (Reatinum) inskribiert, was wohl auf einem Irrtum bzw. einem Schreibfehler beruhen dürfte (Deusdedit: Aretinum). Der Druck in MG basiert lediglich auf Gratian; demgegenüber bieten Deusdedit und die Coll. Taurinensis einen Satz mehr und trennen die beiden Fragmentteile durch ein Et infra. Die Textgestalt Widos kommt der des Decretum Gratiani näher. Zur Kanonessammlung des Deusdedit vgl. Kéry, Canonical collections 228-233, Jasper, Beginning 128f. und Fowler-Magerl, Clavis Canonum 160-163. Zur Coll. Taurinensis vgl. Pflugk-Harttung, Fälschung von Canones, Kéry 284, Fowler-Magerl 172f. und Motta, Silloge 413-442. Ewald datiert das Brieffragment auf den Zeitraum 873–875, da nach dieser Zeit die Korrespondenz des Papstes mit Angilberga nachlasse. Allerdings erscheint die Begründung dieser zeitlichen Einschränkung fraglich, vgl. z. B. die Schreiben n. 235 und n. 320 an die Kaiserin. Da Johannes während des gesamten Pontifikats Johannes' VIII. Bischof von Arezzo war und es keine weiteren Anhaltspunkte für die Datierung im kurzen Brieffragment gibt, kann die Zeitstellung nicht innerhalb des Pontifikats begrenzt werden.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 12, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ba119bd2-a51c-48b9-8832-f502831ba440
(Abgerufen am 19.07.2018).