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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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(Patriarch Photios von Konstantinopel) erklärt Papst Johannes (VIII.) in einem Schreiben (scribens), er habe der Forderung, (vor der Synode von Konstantinopel 879/880) um Verzeihung zu bitten, nicht nachkommen können, da sich eine solche Erniedrigung nur für Schuldige schicke.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 642.

Reg.: Grumel, Regestes Constantinople 522; Grumel-Darrouzès, Regestes Constantinople 553.

Lit.: Hergenröther, Photius II 552; Dvorník, Photian Schism 205; Lounghis, Ambassades byzantines 195; Nerlich, Diplomatische Gesandtschaften 205 und 290; Gemeinhardt, Filioque-Kontroverse 267.

Kommentar

Nur aus der päpstlichen Antwort (n. 642) erfahren wir vom Schreiben des Photios. Die Forderung des Papstes, vor der Synode in Konstantinopel um Vergebung zu bitten, stand in dem an den Patriarchen im August 879 gesandten Brief (n. 553); unter anderem diese Passage verfälschte wohl Photios selbst bei der Übertragung ins Griechische, was der Papst ihm auch in seiner Antwort auf das vorliegende Stück ankreidete, vgl. n. 642 sowie Caspar in MG Epist. VII 228 Anm. 4. Zur Vorgeschichte um die päpstliche Anerkennung des Photios vgl. n. 550, n. 551, n. 552, n. 553, n. 554, n. 555 und n. 559. Zeitgleich schrieb Photios, offenbar um sich das päpstliche Wohlwollen zu sichern, an mehrere päpstliche Vertraute, so an den Bischof Marinus von Cerveteri (Grumel-Darrouzès 554), an den Bischof Gauderich von Velletri (Grumel-Darrouzès 555) und an den Bischof Zacharias von Anagni (Grumel-Darrouzès 556), vgl. Dvorník 204f. Der Brief des Patriarchen wurde wohl zeitgleich mit einem Brief des Kaisers (n. 620) von den zurückkehrenden Legaten Paulus von Ancona, Eugenius von Ostia und Petrus von San Grisogono überbracht (vgl. zu diesen n. 331 und n. 560).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 621, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b6dc9942-2d8d-45be-af4d-e2a17cd25892
(Abgerufen am 20.10.2018).