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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) läßt Erzbischof Method durch seinen Legaten Paulus von Ancona verbieten, die Messe in slawischer Sprache zu feiern, und weist ihn an, dies auf Latein oder Griechisch zu tun.

Überlieferung/Literatur

Erw.: n. 540.

Reg.: Boczek, Codex diplomaticus Moraviae I 37 n. LIV; JE *2978; Friedrich, Cod. dipl. Bohemiae 15 n. 20; Ratkoš, Pramene 168 n. 50; MMFH III 170 n. 52; Marsina, Cod. Slovaciae I 20 n. 25; Marsina, Vel'komoravské deperditá 29 n. 13; Ratkoš, Kompletnost' 108 n. 18; Bohemia-Moravia Pont. 19 n. *21.

Lit.: Dümmler, Pannonische Legende 49 Anm. 7; Ginzel, Geschichte der Slavenapostel 61f. Anm. 2; Dümmler, Ostfränk. Reich III2 382; Lapôtre, Jean VIII 120 (ND 186); Engelmann, Legaten 79f.; Riesenberger, Prosopographie 244f.; Maß, Freising Karolingerzeit 133; Ratkoš, Slawische liturgische Sprache 200-202.

Kommentar

Nur aus n. 540 ist bekannt, daß Johannes VIII. bereits 873 die Meßfeier in der Volkssprache untersagte. Ratkoš 200 sieht in dem Verbot ein Kompromißangebot Johannes', der dadurch Methods Befreiung aus der Klosterhaft (vgl. n. 77) erreichen und seinen Einfluß auf Pannonien sichern wollte. Seit Ginzel herrscht weitgehend Konsens darüber, daß der das Verbot beinhaltende Brief mit der Legation des Paulus von Ancona nach Ostfranken und Pannonien (n. 78) zusammenhängt. Nach einer früheren Datierung in das Jahr 879 (vgl. Dümmler, Pannonische Legende 49 Anm. 7) hat sich auch Dümmler später (Ostfränk. Reich III2 382) dieser Meinung angeschlossen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. 73, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b070d96f-6d87-4e9b-9c01-805167f891cf
(Abgerufen am 23.10.2018).