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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,4,3

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Papst Johannes (VIII.) weiht in Anwesenheit von 18 Bischöfen die Kirche von Flavigny.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Hugo von Flavigny, Chr. (MG SS VIII 355); Hugo von Flavigny, Series abbatum Flaviacensium (MG SS VIII 502).

Reg.: –.

Lit.: Boshof, Traditio Romana 30; Hollaardt, Abbaye de Flavigny 29-36; Sapin, Abbaye St-Pierre de Flavigny 52.

Kommentar

Nur die beiden Notizen des Hugo von Flavigny erwähnen die Kirchweihe durch den Papst. Dabei legt das Chr. den Weiheakt in das Jahr 880. Aber auch die in den Series angegebene Jahreszahl 878 paßt nur dann zur ebenfalls angegebenen Indiktion, wenn die Weihe vor dem 1. September lag. Meist wird als Datum der Weihe der freilich unbelegte 28. Oktober angegeben; die Angabe beruht möglicherweise auf dem an diesem Tag stattfindenden Fest der Apostel Simon und Judas. Eine Mitführung der Reliquien aus Rom durch den Papst ist nicht auszuschließen (vgl. den allgemeinen Hinweis hierauf in bei Hugo von Flavigny, Hist. Francorum Senonensis a. 878 [MG SS IX 365] und Clarius von Sens, Chr. s. Petri Senonensis a. 875 [Bautier-Gilles 66]). Die Anzahl von 18 Bischöfen erscheint unglaubwürdig, will man nicht den direkten Zusammenhang mit der Synode von Troyes (n. 405) (so Sapin) herstellen. Vielleicht wählte man auch das Datum Ende Oktober, weil es sich in das päpstliche Itinerar auf der Rückreise von Troyes einzufügen schien. Zu einem Privileg Johannes' VIII. für Flavigny vgl. n. 260. Sollte tatsächlich eine Weihe in Flavigny auf dem Rückweg – der Papst hatte sich bereits auf der Hinreise dort aufgehalten (vgl. n. 390) – stattgefunden haben, was aufgrund der zahlreichen Unstimmigkeiten zumindest angezweifelt werden muß, so wäre Anfang Oktober als Datum wahrscheinlich. Ein Privileg für Saint-Marcel(-lès-Chalon) (n. 446) läßt vermuten, daß Johannes sich bereits am 7. Oktober in der Nähe von Chalon befand. Ein späterer Besuch des etwa auf halber Strecke zwischen Troyes und Chalon gelegenen Flavigny ist nicht anzunehmen; aus diesen Überlegungen ergibt sich die oben angegebene Datierung.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,4,3 n. †?444, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/aecb0b73-3952-489b-8b10-0e86372c9efa
(Abgerufen am 23.10.2018).